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EuRegio Gipfel: Brücke und Wasserkraft offen

"Der vierte EuRegio-Gipfel in Traunstein brachte ein klares Bekenntnis zu einem ökologisch verträglichen Ausbau der Wasserkraft an der Unteren Salzach und bekräftigte das Ziel der Region zur Verbindung von Österreich und Bayern mit einer neuen Brücke über die Salzach", berichtete Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer heute, Dienstag, 20. Dezember, nach der Sitzung.

 

Die Wasserkraftnutzung im Freilassinger Becken ist vor allem im Zusammenhang mit der Sanierung des Flussbettes zu sehen: Die Salzach gräbt sich in diesem Bereich immer tiefer ein. Daher wurden zwei Rampen geplant. Eine ist im Bereich von Oberndorf bereits umgesetzt. Die zweite wäre im Bereich von Flusskilometer 55,4 vorgesehen. Bei dieser Sanierung prüfen derzeit die Österreichisch-Bayerischen Kraftwerke, ob dabei nicht auch eine energetische Nutzung erfolgen könnte. "Wenn ein naturverträgliches Kraftwerk möglich ist, stehe ich einem solchen Projekt positiv gegenüber", sagte Haslauer. Ähnliche Überlegungen gibt es im Tittmoninger Becken auf oberösterreichischer Seite.

 

Einmal mehr wurde heute der Wunsch von Vertretern beider Grenzregionen nach einer neuen Salzachbrücke betont. Salzburg präferiert dabei die Variante südlich von Laufen/Oberndorf. Das bestehende Natura2000-Schutzgebiet wird nach Salzburger Ansicht dadurch nicht ausgehebelt, sondern es geht um eine Abwägung der Interessen des Schutzes der Natur mit jenen der Bevölkerung, die im Bereich Oberdorf/Laufen durch eine hohe Feinstaubbelastung betroffen ist. Auch der Landrat des Berchtesgadener Landes, Georg Grabner, hält die zusätzliche Verbindung über die Salzach für "unverzichtbar". Seiner Ansicht nach sei es "wahrscheinlich, dass es eine Möglichkeit gibt", die Brücke zu bauen. Bisherige Überlegungen scheiterten hauptsächlich am Natura 2000 Gebiet entlang des Salzachufers, welches von der Brückenzufahrt durchschnitten würde. Eine neue Studie über den Grad des Eingriffs und allfällige Alternativen soll Anfang 2012 vorliegen, so Grabner.


Realistisch betrachtet ist aber - wenn überhaupt - auch im besten Fall frühestens in zehn bis fünfzehn Jahren mit einem Brückenbau zu rechnen. Die enorme Verkehrs- und Feinstaubbelastung für die Nachbarstädte Laufen und Oberndorf wird also wohl noch etliche Jahre andauern.

Salzburger Landeskorrespondenz / salzburg.orf.at