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Salzachbrücke

In Salzburg 80 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern nicht am Schulweg

m Vorjahr verunglückten im Land Salzburg 203 Kinder bei Verkehrsunfällen. Besonders tragisch: Zwei Kinder kam im Straßenverkehr ums Leben. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 2010 in Salzburg 80 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern nicht am Schulweg, sondern in der Freizeit passierten. Allein im vergangenen Juli und August wurden in Salzburg 46 Kinder Opfer von Verkehrsunfällen. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem aus.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass seit dem Jahr 2010 in Salzburg 80 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern nicht am Schulweg, sondern in der Freizeit passierten. Ferienzeit ist leider auch Unfallzeit. Im Vorjahr kam es in Salzburg  im Juli und August um ein Fünftel mehr Verkehrsunfälle mit Kindern als im Schnitt der anderen Monate, macht der VCÖ aufmerksam. Bei 35 Verkehrsunfällen wurden in den beiden Sommermonaten 46 Kinder verletzt.

Im Vorjahr ist zum ersten Mal seit dem Jahr 2013 die Zahl der Kinderunfälle im Straßenverkehr wieder gestiegen, von 153 im Jahr 2015 auf 179. Damit kam es im Schnitt jeden zweiten Tag zu einem Verkehrsunfall bei dem ein Kind verletzt wurde. "Die Qualität eines Verkehrssystems zeigt sich daran, wie sicher und eigenständig Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Scooter mobil sein können. Leider nimmt unser Verkehrssystem auf Kinder viel zu wenig Rücksicht. Es braucht noch viele Maßnahmen, damit unser Verkehrssystem kindgerecht wird",  stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Im Ortsgebiet erhöht Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit für Kinder. Im Umfeld von Kinderspielplätzen, Freizeitanlagen, Kindergärten und Schulen soll maximal Tempo 30 gelten. Diese für Kinder wichtigen Orte sollen gut und sicher zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein.
Verbesserungen sind auch bei Straßenübergängen und Kreuzungen nötig. Derzeit gilt nur fünf Meter vor Schutzwegen ein Halte- und Parkverbot. Parkende Autos oder Lieferwagen verstellen dadurch immer wieder die Sicht auf Kinder, die die Straße überqueren möchten. Deshalb tritt der VCÖ dafür ein, das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen zumindest auf zehn Meter auszuweiten. Immer wieder machen Ärztinnen und Ärzte auf den Bewegungsmangel bei Kindern aufmerksam. Das Verkehrssystem ist so zu gestalten, dass Kinder gut und sicher im Alltag zu Fuß, mit Rad oder Roller unterwegs sein können, stellt der VCÖ fest. 

Wichtig ist für Familien aber auch, dass Freizeitziele gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. In Österreich werden die meisten Kinder als Pkw-Insassen Opfer eines Verkehrsunfalls. Im Vorjahr wurden 1.222 Kinder bei Verkehrsunfällen als Pkw-Insasse verletzt, das waren 43 Prozent aller verletzten Kinder.. "Im Schnitt wurden damit 24 Kinder pro Woche im Auto bei Verkehrsunfällen verletzt. Öffentliche Verkehrsmittel sind im Vergleich zum Auto um ein Vielfaches sicherer", spricht sich VCÖ-Sprecher Gratzer für mehr Bahn- und Busverbindungen aus.

VCÖ: 80 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern passieren nicht am Schulweg (Anzahl Verkehrsunfälle mit Kindern  in Salzburg/ Schulwegunfälle)

Jahr 2015: 179 Verkehrsunfälle mit Kindern/ davon 36am Schulweg

Jahr 2015: 153 / 36
Jahr 2014: 183/ 43

Jahr 2013: 197 /39
Jahr 2012: 196 /34

Jahr 2011: 213 /37
Jahr 2010: 195 /32

Summe: 1.316 Kinderunfälle / davon 257 am Schulweg

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017
 
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