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Salzachbrücke

In Salzburg passierte im letzten Herbst jeder 4. Kinderunfall am Schulweg

Erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ist im Herbst aufgrund der schlechteren Sicht nötig. Insbesondere auf Kinder ist stärker zu achten und Rücksicht zu nehmen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in Salzburg im letzten Herbst jeder vierte Verkehrsunfall eines Kindes am Schulweg passierte. Insgesamt wurden im vergangenen Herbst 41 Kinder bei Verkehrsunfällen in Salzburg verletzt. Mehr Verkehrsberuhigung im Umfeld von Schulen und in Wohngebieten erhöht die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr, betont der VCÖ.

37 Verkehrsunfälle mit 41 verletzten Kindern passierten im Land Salzburg im vergangenen Jahr von Oktober bis Dezember. Jeder vierte Kinderunfall passierte am Schulweg, so eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria. "Zu viel und zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs sind wesentliche Gefahrenquellen für Kinder. Mit Verkehrsberuhigung im Wohnumfeld sowie bei Schulen und Kinderspielplätzen kann die Sicherheit der Kinder erhöht werden", betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Im Interesse der Sicherheit der Kinder sollte Tempo 30 die Regelgeschwindigkeit im Ortsgebiet sein. Wie sehr niedriges Tempo die Sicherheit von Kindern erhöht, verdeutlicht der Anhalteweg. Ein Pkw hat bei Tempo 30 auf trockener Fahrbahn einen Anhalteweg (Reaktionswege plus Bremsweg) von rund 11 Metern, bei Tempo 50 von 24 Metern. Nach 11 Metern hat dieses Auto noch die ungebremste Geschwindigkeit, informiert der VCÖ. Wird ein Kind mit 50 km/h angefahren sind schwerste, wenn nicht sogar tödliche Verletzungen die Folge.

Zudem ist es in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig, beim Lenken eines Fahrzeugs die volle Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr zu richten. Wer etwa mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille, verdeutlicht der VCÖ. Die fatalen Folgen von Handy am Steuer werden nach wie vor von vielen unterschätzt, wie auch die Bilanz der Exekutive zeigt: Im Vorjahr wurden in Salzburg mehr als 5.600 beim verbotenen Handy-Telefonieren am Steuer erwischt.

"Wo Menschen unterwegs sind passieren aber auch Fehler. Das Verkehrssystem ist deshalb so zu gestalten, dass eine Unachtsamkeit eines Autofahrers oder ein Fehltritt eines Kindes nicht zu schwersten Verletzungen führt", betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Der VCÖ spricht sich daher für ein kindgerechtes Verkehrssystem aus, wo neben mehr Verkehrsberuhigung Straßenübergänge so gestaltet werden, dass Kinder, die die Straße überqueren möchten, gut gesehen werden können. Deshalb ist es wichtig, das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter auszuweiten.

Wichtig für die Verkehrssicherheit von Kindern ist zudem, dass jede Bushaltestelle über einen sicheren Gehweg erreichbar ist, auch am Land. "Niemand und schon gar kein Kind sollte gezwungen sein, auch nur einen Meter am Rand einer Freilandstraße gehen zu müssen, um eine Bushaltestelle zu erreichen", so VCÖ-Sprecher Gratzer. Zudem erhöht helle und reflektierende Kleidung die Sichtbarkeit der Kinder. Zudem erhöht helle und reflektierende Kleidung die Sichtbarkeit der Kinder.


Im letzten Herbst wurden 41 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt (Anzahl verletzte Kinder durch Verkehrsunfälle in Salzburg, in Klammer am Schulweg verletzt)

  • Oktober - Dezember 2016: 41 Kinder verletzt (davon 12 am Schulweg)
  • Oktober - Dezember 2015: 31 Kinder verletzt (davon 11 am Schulweg)
  • Oktober - Dezember 2014: 48 Kinder verletzt (davon 8 am Schulweg)
  • Oktober - Dezember 2013: 56 Kinder verletzt (davon 13 am Schulweg)
  • Oktober - Dezember 2012: 41 Kinder verletzt (davon 13 am Schulweg)
  • Oktober - Dezember 2011: 39 Kinder verletzt (davon 12 am Schulweg)
  • Oktober - Dezember 2010: 48 Kinder verletzt (davon 21 am Schulweg)


Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017
 
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