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Salzachbrücke

Life-Projekt Salzachauen - neuer Urwald in der Weitwörther Au

Mit einer Fläche von 127 Hektar ist das Life-Projekt Salzachauen eines der größten Renaturierungsprojekte in Österreich. Der offizielle Spatenstich war am 28. September und gilt als der Startschuss für die großflächigen Renaturierungsarbeiten.

"Das Life-Projekt Salzachauen ist ein Vorzeigeprojekt, das schon jetzt weit über die Grenzen Salzburgs Beachtung findet", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler beim Spatenstich. "Die Salzach und ihre Auen bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Diese einzigartige Naturlandschaft zu erhalten, ist eine lohnende Aufgabe. Das Naturschutzprojekt ist für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden. Mit Bewunderung beobachte ich, wie die Renaturierung hier voranschreitet und den Tieren und Pflanzen ihr ursprünglicher Lebensraum zurückgegeben wird. Durch das Projekt wird Natur erlebbar. Besucherinnen und Besucher erfahren viel Interessantes über die hier beheimateten Arten. Menschen, Pflanzen und Tiere profitieren also gleichermaßen von der Renaturierung."

Träger des von der EU geförderten Life-Projekts Salzachauen ist die Natur- und Umweltschutzabteilung des Landes. Erste Vorarbeiten zum Projekt Salzachauen laufen bereits seit Oktober 2015, bis Ende 2020 soll es abgeschlossen sein. Ziel ist, im Natura-2000-Gebiet Salzachauen ein Vorzeigeprojekt für eine großflächige renaturierte und erlebbare Aulandschaft zu realisieren. Durch das Absenken einzelner Aubereiche wird eine natürliche Überschwemmungsdynamik ermöglicht. Dadurch finden hier viele Pflanzen und Tiere, von der Silberweide über den Eisvogel bis zum Kammmolch, ideale Lebensvoraussetzungen vor.

10,5 Millionen Euro Projektbudget

Das Projektbudget beträgt insgesamt 10,5 Millionen Euro, davon übernimmt die EU aus dem Life-Projekt 60 Prozent, das sind 6,3 Millionen Euro. Weitere Beträge tragen das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und die Gemeinden St. Georgen und Nußdorf am Haunsberg bei. Den übrigen Teil von 4,15 Millionen Euro finanziert das Land Salzburg über den Naturschutzfonds.

"Alle wichtigen Rahmenbedingungen in der Au werden so gestaltet und beeinflusst, dass sich das Auwald-Ökosystem möglichst natürlich und ungestört entwickeln kann. Hierzu gehören die Schaffung autypischer Standorte durch die Renaturierung, die Einstellung der forstlichen Nutzung, die Umstellung der Jagd auf ein Wildtiermanagement und die Beendigung der Fischerei am Ausee", erklärte Projektleiter Bernhard Riehl von der Umwelt- und Naturschutzabteilung.

Als erste Maßnahme steht die Schlägerung von künstlichen Fichtenmonokulturen und anderen auuntypischen Baumbeständen auf dem Programm. Ab Anfang November fahren dann die Bagger auf, um den Grundstein für neue, naturnahe Lebensräume zu legen. Bis März 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Für Besucherinnen und Besucher wird es durch die Renaturierungsarbeiten aus Sicherheitsgründen vorübergehend zu Einschränkungen kommen. Gäste werden daher ersucht, auf Absperrungen und Hinweisschilder zu achten.

Die Maßnahmen im Einzelnen

  • Entlang des Reitbachs werden auf rund sieben Hektar Auflächen abgesenkt, damit diese Flächen wieder regelmäßig überschwemmt werden und eine dynamische weiche Au entstehen kann.
  • Der Reitbach bekommt auf rund zwei Kilometern Länge wieder strukturreiche Ufer. Das ergibt einen wichtigen Lebensraum unter anderem für den Eisvogel.
  • Mit den Sanden und Kiesen, die bei der Absenkung anfallen, werden am zehn Hektar großen Ausee vielfältige flache Uferzonen gestaltet. So entsteht neuer Lebensraum für Fische, Vögel und Libellen. Die neue Uferlinie wird eine Länge von rund 1,5 Kilometer haben.
  • 15 Hektar monotone Fichtenforste werden in zwei Etappen zu artenreichen Auwäldern entwickelt.
  • Auf weiteren 37 Hektar werden Initialmaßnahmen zur Erhöhung der Naturnähe und des Artenreichtums der Auwälder durchgeführt.
  • 54 Hektar bereits naturnahe Auwälder können sich seit dem Grundankauf vor einem Jahr ohne forstliche Nutzung völlig ungestört entwickeln.
  • Für Gäste entsteht ein attraktiver Auenerlebnisweg. Die Fertigstellung ist voraussichtlich 2019.

Alle Informationen zum Projekt, die einzelnen Fortschritte im Detail und Bilder finden sich auf der Webseite des Landes.

 
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