"Gib Acht auf uns! – Sicherer Schulweg" heißt die Verkehrssicherheitsaktion, die ab morgen, Donnerstag, 23. September, im Land Salzburg durchgeführt wird. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte von 89 Volks- beziehungsweise Sonderschulen im Bundesland beteiligen sich an dieser Sicherheitsaktion, die über das Verkehrssicherheitsprogramm "Gib 8!" von Land Salzburg, Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) finanziert wird.
Jede teilnehmende Schule hat sich eine oder mehrere kritische Stellen im Umfeld der Schule ausgesucht. Diese Stellen werden von den Schulkindern gemeinsam mit den Lehrkräften durch Luftballons mit dem Aufdruck "Achtung Kinder" markiert. An diesen Stellen besprechen die Lehrkräfte mit den Schülern, was konkret gefährlich sein kann und wie sich die Kinder richtig verhalten sollen. Rund 200 kritische Stellen im Straßenraum des Bundeslandes werden an diesem Aktionstag mit Luftballons gekennzeichnet. "Ziel der Aktion ist es, den Verkehrsteilnehmern die Anwesenheit von Schulkindern im Straßenraum bewusst zu machen und die Kinder – vor allem die Schulanfänger – auf konkrete Gefahrenstellen im Umfeld der Schule hinzuweisen", erläuterte Dipl.-Ing. Dr. Rainer Kolator, Leiter des KfV in Salzburg. "Wir Erwachsene müssen uns entsprechend vorbildlich verhalten, damit Kinder das richtige Verhalten im Verkehr lernen und sicher unterwegs sein können", betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer.
Unfälle von Kindern und auf dem Schulweg in SalzburgIm Bundesland Salzburg verunglückten 2009 insgesamt 239 Kinder bis 14 Jahre im Straßenverkehr. Am häufigsten davon betroffen sind Kinder als Mitfahrer im Pkw (38 Prozent), ein knappes Viertel als Fußgänger (24 Prozent) und 21 Prozent als Radfahrer. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind die Unfälle mit Kindern um elf Prozent zurückgegangen. Auf dem Schulweg ereignen sich rund zehn Prozent der Unfälle mit Kindern: 24 Kinder wurden im Jahr 2009 in Salzburg auf dem Weg zur oder von der Schule verletzt. Es gab zehn Unfälle auf Schulwegen weniger als 2008. Die Freizeit, in der Kinder wesentlich ausgelassener und unkonzentrierter unterwegs sind, ist statistisch gesehen weitaus gefährlicher. Es ist daher besonders wichtig, auch die Freizeitwege (zum Beispiel zu Freunden, zum Musikunterricht) zu üben.
Kinder haben im Straßenverkehr Vorrang"Diese Aktion soll das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer schärfen, sowohl das der Kinder als auch der Autofahrer. Kinder wünschen sich, dass nicht nur sie selber, sondern auch die Lenker die Regeln einhalten und zum Beispiel die Kinder beim Zebrastreifen queren lassen", erläuterte der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Salzburg, Prof. Mag. Herbert Gimpl. Diese Wünsche sind auch Gesetz: Kinder haben immer Vorrang, wenn sie die Fahrbahn queren möchten, nicht nur dann, wenn sie den Zebrastreifen nutzen. Weil Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind, sollte man als Autofahrer daher immer besonders aufmerksam fahren, sobald Kinder am Straßenrand sichtbar sind.
"Schüler sollten nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zur Schule gebracht beziehungsweise abgeholt werden", appellierte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer an die Eltern. Kinder, die regelmäßig mit dem Auto in die Schule gebracht werden, lernen nicht, mit den Gefahren im Straßenverkehr umzugehen. Hinzu kommt, dass es vor Schulen durch Halte- und Wendemanöver der Fahrzeuglenker immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt. Dieses zusätzliche Unfallrisiko verschlechtert die Verkehrssicherheit für die kleinen Fußgänger.
Besondere Aufmerksamkeit in der Früh und am Abend gefordertVerkehrssicherheit auf dem Schulweg betrifft nicht nur die Schulanfänger. Am häufigsten waren in den vergangenen Jahren Elf- bis Zwölfjährige von Unfällen auf dem Schulweg betroffen. Die gefährlichste Zeit auf dem Schulweg ist in der Früh (zwischen 7.00 und 8.00 Uhr) und zu Mittag. Die absolute Spitze der Kinderunfälle gibt es am Nachmittag: Zwischen 17.00 und 19.00 Uhr sind die meisten Kinder im Straßenverkehr in einen Unfall verwickelt.
Zebrastreifen kein Allheilmittel zur SicherungEin Viertel der Unfälle auf Schulwegen, nämlich sechs von 24, ereignete sich 2009 auf dem Zebrastreifen. Seit 1994 gilt die Regelung, dass Autofahrer Fußgängern das gefahrlose Queren der Straße auf dem Zebrastreifen zu ermöglichen haben, wenn ein Fußgänger signalisiert, dass er die Straße queren möchte. Ein besonderer Appell gilt den Autofahrern, diese Regelung auch entsprechend zu beachten. Seit Juli 2005 zählt die "Gefährdung von Fußgängern auf dem Schutzweg" zu den Vormerkdelikten. Im Bundesland Salzburg sind zirka 600 Schülerlotsen und rund 300 Schulwegpolizisten im ehrenamtlichen Einsatz, um den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen. Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer und das KfV bedankten sich für diesen Sicherheitsdienst bei den Ehrenamtlichen.
Besondere Gefahren für Kinder im StraßenverkehrZu den besonderen Gefahren für Kinder im Straßenverkehr zählen folgende Situationen:
- Ein Autofahrer lässt Kinder auf dem Zebrastreifen die Straße überqueren. Am wartenden Fahrzeug fährt ein Lenker vorbei, der das Kind nicht sieht, weil es vom wartenden Auto verdeckt ist.
- An Schulbus-Haltestellen ist besondere Vorsicht geboten: Kinder laufen – oft ohne zu schauen – vor oder hinter dem haltenden Bus auf die Fahrbahn.
- Kinder laufen schon vor dem Zebrastreifen oder der Ampel – oft unerwartet – über die Straße. Fahren Sie langsam und vorausschauend, speziell im Umfeld von Schulen, um Unfälle zu vermeiden.