. .
Werbung

Befragung über Herbstferien abgeschlossen

Über die Ergebnisse einer landesweiten Befragung von Lehrern, Schülern und Eltern zum Thema Herbstferien berichtete Salzburgs Bildungsreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei einem Informationsgespräch mit dem Amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Salzburg, Prof. Mag. Herbert Gimpl, und dem Leiter des Landesstatistischen Dienstes Hofrat Mag. Josef Raos.

"Die Herbstferien 2010 führten bei Schülern, Eltern und Lehrern teilweise zu einer massiven Meinungsänderung. Die Erhebung weist für die tourismusstarken Bezirke und Gemeinden hohe Zustimmung zu den Herbstferien aus. In Summe ergab die Befragung jedoch eine landesweite Mehrheit gegen Herbstferien. Daher wird es im kommenden Schuljahr keine Verordnung für landesweite Herbstferien geben", fasste Landeshauptfrau Gabi Burgstaller die Ergebnisse zusammen.

Landesstatistik legte umfassende Daten vor
"Bei dieser umfassendsten Befragung, die das Land in den vergangenen Jahren durchgeführt hat, wurden Lehrer, Eltern und Schüler nach ihrer Meinung zum Versuchsprojekt der Herbstferien 2010 gefragt; auch die Einstellung zur weiteren Vorgangsweise wurde erhoben. Insgesamt wurden im Anschluss an die Herbstferien 2010 in einer repräsentativen Erhebung 9.800 Eltern, 3.100 Schüler und 2.900 Lehrer befragt, in Summe also fast 16.000 Personen. Der Bericht der Landesstatistik liefert über die Gesamtsituation hinaus sehr profunde Daten für die Lage auf Bezirksebene und die Differenzierung nach Schultypen", erklärte Burgstaller.

Die Landeshauptfrau hob in diesem Zusammenhang die seriöse Arbeit des Landesstatistischen Dienstes und die hohe Rücklaufquote, also die Beteiligung der Befragten hervor: "Damit verfügen wir heute über eine hochprofessionell durchgeführte und statistisch bestens abgesicherte Datengrundlage für die weitere Vorgangsweise." Gemessen an der Zahl der ausgeteilten Fragebögen betrug die Beteiligung bei den Eltern 79 Prozent, bei den Schülern 88 Prozent und bei den Lehrern 81 Prozent. "Mein Dank gilt an dieser Stelle allen Lehrern, Schülern und Eltern, die aktiv an der Befragung teilgenommen haben und uns damit eine seriöse Einschätzung der Lage ermöglichen. Mein Dank gilt auch dem Landesschulrat und dem Landesstatistischen Dienst unter der Leitung von Mag. Josef Raos für die exzellente Abwicklung und Auswertung der Umfrage", so Burgstaller.

Ergebnisse für weitere Vorgangsweise richtungsweisend
Landeshauptfrau Burgstaller hatte in den vergangenen Monaten mehrfach betont, dass die Ergebnisse der Befragung für die weitere Vorgangsweise richtungsweisend sein werden. "Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass es – landesweit betrachtet – keine Mehrheit für die Herbstferien gibt. Daher wird es auch keine landesweite Verordnung für Herbstferien im Schuljahr 2011/2012 geben", betonte Burgstaller. Sowohl die Eltern, als auch die Schüler und Lehrer sprachen sich gegen die Einführung der Herbstferien aus; dafür, dass es auch im kommenden Schuljahr Herbstferien geben soll, votierten 41 Prozent der Lehrer, 41,5 Prozent der Eltern und 47 Prozent der Schüler.

Blick auf Details ergibt sehr differenziertes Meinungsbild
"So vordergründig eindeutig die Gesamtschau auf das Bundesland Salzburg wirkt, so unterschiedlich sind die Ergebnisse ausgefallen, wenn man sie getrennt nach Bezirken und Schultypen betrachtet. Die Ergebnisse der Befragung belegen auch, dass sich im Vergleich vorher – nachher die Einstellung zu den Herbstferien erkennbar geändert hat. Das Versuchsprojekt Herbstferien 2010 führte bei allen drei befragten Gruppen zu einem teilweise sehr deutlichen Umdenkprozess. Nach den Herbstferien war die Zustimmung bei den Eltern – und vor allem bei den Lehrern – höher als vor den Herbstferien; die Schüler waren danach allerdings etwas kritischer dazu eingestellt. Auch eine andere Vermutung wurde bestätigt: Besonders in den tourismusstarken Bezirken und Gemeinden gibt es eine sehr hohe Zustimmung zu den Herbstferien", erläuterte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

2011/12 nur mehr bezirks- bzw. schul-autonome Lösungen möglich
"Aus den Befragungsergebnissen ergibt sich kein Auftrag, im kommenden Schuljahr wieder Herbstferien anzubieten", hielt Burgstaller fest. Aus der Analyse der Befragung lässt sich aber unschwer erkennen, dass vor allem in den tourismusstarken Regionen der Wunsch nach Herbstferien nicht von der Hand zu weisen ist.

Der Amtsführende Präsident des Landesschulrats verweist auf den Schulkalender des kommenden Schuljahres. "Wir sind im Herbst 2011 mit einer vergleichbaren Kalendersituation konfrontiert wie bereits im Vorjahr", sagte Gimpl. Durch die aufeinanderfolgenden Feiertage – Nationalfeiertag am 26. Oktober, Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November – wird die schulautonome Festlegung von freien Tagen an einzelnen Schulstandorten sehr wahrscheinlich. "Vor allem Schulen mit Internatsbetrieb werden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen", vermutet Gimpl. "Generell kann die Zusammenfassung dieser Tage zu einer Art Herbstferienwoche auf Grund der vorliegenden Umfrage-Ergebnisse nur mehr autonom auf Wunsch einzelner Bezirke oder durch Festlegung schulautonomer Tage durch den jeweiligen Schulstandort erfolgen", ergänzte der Amtsführende Landesschulratspräsident.

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung im Überblick
Die Umfrage zu den Herbstferien erfolgte in Form einer repräsentativen Stichprobenerhebung bei rund 9.800 Eltern, 3.100 Schüler und 2.900 Lehrer, durchgeführt Mitte November 2010. Sowohl die Eltern, als auch die Schüler und Lehrer sprachen sich gegen die Einführung der Herbstferien aus; dafür, dass es auch im kommenden Schuljahr Herbstferien geben soll, votierten 41 Prozent der Lehrer, 41,5 Prozent der Eltern und 47 Prozent der Schüler.

Die konkrete Erfahrung mit den Herbstferien im Oktober/November des Vorjahres hat bei den Eltern, vor allem aber bei den Lehrern, zu einer kräftigen Zunahme der Befürworter geführt, denn zuvor waren lediglich 33 Prozent der Eltern und gar nur 21 Prozent der Lehrer für Herbstferien. Auch bei den Schülern kam es zum Teil zu einem Umdenkprozess, der allerdings aus einer "Pari-Situation" (zuvor waren 49,8 Prozent dafür und 50,2 Prozent dagegen) ein negatives Votum werden ließ.

Die weitere Differenzierung der Ergebnisse mache deutlich, so Mag. Josef Raos, wie "durchwachsen" die Einstellung zu dieser Umgruppierung der schulfreien Tage sei. Es gehe dabei nicht um zusätzliche Ferientage, sondern nur um deren Verbrauch zu einem anderen Zeitpunkt, wenn durch die Abfolge von Feiertagen bzw. ohnedies unterrichtsfreier Tage die Schulwochen ohnedies schon sehr "durchlöchert" seien.

Differenziert nach Bezirken schwankt der Grad der Zustimmung bei den Eltern zwischen 33 Prozent im Lungau und 49,5 Prozent im Pinzgau, wo nur rund 50 "Ja-Stimmen" das Ergebnis gekippt hätten. Bei den Schülern gibt es in zwei Bezirken, im Tennengau (56,5 Prozent) und Flachgau (56 Prozent), eine deutliche Entscheidung für Herbstferien; in den anderen Bezirken schwankt der Grad der Zustimmung zwischen 39 Prozent (Lungau) und 44 Prozent (Stadt Salzburg, Pinzgau). Bei den Lehrern ist die Variation hingegen relativ gering. Der Anteil der "Pro-Stimmen" schwankt im wesentlichen zwischen 38 Prozent (Pongau, Pinzgau) und 43 Prozent (Stadt Salzburg, Flachgau); nur der Lungau sticht hervor – mit 29 Prozent Zustimmung (oder 71 Prozent Ablehnung).

Es zeigt sich auch, dass es einen starken Zusammenhang mit der Nächtigungsintensität der Gemeinden gibt: Je größer die Zahl der Nächtigungen pro Einwohner, umso größer ist der Anteil der Eltern, die sich für Herbstferien (auch) im kommenden Schuljahr aussprechen – mit einem starken Votum (von bis zu 60 Prozent und mehr) für Herbstferien in Gemeinden mit besonders hoher Nächtigungsintensität, das heißt Tourismusorientierung.

Auch differenziert nach Schulformen bietet sich ein recht unterschiedliches Bild: Die "Pro-Stimmen" schwanken bei den Eltern zwischen 39 Prozent (Hauptschule) und 49,9 Prozent (Sonderschule). Bei den Schülern schwanken die Werte lediglich um ein bis zwei Prozentpunkte, das heißt zwischen 47 Prozent (AHS-Oberstufe) und 49 Prozent (Polytechnische Schulen) und bei den Lehrern reicht die Bandbreite immerhin von 36 Prozent bei den land- und forstwirtschaftlichen mittleren Schulen bis 51 Prozent bei den Sonderschulen (und damit einem Votum für Herbstferien) – oder anders formuliert, die "Nein-Stimmen" schwanken bei den Lehrern zwischen 64 und 49 Prozent.

Die Verwendung des Oster- und Pfingstdienstags zur (teilweisen) Kompensation der Herbstferien, stößt generell auf wenig Gegenliebe; lediglich 24 Prozent der Eltern, 20,5 Prozent der Lehrern und gar nur 18 Prozent der Schülern sind dafür. Mehr Akzeptanz hätte da schon die Verkürzung der Sommerferien (als Ausgleich zu den Herbstferien); dem würden 46,5 Prozent der Eltern, 40 Prozent der Lehrer, aber nur 20 Prozent der Schüler zustimmen.

Der vollständige Bericht "Einstellung zu Herbstferien. Ergebnisse einer Befragung von Eltern, Schülern und Lehrern im November 2010" kann im Internet unter http://www.salzburg.gv.at/statistik_daten_herbstferien_2010.pdf abgerufen werden.
 
Zum Thema dieser Landeskorrespondenzmeldung ist im Online-Video-Angebot des Landes Salzburg unter www.salzburg.gv.at/online-video das Video "PK Befragung über Herbstferien abgeschlossen" verfügbar.