Zahlreiche Themen standen bei der Landeskulturreferentenkonferenz am vergangenen Donnerstag in der Neuen Residenz in Salzburg auf der Tagesordnung, wie der derzeitige Vorsitzende der Konferenz, Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner berichtet. "So haben wir heute unter anderem einen gemeinsamen Beschluss aller Landes-Kulturreferenten gefasst, in dem wir den Bund auffordern, sich an der Finanzierung der drei wichtigsten Jugendmusikwettbewerbe wieder entsprechend zu beteiligen. Für prima la musica, Gradus ad parnassum und podium.jazz.pop.rock stellen die Bundesländer insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung. Leider zieht sich in jüngster Zeit der Bund aus der Ko-Finanzierung dieser für den musikalischen Nachwuchs so wichtigen Wettbewerbe immer mehr zurück. So entfällt ab heuer der Beitrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung in Höhe von 50.000 Euro gänzlich", erklärte Mag. Brenner. Die Landeskulturreferentenkonferenz werde sich daher mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass sich der Bund auch weiterhin an der Finanzierung der drei österreichischen Jugendmusikwettbewerbe beteilige, und zwar in Höhe der Länderbeiträge, also insgesamt ebenfalls 200.000 Euro.
Kulturreferenten der Länder gegen "grauen Finanzausgleich"
Generell gebe es eine zunehmende Tendenz des Bundes, sich aus gemeinsamen Zahlungsverpflichtungen zurückzuziehen und die Finanzierung wichtiger kultureller und wissenschaftlicher Projekte zur Gänze den Ländern aufzuhalsen. "Wir wehren uns gegen diese Form des ‘grauen Finanzausgleichs‘ und erwarten uns, dass der Bund hier seiner Verantwortung wieder mehr nachkommt", so Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner.
Ein Beispiel für diesen "grauen Finanzausgleich" sei auch die Ankündigung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, die Förderung für außeruniversitäre Institute, Forschungs- und Vermittlungseinrichtungen ab 2012 gänzlich einzustellen. "Bei diesen außeruniversitären Instituten handelt es sich jedoch um integrale Bestandteile des wissenschaftlichen Lebens, die Forschungsaufgaben übernehmen, die von universitären Einrichtungen nicht wahrgenommen werden können", schildert Brenner.
In Salzburg betrifft dies zum Beispiel das Forschungszentrum Dürrnberg, das seit dem Jahr 1985 die archäologische Betreuung des Dürrnbergs wahrnimmt. Alle Aufgaben der Bodendenkmalpflege, die von kurzfristigen Rettungsmaßnahmen bis zu größeren Forschungsprojekten reichen, werden dort unter Leitung eines Fachprähistorikers mit Hilfe von praktizierenden Studenten und Kollegen aus der EU durchgeführt.
Verein b.a.s.e. in Salzburg
Ebenfalls unter diese Kategorie fällt das Büro für Angewandte Sozialforschung und Entwicklung in Salzburg, kurz b.a.s.e. Der Verein b.a.s.e. ist ein Netzwerk von Forscher/innen und Beratern aus unterschiedlichen Disziplinen der angewandten Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Die Mitglieder arbeiten in gesellschaftspolitisch relevanten Feldern in Form von Auftrags- und Antragsforschung, Beratung und Bildung. Regelmäßig findet ein Austausch über Themen, Fragestellungen sowie Methoden und deren Anwendung aus laufenden Projekten statt. Eine kritische Reflexion von Forschung und Anwendung trägt zur systematischen Weiterentwicklung von Methoden und Instrumenten bei.
"Wir werden uns nun gemeinsam mit den anderen Bundesländern zusammensetzen und die Gesamtsummen der verschiedenen Bundeskürzungen abgleichen, um anschließend für entsprechende Verhandlungen mit dem Bund gerüstet zu sein. Hier geht es um erhebliche Summen, die auszugleichen die Länder sicher nicht dauerhaft in der Lage und gewillt sind", stellte Brenner klar.
Salzburger Landeskorrespondenz