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EuRegio Dialog 2011: Orthopädietechnik im Fokus

Zu einem der bedeutendsten deutschen Spezialisten für individuelle orthopädie- und rehabilitationstechnische Betreuung, der Pohlig GmbH in Traunstein, führte gestern die dritte Veranstaltung des EuRegio Dialogs 2011. Bei den Veranstaltungen zum EuRegio Dialog lädt die EuRegio Salzburg – Traunstein – Berchtesgadener Land gemeinsam mit einem Produktionsunternehmen und ihren Partnern aus der Wirtschaftsförderung sechsmal pro Jahr zu einem Betriebsbesuch ein.


Die zahlreichen Interessierten erfuhren bei dem Betriebsbesuch Wissenswertes über die Entwicklung des Familienunternehmens seit der Gründung 1920 in Traunstein. In den 1980er Jahren gelang es, das Unternehmen europaweit zu einem Spezialanbieter in der Orthopädie- und Rehatechnik zu entwickeln, indem gezielt auf Innovation und Spezialisierung gesetzt wurde. Kurt Pohlig, Aufsichtsratsvorsitzender der Pohlig GmbH, verwies auch auf die gute Familientradition im Unternehmen, in Kürze wird die fünfte Generation in der Firma aktiv werden.


Michael Schäfer, Geschäftsführer der Pohlig GmbH, skizzierte die fertigungstechnischen Kompetenzen des Unternehmens und die Firmenphilosophie in der Standortpolitik und Mitarbeiterführung. Die mit hoch spezialisierten Mitarbeitern effizient organisierte Fertigung erfolgt in der Zentrale in Traunstein. Von dort gehen die Produkte in die mittlerweile acht Standorte des Unternehmens in Deutschland beziehungsweise Wien. Der heurige Umsatz von gut 25 Millionen Euro soll bis 2020 auf 40 Millionen wachsen, gleichzeitig wird sich die Personalstärke von derzeit 365 Mitarbeitern auf etwa 500 entwickeln. Wichtig ist Schäfer die Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung im Unternehmen. Dies drückt sich etwa in der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland aus. Anschließend berichtete Schäfer über die Kooperation mit dem Salzburger Sanitätshaus Tappe und der Gründung der PohligTappe GmbH in Wien und schilderte die Herausforderungen in der Gründungs- und Ansiedelungsphase, bei der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen etwa bei den Listenpreisen für Prothesen und beim Warentransfer zwischen Traunstein und Wien, der grenzüberschreitend nur von Unternehmen zu Unternehmen und nicht vom Unternehmen zum Endkunden erfolgen darf.


Eine weitere Station beim Betriebsrundgang war der Blick in die Silikon-Prothetik. Pohlig bietet nicht nur kosmetische Gestaltungsmöglichkeiten etwa zur Verkleinerung von Prothesen oder zum Ersatz von Gliedmaßen und Körperteilen, sondern misst auch der funktionellen Seite dieses Werkstoffes viel Bedeutung zu. Kreativ gestaltete Aufenthaltsmöglichkeiten, Spiel- und Bewegungsangebote für die Kinder und am Kunden ausgerichtete Abläufe erleichtern den bis zu 70 Patienten pro Tag den oft mehrstündigen Aufenthalt bei Pohlig.


Die nächste Veranstaltung des EuRegio Dialogs 2011 findet am 22. September bei der Firma Sigmatek GmbH & Co KG, einem Systemanbieter für vollständige Automatisierungssysteme, in Lamprechtshausen statt.

 

Salzburger Landeskorrespondenz / Bild: Eu-Regio - Kurt Pohlig (Mitte), Aufsichtsratsvorsitzender der Pohlig GmbH in Traunstein erläuterte den Gästen des EuRegio Dialogs beim Betriebsrundgang die Fertigung von Prothesen von der Modellabnahme bis zur Körperanpassung, hier bei der Modellierung der Gipsformen