„Ich werde Ende September das 64. Lebensjahr vollenden und finde, dass es an der Zeit ist, einem Jüngeren Platz zu machen.“ Mit diesen Worten gab heute Dr. Arno Gasteiger, Vorstandssprecher der Salzburg AG, seinen bevorstehenden Rückzug nach über elf Jahren an der Spitze des Salzburger Energieversorgers bekannt. Der Schritt sei mit den Eigentümervertretern Landeshauptmann Stellvertreter Mag. David Brenner, Bürgermeister Dr. Heinz Schaden und Energie AG-Generaldirektor Dr. Leo Windtner abgesprochen. Der Aufsichtsrat wird in seiner Sitzung am 23. September 2011 mit den Modalitäten zur einvernehmlichen Auflösung des Vertrages mit Dr. Gasteiger befassen sowie die Ausschreibung der Funktion und die weitere Vorgangsweise zur Nachbestellung beschließen. Ziel sei es, bis Jahresende eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu bestellen, erklärte dazu Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner in seiner Funktion als Aufsichtsrats-Vorsitzender der Salzburg AG.
"Die Entscheidung von Dr. Arno Gasteiger, sich als Vorstand der Salzburg AG zurückzuziehen, ist ein persönlicher Schritt, den ich selbstverständlich akzeptiere, wenngleich ich ihn bedauere", so Brenner. "Es ist mir deshalb ein persönliches Anliegen, mich bei Dr. Gasteiger auch öffentlich für die stets angenehme, sehr gute, sehr sachliche und immer konstruktive Zusammenarbeit im Interesse des Unternehmens zu bedanken."
Dr. Gasteiger sei für die Erfolgsgeschichte der Salzburg AG ein essenzieller Faktor. "Die geglückte Zusammenführung von SAFE und Salzburger Stadtwerken und die ausgezeichnete Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen elf Jahren tragen ganz wesentlich auch die Handschrift von Dr. Arno Gasteiger. Die Salzburg AG steht heute wirtschaftlich hervorragend da und ist eine der Schlüsselbeteiligungen des Landes Salzburg." Auch die Bevölkerung könne sich auf die Zuverlässigkeit "ihres" Versorgungsunternehmens verlassen. Nicht umsonst gebe es eine hohe Verbundenheit zwischen dem Unternehmen und den Salzburgerinnen und Salzburgern.
Zur Person Dr. Arno Gasteigers schreibt die Salzburg AG in ihrer Presseaussendung:
Gasteiger wurde am 30. September 1947 in Salzburg geboren. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Nach dem Besuch der Volksschule Zell am See absolvierte er die höhere Internatsschule des Bundes in Saalfelden. 1965 ging er nach Innsbruck, um Rechtswissenschaften zu studieren. Nach dem Abschluss als Dr. jur. verbrachte er 1971 einige Monate in der australischen Hauptstadt Canberra beim „Department of Immigration“.
Nach dem Gerichtsjahr 1972 wechselte er in die Salzburger Handelskammer (heute: Wirtschaftskammer Salzburg). Nach fünf Jahren verließ er die Handelskammer, um Journalist zu werden. Von 1977 bis 1979 war er Redakteur bei den Salzburger Nachrichten; von 1979 bis 1984 als leitender Redakteur im ORF-Landesstudio Salzburg. 1984 folgte er dem Ruf des früheren Landeshauptmanns Wilfried Haslauer sen. und wechselte für insgesamt 16 Jahre in die Landesregierung, der er ab 1989 für elf Jahre auch als Landeshauptmann-Stellvertreter zur Verfügung stand.
Im Laufe dieser 16 Jahre gab es nur wenige Ressorts, für die er nicht tätig war. Gasteiger verantwortete u.a. die Ressorts Finanzen, Wirtschaft, Fremdenverkehr, Verkehr, Wohnbau, Krankenanstalten und Raumordnung. In seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des früheren Landesenergieversorgers SAFE war er mit der Energie- und Infrastrukturwirtschaft verbunden. Mit April 2000 wechselte Gasteiger in die damalige SAFE, um in den letzten Monaten die Fusion hin zur neuen Salzburg AG zu gestalten. Am 15. September 2000 nahm die aus SAFE und Salzburger Stadtwerke AG fusionierte Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation ihren Betrieb auf. Vom ersten Tag an war Arno Gasteiger Vorstandssprecher des heimischen Energie- und Infrastrukturdienstleisters.
Auf der Habenseite kann Gasteiger u.a. die Sanierung des Landesbudgets von 1989 bis 1994 verbuchen. Zudem war er Initiator, Chefverhandler und politisch Verantwortlicher beim Projekt Salzburg S-Bahn. Die Umsetzung dieses Projektes freut ihn ganz besonders. Als weiterer Meilenstein seiner politischen Laufbahn ist das Mitte der 1980er Jahre gestartete Projekt eines neuen Fremdenverkehrsgesetzes – inkl. der Gründung und Entwicklung der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft – zu betrachten. Nicht zuletzt war es die Fusion von SAFE und Salzburger Stadtwerke, die er gemeinsam mit Heinz Schaden und Othmar Raus vorantreiben und erfolgreich umsetzen konnte. Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass keines dieser beiden Vorgängerunternehmen in ihrer damaligen Form heute noch am Markt wäre. Hier konnte Gasteiger die politischen Weichen richtig stellen, um einen regionalen Energieversorger mit Entscheidungskompetenzen in und für Salzburg zu ermöglichen.
Die Salzburg AG hat sich in den 11 Jahren unter der Führung von Arno Gasteiger und seinem Vorstandskollegen August Hirschbichler sehr gut entwickelt. Die Liberalisierung konnte erfolgreich bewältigt werden, die energiewirtschaftliche Bilanz ist positiv, die Abhängigkeit von Stromzukäufen wurde durch den Ausbau der erneuerbaren Energien in Salzburg verringert. Allein neun Wasserkraftwerke wurden in den letzten Jahren neu errichtet bzw. ausgebaut. Die Erträge aus dem Telekommunikationsgeschäft wuchsen von Jahr zu Jahr. Ein offensiver Verkehrsbereich ist heute eine unverzichtbare Lebensader unserer Region. Die Entwicklung der Strompreise für Haushaltskunden konnte so gestaltet werden, dass die Salzburg AG heute unter den allergünstigsten Anbietern ist. Diese Niedrigpreisstrategie der Salzburg AG wurde erst vergangene Woche vom Bundesrechnungshof ausdrücklich gelobt.
Quellen: Salzburger Landeskorrespondenz / www.salzburg-ag.at