Blitze erzeugen die unterschiedlichsten Gefühlsregungen – von Faszination bis Angst. Das Studio iSPACE der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft hilft, mit der Angst rational umzugehen.
Gemeinsam mit dem Betreiber des österreichischen Blitzortungssystems ALDIS – dem Österreichischen Verband für Elektrotechnik – und dem bayerischen Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hat iSPACE in dem von der EU geförderten Interreg-Projekt "Grenzübergreifendes Risiko- und Naturgefahrenmanagement durch regionalisierte Blitzauswertung" Blitze erstmals auf räumliche Zusammenhänge hin erforscht und so genannte "Gefahrenhinweiskarten" entwickelt.
Blitzdaten wurden dafür mit verfügbaren Geo-Daten zur Geländebeschaffenheit, Landbedeckung, Siedlungstätigkeit und Raum- und Infrastrukturplanung überlagert und kartographisch visualisiert. Die Karten ermöglichen erfolgreiches Schadensmanagement, abgestimmte Regionalplanung und erfolgreiche Energiewirtschaft.
"Dieses hervorragende Projekt zum Thema Blitzschutz ist ein weiteres positives Beispiel für Forschungsarbeit, die von den Programmen der Europäischen Union gefördert wird. Die Idee kommt aus der Region und die Umsetzung wird von der Europäischen Union unterstützt. Solche Beispiele sind nötig, um das Verständnis und die Sympathie für Europa bei den Menschen wieder zu stärken. Denn es sind die ganz konkreten Ergebnisse und Initiativen, die zählen", sagte heute, Dienstag, 14. Juni, Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer zu dem Interreg-Projekt.
Beim ersten
Bayerisch-Salzburger Blitzschutztag am Montag, 20. Juni, von 14.00 bis 17.00 Uhr im Lehrbauhof Salzburg, Moosstraße 197 (Eintritt frei), werden die Ergebnisse des Pilotprojektes der Öffentlichkeit präsentiert. Architekten, Planer, Baumeister und Bauleiter werden mit aktuellen Informationen über den Stand der Wissenschaft und die Grundkonzepte des modernen Blitzschutzes versorgt.
Warum soll man sich hinhocken, die Füße geschlossen halten, sich von alleinstehenden Bäumen fernhalten? Gibt es "Blitznester" und zieht Wasser Blitze tatsächlich an? Wie schützt man Gebäude am effizientesten vor Blitzschäden? – Diese Fragen und Antworten darauf stehen beim ersten bayerisch-Salzburger Blitzschutztag im Mittelpunkt. So hat es etwa beim Blitzschutz von Gebäuden in den vergangenen Jahren beachtliche Änderungen gegeben. Lag in der Vergangenheit der Schwerpunkt ausschließlich beim Brand- und Personenschutz, dient die aktuell gültige und europaweit einheitliche Blitzschutzvorschrift ÖVE/ÖNORM EN62305 auch dem Schutz der technischen Infrastruktur in einem Gebäude.
Neue Herausforderungen für den Blitzschutz stellen sich durch Ausbau alternativer Energiequellen wie Solaranlagen oder Windkraftwerke. Windräder mit Masthöhen von 100 Metern und mehr können selber Blitze auslösen und Fotovoltaikanlagen am Dach gemeinsam mit den angeschlossenen Wechselrichtern sind bei direkten oder nahen Blitzschlägen vor Schäden zu schützen.
Angeregt hat den Blitzschutztag das Research Studio iSPACE. Mitveranstalter sind die BAUAkademie Lehrbauhof Salzburg und die Fachgruppe Ingenieurbüros der Wirtschaftskammer Salzburg. Das aus Geldern des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Interreg IV A-Projekt wird vom Österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, vom Österreichischen Versicherungsverband sowie von Stadt und Land Salzburg unterstützt.
Weitere Informationen zum Thema Blitzschutztag unter
www.reblaus-interreg.eu bzw. bei Dr. Thomas Prinz oder Wolfgang Spitzer (iSPACE), Tel.: +43 (0)662 908585-213.
Salzburger Landeskorrespondenz / Graphik von www.reblaus-interreg.eu