Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) zum "Vogel des Jahres 2011" gekürt. Der früher weit verbreitete und recht häufige Singvogel mit dem ziegelroten Schwanz, dem er auch seinen Namen zu verdanken hat, ist heute in vielen Regionen selten geworden. Österreichweit gehört der Gartenrotschwanz zu den potenziell gefährdeten Vogelarten. Die Vögel sind gefährdet durch Struktur- und Biotopverluste, durch Anpflanzen nicht standortgerechter Pflanzenarten in Parks und Gärten und der "Aufräumwut" in vielen Grünbereichen. In Salzburg sind die Gartenrotschwänze durch die Landesverordnung landesweit vollkommen geschützt.
Gartenrotschwanz-Männchen mit Beute
"Dieser farbenprächtige Vogel ist gefährdet und bei uns vollkommen geschützt. Bei Naturschutzprojekten haben wir in den vergangenen Jahren versucht, Streuobstwiesen und geeignete Lebensräume für viele Arten wiederherzustellen. Gerade der Gartenrotschwanz braucht Nistplätze in alten Obstbäumen, und traditionelle Streuobstwiesen bilden deshalb eine gute Lebensgrundlage", sagte Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl heute, Dienstag, 25. Jänner.
Gefahren lauern auch im Winterquartier
Als Insektenfresser lebt der Gartenrotschwanz nur im Sommerhalbjahr bei uns. Den Winter verbringt er in den afrikanischen Savannen südlich der Sahara. Auch dort und entlang seiner Zugwege ist er etlichen Gefahren ausgesetzt. Großflächige Monokulturen verdrängen mehr und mehr die natürliche Baumsavanne, und nicht wenige der Vögel werden Opfer der in manchen Ländern noch üblichen Singvogeljagd. Langfristig könnten allerdings die Folgen des Klimawan-dels schwerwiegender sein. Dürreperioden im Mittelmeerraum und in der Sahelzone nehmen zu, die von den Vögeln zu überwindenden Wüsten dehnen sich von Jahr zu Jahr weiter aus.
Gartenrotschwanz und Hausrotschwanz leicht zu verwechseln
Der Gartenrotschwanz ist die Zwillingsart des Hausrotschwanzes und leicht mit diesem zu verwechseln. Er gehört zur Familie der Drosseln und ist etwas kleiner als ein Sperling. Auffallend sind die relativ langen Beine, die aufrechte Haltung beim Sitzen, die rot gefärbte Bauchseite und der rote Schwanz. Das Gesicht und die Kehle des Männchens sind bis zur gedachten Linie Auge-Schnabel schwarz gefärbt. Der übrige Kopf ist blaugrau, die Stirn auffallend weiß. Die Färbung der Männchen ist im Sommer lebhafter. Die Weibchen sind graubraun, ihre Unterseite ist heller.