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Neue Anti-Rauch-Initiative der Salzburger Landespolitik

 "Mit neuen kostengünstigen Raucherentwöhnungskursen wollen wir noch mehr Salzburgerinnen und Salzburger dazu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören und sie bei ihrem Weg in ein tabakfreies Leben unterstützen", betonte Sozial- und Gesundheitsreferentin Mag. Cornelia Schmidjell heute, Dienstag, 19. Juli, bei einem Pressegespräch anlässlich der Präsentation des neuen Angebotes zur Raucherentwöhnung.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Vorsorgemedizin AVOS und den Sozialversicherungsträgern wie der Salzburger Gebietskrankenkasse wird unter dem Motto "Salzburg rauchfrei – mehr Luft – mehr Leben" Aufhörwilligen die Chance geboten, in betreuten Gruppen zu Nichtraucherinnen und Nichtrauchern zu werden.


Das Angebot der "Salzburg rauchfrei"-Kurse steht allen Salzburgerinnen und Salzburgern im gesamten Bundesland offen. Durch finanzielle Zuschüsse der Sozialversicherungsträger und der Gesundheitsabteilung des Landes werden ab nun die Kurse deutlich günstiger angeboten.

 

Jugendliche bis zu einem Alter von 25 Jahren, Schwangere und Frauen mit Kindern bis zu drei Jahren sowie Arbeitslose zahlen ab jetzt statt bisher 150 Euro nur mehr 30 Euro, für alle übrigen Teilnehmer/innen leisten die Versicherungsanstalten (SGKK, BVA, SVA und SVB) einen Zuschuss von 75 Euro pro Raucherentwöhnungskurs, der in sechs Modulen zu je eineinhalb Stunden abgehalten wird. "Wer mit dem Rauchen aufhören will, soll bestmöglich unterstützt werden", betonte Gesundheitsreferentin Mag. Cornelia Schmidjell. Denn es gehe in erster Linie um die eigene Gesundheit, aber auch um jene der Mitbürger und vor allem der Kinder.

 

Und es gehe auch darum, den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch das Rauchen verursacht wird, zu mindern, so Salzburgs Gesundheitsreferentin. Allein in Österreich betrage dieser Schaden jährlich 659 Millionen Euro, so Schmidjell, die sich dabei auf eine Studie des IHS (Institut für Höhere Studien) beruft.

 

Ein Drittel der Salzburgerinnen und Salzburger raucht

Ein Drittel der Salzburger Bevölkerung greift täglich zur Zigarette, aber nicht nur das Aktivrauchen, sondern auch das Passivrauchen ist nachweislich gesundheitsschädlich. Rauchen ist laut Weltgesundheitsorganisation das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Der Konsum von Tabakwaren ist auch im Bundesland Salzburg Ursache für eine Vielzahl an Erkrankungen wie Atemwegs-, Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen.

"Maßnahmen zur Raucherentwöhnung, zum Nichtraucherschutz und Präventionsmaßnahmen für ein rauchfreies Leben vor allem bei den Jüngsten unserer Gesellschaft müssen daher ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitspolitik sein", betonte Gesundheitsreferentin Mag. Cornelia Schmidjell.

 

Zahl der jugendlichen Raucherinnen steigt weiter an

Rund 14.000 Menschen sterben jährlich in Österreich an den direkten und indirekten Folgen des Tabakkonsums. Damit ist Rauchen die größte Ursache für frühzeitige Sterblichkeit. Bei Rauchern verringert sich die Lebenserwartung um 15 bis 23 Jahre. Zudem entwickelt jeder zweite bis dritte Raucher in Österreich eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), das heißt eine wesentliche Einschränkung der Lungenfunktion.

Die Zahl der jugendlichen Raucher – vor allem der Anteil der Raucherinnen – nimmt weiterhin zu und das Einstiegsalter liegt deutlich unterhalb der gesetzlichen Altersgrenze (vollendetes 16. Lebensjahr).

So greifen rund 20 Prozent der Buben und 26 Prozent der Mädchen unter 15 Jahren bereits zur Zigarette. "Wer in jungen Jahren mit dem Rauchen beginnt, fügt sich schwere, oft irreparable körperliche Schäden zu und läuft Gefahr, ein Leben lang zu rauchen. Kinder und Jugendliche sind deshalb die wichtigste Zielgruppe der Prävention", so Gesundheitsreferentin Schmidjell.


Bei den Jüngsten ansetzen

"Rauchprävention im Kindes- und Jugendalter sowie in der Schwangerschaft sind vordringliche Ziele", betonte Gesundheitsreferentin Schmidjell. "In Salzburg steht ein breiter Mix an Strategien und Programmen zur Prävention und Raucherentwöhnung für Kinder und Jugendliche zur Verfügung, wie etwa das Schulprogramm PLUS, das in Salzburg über Akzente Suchtprävention an den Hauptschulen und Neuen Mittelschulen umgesetzt wird, oder das Programm "PräventionsFrühstück – Rauchzeichen an der Salzach", welches ebenfalls von Akzente in Kooperation mit der SGKK und den Salzburger Landeskliniken durchgeführt wird. Hier finden vor allem Schulungen von Pädagoginnen und Pädagogen (Multiplikatorenschulungen) zum Thema Nichtrauchen statt.

Weiters läuft seit zwei Jahren ein sehr umfangreiches und erfolgreiches Projekt mit Schülermultiplikatoren, so genannten "Peer-Groups" am Musischen Gymnasium und am Bundesoberstufenrealgymnasium Nonntal.

 

Ein weiteres Nichtraucher-Projekt "Der Weg zur rauchfreien Schule" findet am Bundesgymnasium Hallein statt.

Über die Kontaktstelle in Suchtfragen (KIS) werden Vertrauenslehrer speziell zum Thema Sucht und Nikotinsucht geschult und sind für die Schüler wichtige Ansprechpartner vor Ort. Mit dem Projekt Gesunde Schule, das auf Initiative von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller und der früheren Landesrätin Erika Scharer gestartet wurde und gemeinsam mit dem Partner AVOS durchgeführt wird, findet mehrdimensionale und ganzheitliche Gesundheitsförderung in Salzburgs Volksschulen statt.

 

Um der Sucht des Rauchens entgegenzuwirken – oder es gar nicht erst soweit kommen zu lassen –, muss bereits bei den Jüngsten unserer Gesellschaft angesetzt werden. "Das Augenmerk gilt es gerade auf Kinder und Jugendliche zu lenken, denn je früher Kinder und Jugendliche mit dem Tabakkonsum beginnen, umso schwerer fällt es ihnen später, sich das Rauchen wieder abzugewöhnen", so Gesundheitsreferentin Schmidjell. Deshalb muss es unser Ziel sein, Tabakprävention für Kinder und Jugendliche weiter auszubauen und sie wendet sich dabei auch an die Eltern: "Nichtrauchende Eltern schützen ihre Kinder vor gesundheitsschädlichen Folgen des Passivrauchens und sind Vorbild – daher wirken sich unserer Rauchfreikurse auch positiv auf die Kinder aus", so Gesundheitsreferentin Schmidjell.

 

Um den Raucheinstieg zu verhindern und die Aufgabe des Tabakkonsums zu fördern, braucht es umfassende sektorenübergreifende Maßnahmen auf allen politischen Ebenen. "Bewusstseinsbildung und Nichtraucherkampagnen müssen von gesetzlichen Beschränkungen und Steuerungselementen flankiert werden", so Schmidjell. Strategien und Maßnahmen zur Rauchprävention will Schmidjell an ihrem Leitgedanken "Von den Gesunden lernen" ausrichten: "Wenn wir das Selbstbewusstsein, die Stressresistenz, das Wissen um ihre Handlungsmöglichkeiten und die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen stärken, schaffen wir zentrale Voraussetzungen, dass sie der Versuchung und den Gefahren des Rauchens widerstehen", so Schmidjell abschließend.

 

Raucherberatung der SGKK

Das Gesundheits-Informations-Zentrum der SGKK bietet laufend individuelle Raucherberatungen an. Dieses Angebot umfasst eine Raucherdiagnostik und eine Smokerlyzer-Messung zur Feststellung des Kohlenmonoxid-Wertes in der Ausatemluft. Zusätzlich werden Strategien zur Raucherentwöhnung vorgestellt. Es besteht auch die Möglichkeit, Nikotinersatzprodukte kostenlos zu testen.

Zusätzlich beteiligt sich die SGKK am österreichweiten Rauchertelefon, das täglich für Anrufende zur Verfügung steht. Hier können alle Interessierten Informationen zum Thema Nichtrauchen bekommen und werden bei der konkreten Planung ihres Rauchstopps unterstützt (Telefon: 0810/810013 oder www.rauchertelefon.at im Internet).

 

PM der Salzburger Landeskorrespondenz