"Salzburgs Abwasserreinigung liegt europa- und österreichweit im Spitzenfeld. Wir verdanken den Kläranlagen mit ihren Kanalsystemen reine Gewässer und sauberes Wasser. Moderne kommunale Kläranlagen sind Hightech-Betriebe mit hochqualifiziertem Personal. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dafür, dass unsere Bäche und Flüsse glasklar sind und wir in unseren Seen unbeschwert baden können. Wie die Abwasserreinigung funktioniert, davon kann man sich am kommenden Samstag in allen Bezirken ein Bild machen, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Salzburgs Kläranlagen Einblicke in ihre Arbeit ermöglichen", erklärte Wasser-Referent Landesrat Sepp Eisl heute, Dienstag, 13. September, bei einem Informationsgespräch in Salzburg.
"Jeden Menschen betrifft es täglich, und in den Augen der meisten ist es eigentlich etwas ganz Banales: Abwasserbeseitigung. Doch es steckt ein großer technischer und personeller Aufwand hinter den Leistungen der Abwasserentsorgung, der Instandhaltung der Kanäle, der Aufbereitung in Kläranlagen, der Analytik in den Labors etc., damit die Kehrseite unserer Zivilisation nicht die Umwelt und die kommenden Generationen belastet. Diese Arbeit passiert meist unbemerkt, zum Großteil ja auch im wahrsten Sinne des Wortes ‘unter der Erde‘. Gerade deshalb wollen die Mitglieder des Dachverbandes der Salzburger Abwasserbeseitigungsbetriebe die Gelegenheit ergreifen, sich bei einem Tag der offenen Tür von allen interessierten Bürgern bei ihrer Arbeit, die sie Tag für Tag leisten, einmal über die Schultern schauen zu lassen. Nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie uns", sprach der Obmann des Dachverbands Salzburger Wasser, Saalfeldens Bürgermeister Günter Schied, eine Einladung an alle Salzburgerinnen und Salzburger aus.
Elf dieser kommunalen Betriebe, die Reinhalteverbände
- Großraum Salzburg (Stadt Salzburg und Bergheim),
- Pladenbach (St. Georgen),
- Tennengau Nord (Anif),
- Tennengau Süd (Kuchl),
- Pinzgauer Saalachtal (Saalfelden),
- Oberpinzgau West (Bramberg),
- Salzburg-Pongau (Pfarrwerfen),
- Fritztal (Hüttau),
- Salzburger Ennstal (Radstadt),
- Gasteinertal (Dorfgastein) und
- Zentralraum Lungau (Tamsweg)
haben sich zusammengetan, um bei einem gemeinsamen Tag der offenen Tür die Schwerpunkte ihrer Arbeit allen Interessierten zu zeigen und sich bei der Arbeit zur Reinigung des Abwassers über die Schulter schauen zu lassen – Abwasser, das jeder und jede tagtäglich über die Klospülung, bei der Körperhygiene bis zur gewerblichen Nutzung in Betrieben produziert.
Die Abwasserentsorgung gehört mit einem Anschlussgrad von 95 Prozent aller Haushalte Salzburgs zu den erfolgreichsten infrastrukturellen Maßnahmen im Dienst der Umwelt. Die Wassergüte im Bundesland Salzburg ist hervorragend, der Reinigungsgrad des Abwassers erreicht Spitzenwerte. Von der kleineren Anlage wie jener des Reinhalteverbands Fritztal in Hüttau mit einer Kapazität von 14.000 Einwohnerwerten bis zum größten Betrieb des Bundeslandes, dem Reinhalteverband Großraum Salzburg in Siggerwiesen ist in jedem Bezirk mindestens eine Kläranlage mit dabei.
Salzburg verfügt über 34 große kommunale Kläranlagen, die auf eine Kapazität von 1,5 Millionen Einwohnern ausgelegt sind. Abgedeckt wird dadurch auch die Nutzung für Gewerbe, Industrie und vor allem für den Tourismus. Die mittlere Belastung liegt bei 1,1 Millionen Einwohnern. Knapp 200.000 Kubikmeter Abwässer werden durchschnittlich pro Tag gereinigt, das sind rund 70 bis 75 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Dichtes Kontrollnetz sichert hohe Qualität
Einmal im Jahr erfolgt durch das Referat Gewässerschutz eine umfassende Fremdüberwachung zusätzlich zu weiteren fünf- bzw. elfmaligen Fremdüberwachungen je nach Anlagengröße pro Jahr. Daneben kontrollieren die Anlagenmitarbeiter die Werte mehrmals pro Woche im Anlagenlabor. Alle fünf Jahre finden Untersuchungen bei den Vorflutern statt, in die die gereinigten Abwässer geleitet werden, um Auswirkungen auf den Gewässerzustand zu messen. Für alle Kläranlagen konnte bei den jüngsten Untersuchungen nachgewiesen werden, dass sie keine Verschlechterungen der Gewässergüte und des Gewässerzustandes hervorrufen. Ebenfalls rund alle fünf Jahre werden der technische und bauliche Zustand der Anlagen umfassend in Zusammenarbeit mit einem Ziviltechniker überprüft. Für die Klärfacharbeiter gibt es laufend Fortbildungsveranstaltungen.
Österreich-Premiere
Erstmals in Österreich öffnen Kläranlagen in einem Bundesland ihre Pforten, um das gemeinsame Leistungsspektrum der Salzburger Abwasserreinigung, aber auch die jeweils regionalen Besonderheiten zu zeigen. Besucher/innen haben die Möglichkeit, dem Weg des Abwassers zu folgen, zu sehen wie Abwasser-Analytik in den Labors funktioniert, wie Klärschlamm entsteht oder wie aus belastetem Abwasser durch natürliche Prozesse Energie erzeugt wird – das Spektrum der Tätigkeiten ist breit, der Einsatz an Technik und Personal hoch.
Gefördert wird dieser in Österreich landesweit veranstaltete Tag der offenen Tür vom Land Salzburg und dem Lebensministerium. Nähere Informationen gibt es bei den Umweltschutzanlagen Siggerwiesen, Tel. 0662/46949-213 und unter www.umweltschutzanlagen.at und im Multimedia-Angebot des Landes Salzburg mit dem Video "Einblick in Salzburgs Abwasserreinigung".
Salzburger Landeskorrespondenz / Bild: LPB - Neumayr: v.l.n.r.: Günter Matousch, GF Reinhalteverband Großraum Salzburg.
LR Sepp Eisl, Richard Kaiser, GF Saalachtal und künftiger GF DSW