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Schutz vor Hitze kann lebenswichtig sein!

Jeder Mensch leidet unter der großen Hitze im Sommer. Besonders in Städten kommt es zum Wärmeinsel-Effekt: Die Stadt wärmt sich durch die Bebauung und dunkle Verkehrsflächen stark auf. "Hohe Temperaturen können die Gesundheit besonders von betagten, pflegebedürftigen und chronisch kranken Menschen sowie von Kleinkindern belasten", betonten der für Umweltmedizin ressortzuständige Landesrat Walter Blachfellner und Gesundheitsreferentin Landesrätin Mag. Cornelia Schmidjell gestern, Dienstag, 23. August. "Uns ist es daher wichtig, die Salzburgerinnen und Salzburger über gesundheitsfördernde Maßnahmen an besonders heißen Tagen zu informieren."

Die Tipps finden sich unter www.salzburg.gv.at/abt9aktuelles auf der Landes-Website. Seit gestern, Montag, ist laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Österreich mit hoher Hitzebelastung zu rechnen. Details und Karten dazu sind unter www.zamg.ac.at/wetter/ausflug/hitzeindex zu finden.

In Salzburg sind dabei von morgen, Mittwoch, bis Freitag der Flachgau, die Stadt Salzburg und die Tallagen des Tennengaus betroffen. "Hier fällt die gefühlte Temperatur in die Stufe hohe Belastung", so Dr. Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes. Die gefühlte Temperatur entspricht dem Index aus Lufttemperatur, Strahlungsbedingungen, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit im Freien.

"Unangenehme Folgen einer Überhitzung lassen sich durch rechtzeitige Vorsorge und richtiges Verhalten verhindern", erklärte Landessanitätsdirektor Hofrat Dr. Christoph König, der folgende Liste mit Gesundheitstipps zusammengestellt hat.


Gesundheits-Tipps bei Hitze

Die Hitze meiden: Wenn möglich, meiden Sie die heiße Mittagssonne. Bleiben Sie im Schatten oder in kühlen Räumen. Verlegen Sie anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Tageszeiten.

Helle, weite Bekleidung: Tragen Sie helle, luftig-weit geschnittene Kleidung aus Naturstoffen (beispielsweise Baumwolle) und halten Sie den Kopf kühl. Schützen Sie Kopf -und Nackenbereich mit einer Kopfbedeckung vor direkter Sonneneinstrahlung (Kappe, breitkrempiger Sonnenhut, Schirm).

Schwitzen: Schwitzen ist prinzipiell gesund, es ist das Kühlungssystem des Menschen. Durch Verdunsten des Schweißes auf der Haut wird die Körpertemperatur konstant gehalten. Durch das Schwitzen verliert der Körper aber auch Flüssigkeit und Mineralstoffe. Diese müssen durch richtiges Trinken und eine geeignete Kost ersetzt werden.

Trinken Sie regelmäßig: Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter täglich, bei körperlicher Anstrengung auch mehr, um den Wasser- und Mineralstoffverlust durch Schwitzen auszugleichen. Trinken Sie regelmäßig, auch wenn Sie keinen Durst haben. Als Durstlöscher sind stilles oder kohlensäurearmes Mineralwasser, aber auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte gut geeignet. Trinken Sie nichts Eiskaltes und meiden Sie stark gezuckerte Getränke, Alkohol und koffeinhaltige Getränke, weil sie dem Körper Wasser entziehen.

Leichte Kost: Verzichten Sie bei Hitze auf fette oder süße Speisen. Leichte Kost mit möglichst hohem Wassergehalt in mehreren kleineren Portionen belastet den Kreislauf weniger: Obst, Gemüse, Salate, Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch.

Kühlendes Wasser: Kühlen Sie sich durch kalte Wickel, eine kühle Dusche, Eintauchen der Unterarme in kaltes Wasser oder ein Fußbad ab.

Auto: Parken Sie das Auto möglichst im Schatten. Verwenden Sie Sonnenrollos oder Sonnenschutzblenden. Der Aufenthalt in einem parkenden Auto bei Hitze muss unbedingt unterbleiben. Das Auto wird bei verschlossenen Fenstern und Türen binnen weniger Minuten zum gefährlichen Backofen. Dies ist besonders bei Säuglingen und Kleinkindern zu beachten, aber auch Tiere sind bei extremer Hitze nicht in einem geschlossenen Auto zurückzulassen. Stellen Sie beim Fahren das Gebläse auf Durchlüftung oder verwenden Sie die Klima-Anlage. Kühlen Sie aber nicht zu stark herab, denn sonst wird beim Aussteigen der Kreislauf belastet. Legen Sie bei längeren Autofahrten mehrere Pausen ein und trinken Sie ausreichend.

Lüften: Lüften Sie die Wohnräume bevorzugt zu den kühleren Tageszeiten (Nacht, frühe Morgenstunden), schließen Sie danach die Fenster und verdunkeln Sie den Raum mit einem Sonnenschutz (Vorhang, Rollo). So bleiben die Räume eine Weile angenehm kühl. Wenn keine Klimaanlage vorhanden ist, verrichtet auch ein Ventilator gute Dienste.

Räume mit Gaskombithermen oder Gasdurchlauferhitzer: Diese Räume müssen ständig großzügig belüftet werden (zum Beispiel durch offene Fenster), weil es bei hohen Außentemperaturen zu Abzugsstörungen der Abgase kommen kann. Der damit verbundene Austritt des farb- und geruchlosen Gases Kohlenmonoxid kann zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Sorgen Sie während des Betriebs für eine ständig ausreichende Belüftung und lassen Sie die Geräte regelmäßig durch Fachkräfte warten.

Für Angehörige von alleinlebenden älteren Personen beziehungsweise Risikogruppen gibt es folgende Empfehlungen:

  • ·                tägliche Telefonate oder Besuche für den Bedarfsfall organisieren;
  • ·                Betreuungsmöglichkeiten durch Hilfsdienste abklären;
  • ·                Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sicherstellen;
  • ·                Telefonlisten mit Ansprechpersonen zum Telefon legen;
  • ·                Medikamentenlisten (in Absprache mit dem behandelnden Arzt) zur Dokumentation für Einsatzkräfte für den Notfall bereitlegen;

Für Pflegeheime, Spitäler und Mobile Dienste gibt es folgende Empfehlungen:

  • ·                Risikopatienten identifizieren;
  • ·                räumliche Gegebenheiten analysieren, Maßnahmen zur Abhilfe festlegen (Lüftungsmöglichkeiten, Klimaanlagen);
  • ·                mögliche Kapazitätsengpässe, zum Beispiel Pflegepersonalbedarf, identifizieren;
  • ·                frühzeitig einen internen Überwachungsplan erstellen und aktivieren;
  • ·                Sicherstellen des Informationsflusses, Vorwarnservice etc.;

Warnzeichen rechtzeitig erkennen!

Erste Warnzeichen bei Hitzestress sind starkes Schwitzen, Leistungsverlust, Schwindel, Herzklopfen, erschwertes Atmen, pulsierender Kopfschmerz, Verwirrtheit, trockene Haut, Muskelkrämpfe, Erbrechen, Durchfall.

Bei Sonnenstich und Hitzestau sollte man sich hinlegen, den Körper kühlen und Flüssigkeit trinken. Sonnenstich als Folge von zu langer direkter Sonneneinstrahlung bewirkt heftige Kopfschmerzen bis hin zum Bewusstseinsverlust.

Bei Hitzeschlag und Hitzeschock sollte man den Arzt verständigen, sich hinlegen, den Körper kühlen und Flüssigkeit trinken. Der Hitzeschock ist lebensbedrohlich bei Körpertemperaturen über 40 Grad Celsius und verursacht Störungen des Zentralnervensystems und Delirium bis hin zum Koma.

 

Salzburger Landeskorrespondenz