Weil ein 70-jähriger Autofahrer trotz roter Warnlichter einen unbeschrankten Bahnübergang queren wollte, kam es heute Vormittag in Bürmoos zu einem dramatischen Unfall. Der PKW-Lenker wurde mit schweren Verletzungen ins LKH Salzburg geflogen.
„Er hat nur Richtung Bürmoos geschaut,“ berichtete der Zugführer der Salzburger Lokalbahn, der keine Chance hatte, seine Garnitur rechtzeitig zum Stehen zu bringen. „Als ich gesehen habe, dass der wirklich rüberfährt, habe ich sofort die Motorbremsung eingeleitet.“ Trotzdem war der schreckliche Unfall nicht mehr zu vermeiden.
Der PKW wurde vom vorderen Puffer der Lokalbahn regelrecht von den Schienen geschossen. Mit tief eingedrückter Fahrertür flog und rutschte er an den Signalanlagen vorbei bis weit in die Abbiegespur der Gegenfahrbahn. Die Lokalbahn selbst kam schon etwa zwanzig Meter danach zum Stillstand; angesichts der Geschwindigkeit von ca 80 km/h auf dieser langen Geraden ein deutliches Zeichen für die gewaltige Wucht des Aufpralls.
Unfallhergang
Am frühen Vormittag ist der Rentner aus dem Bezirk Braunau offenbar unterwegs zu einer Baustelle nahe der Salzburger Lokalbahn in Bürmoos. Von Lamprechtshausen kommend biegt er mit seinem PKW mit Salzburger Kennzeichen von der Wahastraße links Richtung Stieglgasse/Benedikthüttenstraße ein. Zeugen zufolge steht die Warnanlage des dort zu querenden unbeschrankten Bahnüberganges auf Rot.
Tatsächlich nähert sich zu diesem Zeitpunkt eine Garnitur der Salzburger Lokalbahn von Lamprechtshausen, aus Sicht des PKW-Lenkers also zunächst von hinten kommend. Offenbar übersieht der Mann die roten Lichter der Warnanlage und sieht auch nicht nach hinten bzw dann nach links, als er sich anschickt, die Gleise zu queren. Der PKW wird vom Puffer der Zuges erfasst und mit großer Wucht wieder von den Schienen gestoßen.
Schwere Verletzungen
Der Unglückslenker war durch die tief eingedrückte Fahrertür auf seinem Sitz eingeklemmt. Die Bergung durch die Freiwillige Feuerwehr gestaltete sich schwierig. „Die Airbags waren nicht aufgegangen, deswegen war das Ganze etwas kritisch,“ schilderte der Einsatzleiter die besondere Situation. Nach längerer Erstversorgung im Rettungswagen vor Ort, brachte das Team des „Christophorus 6“ von der ÖAMTC-Flugrettung den Schwerverletzten schließlich ins Landeskrankenhaus Salzburg.
Trauriger Nachtrag: Wie die Polizei am 20 Juni bekannt gab, ist der 70-jährige Unfalllenker zwei Tage nach dem Unfall in Folge der schweren Verletzungen verstorben.
Schnelle Hilfe
Die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden Bürmoos, St. Georgen und Lamprechtshausen, die Rot-Kreuz Rettungsmannschaft aus Lamprechtshausen und die Polizisten der PIen Lamprechtshausen und Oberndorf konnten beeindruckend schnell und wirkungsvoll helfen und die Landesstraße nach einer knapp halbstündigen Sperre wieder für den Verkehr freigeben.
Die ca 20 Fahrgäste des Lokalbahnzuges blieben gottlob unverletzt. Auch der Fahrbetrieb konnte nach etwa einer Stunde wieder normal aufgenommen werden. Lediglich der Unglücks-Lokführer wird den Schock dieses Vormittags wohl erst noch verarbeiten müssen.
Text und Bilder v Thomas Haas