Die renaturierte Flächen im sogenanntenn Rodinger Moor in Bürmoos sind Lebensraum für 100 verschiedene Vögel, zahlreiche Amphibien und 26 gefährdete Pflanzenarten.
Seit 1985 leisten engagierte Bürger und Bürgerinnen aus dem nördlichen Flachgau etwa 3.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Jahr, um den letzten Rest des einst 420 Hektar großen Hochmoores von Bürmoos zu erhalten. In Summe sind 43.240 Stunden dokumentiert. Dafür wurde die Gemeinde Bürmoos von der Kampagne "vielfaltleben" des Umweltministeriums im Vorjahr mit dem Titel "vielfaltleben-Champion", der mit 5.000 Euro dotiert war, ausgezeichnet. Dies ist einem Bericht der aktuellen Ausgabe der Naturschutz-Informationsschrift "NaturLandSalzburg" zu entnehmen.
"Gerade jetzt entdecken wieder viele Salzburgerinnen und Salzburger mit ihren Familien und Freunden unsere einmaligen Naturschutzgebiete. Ermöglicht wird dieser Zugang durch die Arbeit vieler ehrenamtlich engagierter Menschen. Ohne deren Einsatz könnten viele Besucherwege und Lehrpfade nicht offen gehalten werden. Vor allem auf dem Natur- und Kulturlehrpfad in Bürmoos erfährt man viel Wissenswertes über Natur, Kultur und über den Torfabbau. Immer wieder nutzen auch Schulklassen das Angebot des Torferneuerungsvereins und tauchen in diese einmalige Landschaft ein", sagte dazu Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl.
Der Ort Bürmoos wurde 1860 als Industrieansiedlung zur Gewinnung von Torfprodukten, Tafelglas und Ziegeln mitten im Moor gegründet. Von Torfstechern wurden jährlich bis zu 100.000 Kubikmeter Torf abgebaut. Später wurden weite Teile des "Bürmooses" durch das angewandte Frästorfverfahren restlos zerstört. Obwohl der Torfabbau erst im Jahr 2000 zur Gänze eingestellt wurde, haben sich bereits 1985 zunächst 40 Aktivisten zusammengefunden, um die trostlosen Abbauflächen zu rekultivieren. Die Gemeinde hat den "Torferneuerungsverein Bürmoos" gegründet, dem heute mehr als 500 Mitglieder, vom Schüler bis zum Pensionisten, angehören.
Die Männer und Frauen der ersten Stunde kämpften gegen Bodenerosion, Staubverfrachtung sowie Tier- und Pflanzensterben und führten die abgetorften Flächen wieder in einen naturnahen Zustand zurück. Die Gemeinde Bürmoos gab ein Renaturierungskonzept in Auftrag und forcierte die Wiedervernässung des Gebietes. Die Natur hat diesen "Lebensraum aus zweiter Hand" dankend angenommen. Die renaturierten Flächen zeigen eine beachtliche Artenvielfalt. 100 verschiedene Vogelarten, bedeutsame Lebensräume für verschiedene Amphibien und 26 gefährdete Pflanzenarten konnten nachgewiesen werden, heißt es in dem Bericht im "NaturLandSalzburg".
Um die Bevölkerung regelmäßig über die Fortschritte im Bürmooser Moor zu informieren wird der "Torfkurier" herausgegeben, und Besuchern der Gegend wird auf Schautafeln und Lehrpfaden die Bedeutung des wieder gewonnenen Moores verdeutlicht.
Salzburger Landeskorrespondenz