VCÖ (Wien, 29. Jänner 2009) - Traurige Unfallbilanz für Salzburg: Bereits zehn Menschen sind heuer bei Verkehrsunfällen in Salzburg ums Leben gekommen, um sieben mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres! Der VCÖ weist darauf hin, dass auch Österreichweit die Zahl der tödlichen Unfälle gestiegen ist. Der VCÖ fordert eine Erweiterung des Vormerksystems, mehr Kontrollen und mehr Nachtbusse.
Die VCÖ-Unfallbilanz für Jänner ist für Salzburg alarmierend: Bereits zehn Menschen sind heuer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, um sieben mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres! Nur in Niederösterreich gab es mehr tödlich Verunglückte als in Salzburg.
Der VCÖ weist darauf hin, dass auch österreichweit die Zahl der Verkehrstoten stark gestiegen ist, nämlich von 39 auf 50. "Laut österreichischem Verkehrssicherheitsziel soll heuer die Zahl der Verkehrstoten um mindestens 21 Prozent zurückgehen. Tatsächlich gab es im Jänner aber eine Zunahme um 22 Prozent. Es sind rasch zusätzliche Maßnahmen nötig", so VCÖ-Experte DI Martin Blum.
Nach wie vor ist zu hohe Geschwindigkeit die Hauptunfallursache. Jeder dritte tödliche Unfall passierte, weil der Unfalllenker zu schnell gefahren ist. Neben Bewusstseinskampagnen und verstärkten Kontrollen ist es vor allem wichtig, Tempodelikte in das bestehende Vormerksystem aufzunehmen. "Das Vormerksystem wurde unter Verkehrsminister Gorbach eingeführt. Damals wurde der Fehler begangen, dass zu hohes Tempo nicht in den Deliktkatalog aufgenommen wurde. Dieser Fehler ist im Interesse der Verkehrssicherheit jetzt zu korrigieren", betont VCÖ-Experte Blum. Zudem soll auch Telefonieren am Steuer in das Vormerksystem aufgenommen werden.
Um die Sicherheit der Fußgängerinnen und Fußgänger zu erhöhen, fordert der VCÖ mehr Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Ortsgebiet und mehr Gehwege entlang von Freilandstraßen. Wichtig sind zudem mehr Nachtbusse, die mit der geplanten Erhöhung der Strafen für Alkolenker mitfinanziert werden könnten. "Die Aggressivität im Straßenverkehr ist sehr hoch. Die Zahl der Unfälle kann nur verringert werden, wenn mehr Rücksicht genommen wird, wenn es ein stärkeres Miteinander statt Gegeneinander gibt", betont VCÖ-Experte Blum.
VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in Österreich heuer stark gestiegen
(jeweils 1. Jänner bis 29. Jänner, Österreich)
Jänner 2009: 50 Verkehrstote
Jänner 2008: 41 Verkehrstote
Jänner 2007: 35 Verkehrstote
Quelle: BMI, VCÖ 2009
VCÖ: Salzburg hat nach Niederösterreich die meisten Verkehrstoten!
Niederösterreich: 14 (plus 5)
Salzburg: 10 (plus 7)
Oberösterreich: 8 (gleich geblieben)
Steiermark: 6 (minus 1)
Wien: 5 (plus 4)
Vorarlberg: 3 (plus 2)
Tirol: 2 (minus 1)
Kärnten: 1 (minus 2)
Burgenland: 1 (minus 5
)
Quelle: BMI, VCÖ 2009