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Was tun gegen den Rückgang bei Hausärzten?

Unter dem Vorsitz von LAbg. Mag. Hilde Eisl (SPÖ) nahm der Sozial- und Gesundheitsausschuss einen ÖVP-Antrag für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich im Bundesland Salzburg, der um einem Antrag der SPÖ ergänzt und mehrfach modifiziert wurde, einstimmig an. In dem Antrag wird die Landesregierung ersucht, an die Bundesregierung mit dem Ersuchen heranzutreten, ein Maßnahmenpaket zur Attraktivierung des Berufsbildes "Allgemeinmediziner" zu verhandeln und zu prüfen, welche Sofortmaßnahmen in Zusammenhang mit Lehrpraxen und der Errichtung oder Besetzung von Arztpraxen auf Ebene der Salzburger Landesregierung gesetzt werden können sowie dem Landtag bis 31. Dezember 2011 über die geplanten Maßnahmen zu berichten.

ÖVP-Klubobfrau Mag. Gerlinde Rogatsch sagte, der enorme Zeitaufwand, der weit über 60 bis 70 Wochenstunden hinausgeht, halte Ärzte vom Beruf des Allgemeinmediziners ab, weshalb diese Rolle aufgewertet werden solle. LAbg. Dr. Josef Schlömicher-Thier (SPÖ) kritisierte, dass angesichts des Ausdünnens der sozialen Netze in der Gesellschaft die Hausärzte als Ansprechpartner übrig bleiben. Sozialreferentin Landesrätin Erika Scharer hielt fest, dass in dieser Frage alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Man sei übereingekommen, an den Bund mit einer Petition und einem Forderungspaket heranzutreten, die Ausbildung der Allgemeinmediziner aufzuwerten und die Tarifgestaltung zu verbessern Der Hausarzt ist der Arzt des Vertrauens und somit eine der zentralen Personen in der Gesundheitsversorgung. "Es geht darum, die Rolle der Hausärzte speziell in den ländlichen Regionen aufzuwerten und Anreize schaffen, diesen Beruf zu ergreifen, um einen drohenden Hausärztemangel abzuwehren", betonte Gesundheitsreferentin Landesrätin Erika Scharer heute, Mittwoch, 25. Mai, bei den Ausschussberatungen zum Thema im Salzburger Landtag.

Landesrätin Scharer will dabei prüfen, welche Sofortmaßnahmen in Zusammenhang mit der Lehrpraxis auf Ebene des Salzburger Landes gesetzt werden können. "Es freut mich, dass hier alle Parteien an einem Strang ziehen, um Verbesserungen der hausärztlichen Versorgung herbeizuführen", so Scharer. Angedacht ist eine finanzielle Unterstützung durch das Land für die Bereitstellung einer Lehrpraxis. "Vor allem junge Ärztinnen und Ärzte, die sich bewusst für die medizinische Grundversorgung entscheiden, sollten bei ihrer Ausbildung gefördert werden", sagte die Landesrätin.

Weiters schlägt Scharer vor, die Gemeinden bei der Vergabe von Praxen stärker miteinzubeziehen als bisher. Beispielsweise könnte beim Neubau oder bei einer Neuadaptierung eines Seniorenheimes eine Hausarztpraxis in einem Seniorenheim angegliedert werden. "Das würde nicht nur eine Win-Situation für die Seniorenheimbewohner, sondern auch für den praktizierenden Arzt bedeuten", so Scharer.

Parallel zu Maßnahmen zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung will Landesrätin Scharer die schulärztliche Versorgung reformieren. "Die Reform und Neuausrichtung der schulärztlichen Versorgung ist bisher an der Finanzierung gescheitert", so Scharer. Ein fertiges Konzept dazu liege jedoch bereits auf dem Tisch, dieses solle nun in die anstehenden Budgetverhandlungen 2012 aufgenommen werden. "Es kann nicht sein, dass die Schulärzte immer noch das gleiche, bislang nicht valorisierte Honorar wie vor zehn Jahren erhalten, hingegen aber die Aufgaben der Schulärzte vielschichtiger und komplexer geworden sind", so Sozial- und Gesundheitsreferentin Landesrätin Erika Scharer. Schließlich gehe es hier um die Gesundheit unserer Kinder.

Petition an Bund in Vorbereitung

Bei dem gestern von Gesundheitsreferentin Scharer initiierten Zukunftsgespräch Allgemeinmedizin, an dem Vertreter der Gesellschaft für Allgemeinmedizin, die Ärztekammer, der Privatmedizinischen Universität und Vertreter der Sozialversicherungsträger teilgenommen haben, gab es ein eindeutiges Bekenntnis von allen Seiten zur Aufwertung des Allgemeinmediziners, zur Verbesserung der Ausbildung mit obligatorischer Lehrpraxis und der Schaffung eines Facharztes für Allgemeinmedizin.

"Wir werden gemeinsam eine Petition zur Sicherstellung und Verbesserung der allgemeinmedizinischen Versorgung in Österreich an den Bund richten", betonte die Landesrätin, "diese ist gerade in Ausarbeitung und soll noch im Juni an den Bund gerichtet werden."

"Es gilt, gemeinsam Lösungen finden, die den Beruf des Allgemeinmediziners attraktiver machen, sodass die Basisgesundheitsversorgung der Bevölkerung auch weiterhin garantiert ist, die sich an den verändernden Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten sowie an den ärztlichen Leistungserbringern orientiert", so Scharer. "Dazu gilt es, starre Strukturen und Prozesse aufzubrechen."


Salzburger Lanmdeskorrespondenz