. .
Salzachbrücke

Astronomische Arbeitsgruppe Laufen e. V.

Einen Blick in die Sterne wagen viele und erwarten sich anhand der Astrologie Erkenntnisse über ihr Schicksal.
Den Blick ins reale Sternenzelt gönnen sich relativ
wenige – darunter Besucher und Mitglieder der Astronomischen Arbeitsgruppe Laufen e.V. in der
Sternwarte Laufen am Rottmayr-Gymnasium.

Sylvia Nachtmann

Astronomie, die Wissenschaft von den Gestirnen, ist weit weniger verbreitet als die schicksalsdeutende Astrologie. Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften: Schon 3.000 Jahre vor Christus beschäftigten sich die Weisen Mesopotamiens im heutigen Irak mit Gestirnen und wichtigsten Himmelszyklen. Kalender wurden in Tontafeln graviert, die alten Griechen und Römer führten Traditionen fort, im englischen Stonehenge werden rund um die berühmten Megalithen astronomische Kenntnisse deutlich und vor 4.000 Jahren lässt die berühmte Himmelsscheibe von Nebra in Sachsen-Anhalt den Lauf der Jahreszeiten anhand der Gestirne erkennen.

Von Satelliten umkreist, von Meteoriten bedroht
Wir hörten von Galilei, von Kopernikus, wir wissen uns von Raumstationen und Satelliten umkreist und bis ins letzte Versteck über GPS verfolgt, die Frage nach Leben außerhalb unseres blauen Planeten taucht immer wieder auf, der rötliche Mars soll von Menschen besucht werden, knallige TV-Animationen zeigen Meteoriten, die uns auslöschen ... vieles spielt sich im All ab, doch von Astronomie haben die wenigsten von uns eine Ahnung.
Wer kennt die Milchstraße, den Großen Wagen, Polarstern und Saturn? Oder gar mehr? Dabei, so sind sich die Laufener Astronomen einig, genügt ein guter Feldstecher, um einiges zu erkennen – für manchen Hobby- oder Profi-Astronomen begann die Sterngucker-Karriere mit einem Geschenk in der Kindheit: einem Gucker, Fernrohr oder Schüler-Teleskop.

Astro-Treffs in der Sternwarte des Rottmayr-Gymnasiums
Die Astronomische Arbeitsgruppe Laufen e. V. (AAL) hat als rühriger Verein die Möglichkeit, die Sternwarte des Rottmayr-Gymnasiums in Laufen zu benutzen. Durch Gemeinschafts- und Lehrräume gelangt man zum „Heiligtum“ unter der 3m-GFK-Kuppel: Die Sternwarte ist mit beachtlich leistungsstarken Geräten und Kamerasystemen ausgerüstet.
Jeden 1. Samstag im Monat findet ein öffentlicher Astro-Treff statt, mit Vorträgen zu aktuellen Monatsthemen und, bei guter Sicht, Blick in die Sterne. Leiter der Sternwarte ist StD Gerardo Inhester, ehemals Lehrer am Gymnasium, der im Vortragsraum der Sternwarte seine wertvolle Meteoritensammlung den Inte-ressierten präsentiert.
Dipl.-Chemiker Otto J. Pilzer sprüht vor Begeisterung, wenn er von Astronomie spricht. Die Beobachtung von Himmelskörpern steht im Vordergrund. Doch es gibt mehr zu sehen: Oberflächenstrukturen der Sonne und des nahen Mondes, Gasnebel, Überreste von explodierten, verglühten Sternen, Sternhaufen und andere Galaxien, Kometen, Sternschnuppenströme, Polarlichter und vieles andere – und so weit es geht, werden die Beobachtungen fotografisch festgehalten.

Bundesweiter Astronomietag war am 25. März
Am 25. März 2017 fand der deutschlandweite Astronomietag statt, an dem auch die AAL ihre Pforte und Okular für alle öffnete. Im Mittelpunkt werden Objekte entlang der von der Erde aus gesehenen Bahn der Sonne am Himmel stehen, der sogenannten Ekliptik.
Bei einer Sonderveranstaltung der Sternwarte im vergangenen Dezember waren Schüler mit Eltern zugegen. Während eine Gruppe unter der engagierten Anleitung von Otto J. Pilzer den Saturn mit Ring, die halb beschienene Venus und die Sternhaufengruppe M113 betrachten, folgt die andere Gruppe anhand aktueller Sternkarten den Ausführungen von Prof. Dr. Aribert Nieswandt, dem Gründungsvater der Rosenheimer Sternwarte. Erstaunlich, mit welch astronomischen Wissen sich der eine oder andere Schüler einbringt!

Verein ist für alle offen
Die Astronomische Arbeitsgruppe Laufen e. V. ist für alle offen, ob mit oder ohne Vorwissen. Es wird kein Mitgliedsbeitrag eingehoben.
Wer sich einmal der Astronomie verschrieben hat, kommt nicht mehr los davon. Aus dem seit 1986 bestehenden Verein sind etliche Hobby-Astronomen, aber auch inzwischen „Studierte“ hervorgegangen. Man trifft sich wöchentlich, tauscht sich aus, und bei klarem Himmel „guckt man“.
Wer neugierig ist und seinen Blick mal unverbindlich ins Unendliche richten möchte, ist zum Schnuppern herzlich eingeladen!
Schüler und Kindergartengruppen sind ebenfalls gern gesehene Gäste. Denn Interesse soll geweckt werden, schließlich liegt die Zukunft im All – jedenfalls so weit es die Raumfahrt-Visionen der NASA betrifft. Und in der Zukunft stecken viele moderne Berufsbilder.
 
Werbung