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Salzachbrücke

Regionsporträt: Zwischen Knie und Hörndl

Einstmals Teil einer stolzen Handels- und Schifferstadt, blieben von Oberndorf gerade mal eine Kirche und einige Häuser an der Außenkante des Salzachknies, als der Vertrag von München es vor 200 Jahren plötzlich von Laufen trennte und zum Grenzort machte.
Knappe fünf Quadratkilometer zwischen dem Fluss und der nach Nordosten steil aufragenden Geländekante boten nicht viel Möglichkeit, die vormals überregionale Bedeutung aufrecht zu erhalten. Der knappe Raum wurde für Wohnbauten gebraucht und selbst diese stehen teils bis heute unter der ständigen Bedrohung wiederkehrender Hochwasser im Überflutungsgebiet von Oichtenmündung und Salzachknie.
Als mit der neuen Salzachbrücke Anfang des vergangenen Jahrhunderts eine attraktive Verkehrsanbindung zum angrenzenden Bayern zur Verfügung stand, nahm auch der motorisierte Individualverkehr zu. Nicht von ungefähr wurde an der Hauptstraße bald darauf die „Auto- und Maschinen-Reparatur Werkstätte“ Hans Höfelsauer gegründet. Automobile und Motorräder, Lastkraftwagen und Landmaschinen erfuhren hier seit 1915 fachmännische Instandsetzung und Wartung – und das passiert im Autohaus Höfelsauer im Großen und Ganzen auch heute noch: Mit elf Mitarbeitern wird nach wie vor am neuesten Stand der Technik repariert und lackiert. Mit dem Neu- und Gebrauchtwagenhandel ist freilich schon vor Jahrzehnten ein Standbein dazugekommen.

GESUNDHEITSZENTRUM OBERNDORF
Abgesehen vom Platz verfügt Oberndorf auch nicht über den geschichtlichen Hintergrund eines Industriestandortes. Neben dem für die Bevölkerung vor Ort und aus der Umgebung wichtigen Handwerk und Einzelhandel hat sich ausgehend vom alten Schifferspital über die Zeit ein gesundheitlicher Versorgungsschwerpunkt entwickelt. Das Seniorenwohnhaus, nie­dergelassene Ärzte und Therapeuten, zwei Apotheken, die Hörwelt und das Therapiezentrum im so genannten G’sundhaus ergänzen das medizinische Angebot des Krankenhauses zu einer für Stadt und Region wichtigen Gesundheitsversorgung.
Perfekte Versorgung in ungewöhnlicher Bandbreite genießen die Oberndorfer und viele Kunden aus der Region auch bei den Geschwistern Hinterholzer neben der Pfarrkirche: In der „T&T Hinterholzer GmbH“ mit den Bereichen Kochen, Genießen, Schenken sowie Spielwaren und der „Hans Hinterholzer GmbH“ mit einem breiten Sortiment an Werkzeugen, Farben und Befestigungstechnik bis hin zu Schwimmbädern und Öfen, leben über hundert Jahre Erfahrung im Einzelhandel weiter. Innovative Geschäftskonzepte und eine ausgesucht freundliche und kompetente Betreuung in den beiden Hinterholzer-Geschäften tragen ganz wesentlich zum anhaltenden Erfolg dieser Firmen bei. Selbstbewusst bieten sie der seit Jahren anhaltenden Marktbereinigung die Stirn und erfreuen sich nach wie vor regen Zulaufs.
Einen schmerzlichen Identitätsverlust für die ganze Region brachte die Auflösung der Geburtenstation am Krankenhaus Oberndorf mit sich. Schließlich haben Generationen von Müttern hier entbunden und somit ein Gutteil der heute im nördlichen Flachgau lebenden Menschen auch tatsächlich hier ihre erste Verwurzelung auf dieser Welt erfahren. Ohne die Bedeutung der nun umso besser aufgestellten orthopädischen und anderen Abteilungen samt Reha-Zentrum schmälern zu wollen: Rein gefühlsmäßig können sie die vormals herausragende Begleitung in solch entscheidenden Phasen zahlloser Familien niemals ersetzen. Dieser Einschnitt in der persönlichen Bindung zum Krankenhaus und damit auch zur Stadt Oberndorf scheint nun ansatzweise durch eine neue Schwerpunktsetzung im Bildungsbereich wettgemacht zu werden.
Nicht bloß die Bildung, unser ganzes Leben wird zusehends durch Elektrotechnik bestimmt oder zumindest unterstützt. Ob Smartphone oder audiovisuelle Techniklösungen für zu Hause, ob Waschmaschine oder Handmixer, die Welt der großen Elektrohandelshäuser ist nicht bloß eine unpersönliche und servicefremde, sie hält gerade bei den verlockenden Tiefpreisangeboten meist Produkte minderer Qualität bereit, die ziemlich sicher knapp nach Ablauf der Garantiezeit Defekte mit der Wirkung von Totalschäden aufweisen. Wie wohltuend ist es für die Oberndorfer, mit Floimair Electronics einen gut sortierten und vor allem regional verwurzelten Elektrofachmarkt vor Ort zu haben. Bald ein halbes Jahrhundert Kundenfreundlichkeit und Kompetenz sprechen für sich.

BILDUNGSSCHWERPUNKT AM SALZACHKNIE
Kompetenz fürs Leben erwarben sich viele junge Menschen aus dem Umland schon lange in der alten Handelsschule und im Schulzentrum rund um die Sport-Hauptschule Oberndorf. Der Schul-Neubau an der Salzach und die Einführung eines Oberstufen-Gymnasiums machen Oberndorf immer mehr zur Schulstadt, welche für die Region ­wichtige Bildungsinfrastruktur bereithält. Auch das Oberndorfer Poly (Polytechnische Schule) bildet viele zukünftige Lehrlinge für die regionale Wirtschaft heran.
Auch das Präzisionsunternehmen Schäfer Feinmechanik ist auf wohl präparierten Nachwuchs für seine anspruchsvollen Aufgabenstellungen angewiesen. Extrem genaue Messtechnik und auf Tausendstel Millimeter exakte Bearbeitung von Werkstücken erfordern ein hohes Maß an Interesse und Konzentration. Für so manch anderen Betrieb der Region und darüber hinaus stellen die sehr spezifischen Leistungen dieses HighTech-Unternehmens seit drei Jahrzehnten unverzichtbare Voraussetzungen dar, das eigene Angebot aufrecht zu erhalten oder zu optimieren.
Griffiger für den Einzelnen und im wahrsten Sinn des Wortes bodenständiger ist da die Ware im Schuhhaus Hager. Wenn der Chef einst als Lehrling im elterlichen Betrieb gelernt hat, dann zeugt dies von einer hohen Qualität dieser Ausbildung. Mehr als drei Viertel Jahrhundert Erfahrung der Schusterei und Orthopädietechnik hebt ein solches Geschäft deutlich
ab vom billigen Einheitsramsch großer Schuhhandelsketten. Schon allein das Angebot der Anfertigung von Maßschuhen in einem lokalen Schuhhaus spiegelt das hohe Maß der Handwerkskultur wider, die in Oberndorf Fuß gefasst hat.
So führt der kulturelle Bogen im Geburtsort des berühmtesten Weihnachtsliedes von eben dieser musisch geprägten Volkskultur und alter Schiffer-Tradition – beides auch heute noch auf vielen Ebenen gepflegt! – hin zum zukunftsorientierten Bildungszentrum. Aus dieser Schnittebene zwischen Altherge­brachtem und Neuem gegenüber offener Haltung erwuchsen in der jüngsten Zeit auch so manch zarte Pflänzchen alternativen Kultur- und Gesellschaftslebens. Die ersten Ansätze des interreligiösen Dialogs zwischen christlicher und islamischer Gemeinschaft vor Ort lassen ebenso auf eine gute gemeinsame Entwicklung hoffen, wie die teils privaten Initiativen zur Aufnahme von Flüchtlingen, zum Betrieb einer Bücherinsel am Brückenkopf oder zum gemeinsamen Anbau von Gemüse, wie in der vorigen Ausgabe der SALZACHbrücke berichtet.
Ganz und gar nicht vegetarisch geht es bei einem der Leitbetriebe Oberndorfs, der Fleischhauerei Ablinger zu. Von der Übernahme einer bestehenden Metzgerei am aktuellen Standort des Hauptgeschäfts mitten in der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre bis zum heutigen Produktionsbetrieb mit über 200 MitarbeiterInnen klingt die Firmengeschichte der Ablingers wie ein Best Practice Beispiel. Beste Rohstoffe aus regionaler Landwirtschaft, penible Beachtung der je aktuellen Gesundheitsrichtlinien sowie Kreativität und Mut zur ständigen Weiterentwicklung der Produktpalette bei maximaler Kundenorientierung, machten Ablingers Wurst- und Fleischwaren zu einer weit über das SALZACHbrücken-Land hinaus geschätzten Marke. Trotz des großen Geschäftsanteils von Handel und Gastronomie, wird in den Oberndorfer Eigengeschäften auch die bestmögliche Nahversorgung der heimischen Kundschaft groß geschrieben.

ZWEIERLEI WOHNEN
Hat man die Steigung nach dem Ablinger-Bahnübergang oder vor dem Gastag-Kreisverkehr erst einmal überwunden, dann öffnet sich plötzlich die Landschaft. Der höher gelegene Teil des Oberndorfer Stadtgebietes ist nach Westen in Richtung der Wallfahrtskirche Maria Bühel vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Zur
B 156 bzw. zur Lokalbahn hin erstreckt sich dagegen ein beachtliches Siedlungsgebiet. Während unten in zentrumsnaher Lage mit dem Projekt Oberndorf Mitte derzeit eine der wenigen noch unverbauten Flächen mit – offenbar dringend benötigtem – verdichtetem Wohnbau versiegelt wird, schießen auch heroben am Ostrand der bisher eher klein strukturierten Siedlung in Ziegelhaiden neue Wohnblöcke ins Kraut.
Wenn es ums Wohnen geht, so kommt man in der Region seit 135 Jahren am Raumausstatter Wallner in Oberndorf kaum vorbei. Der Gründer, Sattlermeister Gotthard Schernthaner, führte den Betrieb über die Jahrhundertwende und den ersten Weltkrieg hinweg 53 Jahre lang. Norbert Wallner ist erst der vierte Chef und hält als Tapezierermeister an der Familientradition des echten und ehrlichen Handwerks fest. Deshalb spielt es auch keine Rolle, ob es um neuen Wohnraum geht oder ein Altbestand neu belebt werden soll, ob der Boden, die Wand oder auch Möbelstücke nach den Wünschen der Kunden belegt, behängt oder bespannt werden sollen. Als Handwerker achtet Norbert Wallner auch beim Rohstoff auf Qualität, wenn er für Parkette Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, Bio-Stoffe oder schadstofffreie Klebstoffe verwendet.
Die landläufig übliche Einzelhaus-Bebauung findet sich im angrenzenden Göming auf den ehemaligen Saliter-Gründen unweit des Gemeindezentrums. Städtische und ländliche Lebensart liegen hier gerade mal um die hundert Höhenmeter auseinander.
Der Ausbau des Gemeindezentrums im Bereich Grünbrücke samt Etablierung eines gastro-kulturellen Treffpunktes im Hellbauerhaus bringt seit einigen Jahren wieder vermehrt Veranstaltungen und Vorträge in diese Gemeinde, die nicht einmal eine eigene Pfarrkirche hat. Diese wird, wie auch Kindergärten und Schulen, im benachbarten Oberndorf mitgenutzt. Allein, im land- und forstwirtschaftlichen Sektor hat wiederum Göming die Nase vorn.
Das hindert die Firma Climasonic nicht daran, von Göming aus eine spezielle Produktpalette und Leistungen im Baubereich anzubieten. Wo immer Hohlräume zwecks Kälte- oder Schalldämmung befüllt werden können oder auch auf Oberflächen akustisch wirksame, abdichtende oder die Brandgefahr senkende Schichten aufzubringen sind: Wie zuvor beim Innenraum, haben mit diesem Unternehmen sowohl öffentliche Bauträger als auch der kleine Hausbesitzer in der Region die Möglichkeit, wesentliche Verbesserungen am Gebäude samt persönlicher Beratung und individuellen Lösungen einem weiteren „Wohn-Bau-Nahversorger“ anzuvertrauen.
Bei guter Dämmung kann auch ein Kachelofen die Wohnung oder das Haus behaglich wärmen. Der erfahrene Hafnermeister Stefan Lang hat sich vor fünf Jahren in Oberndorf selbstständig gemacht und betreibt nun von Nußdorf aus Errichtung und Verkauf von Kachel- und Kaminöfen, Herden und Backöfen. Solche Wohlfühlprodukte bietet auch die Firma Ofen Weiss im Oberndorfer Handwerkshaus an. Dank eigener Keramikwerkstätte können hier auch ausgefallene Gestaltungswünsche bedient werden. Gerade das Handwerk der Hafnerei ist für eine Region essentiell wichtig, solange wir nicht wissen, wie lange und zu welchen Bedingungen uns die fossilen Brennstoffe Öl und Gas noch zur Verfügung stehen werden. Da bekommt der alte Spruch „Eigener Herd ist Goldes wert“ wieder eine ganz wörtliche Bedeutung.

DAS GESCHÄFT MIT DEN JAHRESRINGEN
Die heimische Forst- und Holzwirtschaft sorgt unter anderem auch für den wichtigen regional nachwachsenden Rohstoff: Ein eigener Flachgauer Biomasse-Verband hat seinen Sitz in Göming; in der Ortschaft Dreimühlen werden zwei Sägewerke betrieben; und überhaupt erschließen sich immer mehr Landwirte auch forstwirtschaftliche Einnahmequellen wie Christbaum- oder Brennholzverkauf. Das forstliche Knowhow wäre freilich auch gefragt, um endlich das Lagerhaus-Areal hinter einer gefälligen Baumgruppe verschwinden zu lassen. Der früher malerische Blick über Oberndorf und Laufen samt dahinterliegendem Rupertiwinkel ist seit der Neuerrichtung des Lagerhauses leider auf die landläufig übliche Gewerbegürtel-Ansicht zurückgestutzt.
Selbst im Süden Oberndorfs, wo bei Weitwörth weitaus größere Gewerbeansiedlungen Platz gegriffen haben, lässt der Baumbestand an der Böschung der Bundesstraße zumindest den Anschein einer gefälligen Landschaft zu; selbst der gemeinsame Recyclinghof der drei hier behandelten Gemeinden entzieht sich flüchtigen Blicken. Von den Salzachauen zwischen der Mündung des Oichtenbaches und der Antheringer Au erstreckt sich das Gemeindegebiet von Nußdorf entlang des Haunsberges wie ein Sperrriegel quer durch den nördlichen Flachgau bis an die oberösterreichische Landesgrenze. Von Pabing bis Durchham leben in 23 Ortschaften durchschnittlich je hundert Menschen, wobei freilich Nußdorf selbst nicht bloß zentral, sondern mit etwa 900 Einwohnern auch zu Recht hervorsticht.
Bei einer derart weit gestreuten Besiedelung kann man oft einmal selbst den „Nachbarn“ kaum fußläufig erreichen. Außerdem liegt zwar die Lokalbahn-Station Weitwörth im Gemeindegebiet, die beinahe gesamte Bevölkerung von Nußdorf hat aber zumindest einige Kilometer Anreise dorthin. Da ist es mitunter schon recht hilfreich, wenn ein heimisches Gelegenheitsverkehrsunternehmen wie Taxi Struber seine Dienste anbietet. Außerdem bestreiten die Strubers mit ihrer Fahrzeugflotte Transporte zu Reha- und Gesundheitseinrichtungen, Sach- und Spezialtransporte und auch Schulbus-Dienste für die Gemeinde Nußdorf. Mit gerade mal drei Jahren ist Taxi Struber wohl eines der jüngsten Unternehmen in dieser Reihe; die Mobilitätsversorgung in jenen Bereichen unserer Region, die vom öffentlichen Verkehrsnetz höchstens marginal erfasst sind, stellt aber jedenfalls eine ganz wesentliche Dienstleistung für mehr Lebensqualität dar.
 
ZUR RUHE KOMMEN
Ist man einmal unter der B 156 durch getaucht, so erstreckt sich über gut 15 Kilometer eine geradezu archaisch anmutende Landschaft: Da eine Siedlung, dort ein Hof, und mittendrin ein richtiges Dorf mit Feuerwehr, Lebensmittelgeschäft, Bäckerei, Kirche, Wirtshaus und Gemeindeamt; gegen Norden zu im lieblichen Oichtental verblasst dann auch noch die letzte Erinnerung an Baustahl-Lagerflächen, Kieswerk oder Betonsilos, an denen man eben noch vorbeigekommen war. Würde einem nicht da und dort ein Ausrutscher im Baustil unterkommen, könnte man meinen, hier sei die Zeit stehen geblieben – im besten Sinn des Wortes. Schließlich schlummern im Hang des Haunsberges auch viele Millionen Jahre alte Fossilien – eine Lagerstätte von internationaler Bedeutung.
Nicht ganz so lange betreibt Maria Moser ihren Spar-Markt im Zentrum von Nußdorf. Sieht man sich in anderen Gemeinden der Region wie Dorfbeuern oder
St. Georgen um, so ist es keine Selbstverständlichkeit, dass ein Ort mit knapp tausend Einwohnern noch einen eigenen Nahversorger hat. Frau Moser lockt ihre Kunden unter anderem mit selbst gemachten Knödeln, Platten und anderen Spezialitäten – alles frisch und mit besten Zutaten aus der Region. Die Gemeindebürger wissen offenbar die vorzügliche Dienstleistung dieses für viele fußläufig zu erreichenden Supermarktes zu schätzen, wie auch umgekehrt das
Team um Frau Moser die Treue ihrer Kunden.
Außer dem schon weithin bekannten Wagnermeister Junger, der in seinem mehr als pensionsreifen Alter noch eifrig Schlitten und Eisstöcke herstellt, hat Nußdorf mit der Autosattlerei Edelsport einen weiteren ausgefallenen Handwerksbetrieb vorzuweisen. Beide, Wagenmacher und Sattler, waren bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts noch wesentlicher Bestandteil einer dörflichen Grundversorgung. Heute fließen die alten Kenntnisse und Fähigkeiten beinahe ausschließlich in die Produktion von Freizeitartikeln ein. Allerlei Lederwaren werden bei Edelsport zwar ebenfalls hergestellt oder repariert, der Schwerpunkt liegt aber sicher bei Oldtimern und Motorrädern.
Dass ausgerechnet zwei dermaßen alte Handwerke in diesem Dorf noch bzw. wieder aufleben, passt gut ins zuvor angedeutete Spannungsverhältnis der Zeitbegriffe. Gegenüber dem vergleichsweise jungen Oberndorf, dessen ältester Baubestand zum Großteils erst auf gute hundert Jahre zurückblickt, wurden einzelne Ortschaften von Göming und Nußdorf bereits bis zu tausend Jahre früher erwähnt, ehe Oberndorf überhaupt als eigene Gemeinde zu existieren begann. Trotzdem hat sich die Zeit am Fuße des sagenumwobenen Haunsberges offenbar mehr Zeit gelassen. Es scheint, als würde hier der Berg seine innere Ruhe auch auf die Menschen an seinen Ausläufern ausstrahlen, während dort der unstete Fluss die vormaligen Schiffersleute noch geschäftig umtreibt, auch wenn schon längst kein Kahn mehr die Salzachbrücke passiert.
 
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