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Salzachbrücke

Dubrovnik - Juwel an der Adria

Obwohl wir bei unserem Besuch erst Mitte Mai im Kalender haben, zeigt das Thermometer weit über 30° im Schatten. Von unserem Urlaubsort auf der Halbinsel Pelješac, die wir regelmäßig bereisen, sind wir in einer knappen Stunde vor den Toren Ragusas – wie die Stadt schon in der Römerzeit hieß – angekommen. Der Stadtstaat Ragusa war übrigens vom 14. bis Anfang des 19. Jhdts. eine selbständige Republik!

1000 km Anreise

Wer von Salzburg aus dieses Juwel an der Adriaküste besuchen will und nur wenige Tage Zeit hat, bewältigt die 1.000 km lange Strecke am besten mit dem Flugzeug ab Salzburg über Wien. Es gibt jede Menge Angebote zu unterschiedlichsten Preisen. Wer mit dem Auto anreist, findet eine fast durchgehende Autobahn vor, die besonders in Kroatien bestens ausgebaut ist. Über die Tauernautobahn nach Slowenien und über Zagreb bis Ploce, die letzten 100 km sind dann auf gut ausgebauter Bundesstraße zurückzulegen. In Anbetracht der hohen Benzinpreise und der happigen Mautgebühren in unseren östlichen Nachbarländern ist der Flug möglicherweise die billigere Anreise. Vom Flughafen Dubrovnik gehen regelmäßig Busse in die Stadt. Natürlich auch Taxis.

Die Schönheit der 50.000-Einwohner-Stadt und hier natürlich die „Stara Grad“ zieht naturgemäß zahlreiche Touristen an. Einheimische findet man nur hinter den Tresen der unzähligen Souvenir-Kitschläden und als Kellner in den Restaurants. Die ohnehin raren Parkplätze vor den Toren der Stadtmauer sind meist ausgelastet. Wer nicht wirklich zeitig am Vormittag ankommt, lässt sein Fahrzeug besser an den park&ride-Plätzen an der Peripherie stehen und fährt mit den Shuttle-Bussen zur Altstadt. Diese ist nach den Zerstörungen während des Kroatien-Krieges, bei dem auch über 100 Zivilisten ums Leben gekommen sind, wieder vollständig hergestellt. Nur an wenigen Stellen findet man Spuren des sinnlosen Beschusses.

Touristisches Highlight – die Stadtmauer

Die rund um die Altstadt führende 3 bis 6 Meter dicke und bis zu 20 Meter hohe Stadtmauer ist knapp 2 km lang und durchgehend begehbar. Trotz der Hitze – der Rundgang auf der Mauer ist natürlich schattenlos – und der hohen Begehungsgebühr (bei unserem Aufenthalt umgerechnet 10 Euro) lassen wir uns dieses Highlight nicht entgehen.

Der Blick auf die roten Ziegeldächer der Stadt ist wirklich sehenswert. Gut erkennbar sind von hier oben die Enge der Gassen sowie die Lage der Altstadt auf unebenem Gelände. Die landwärtig gelegenen Gassen sind durchwegs steil und mit vielen Treppen versehen. Wir beginnen unseren Rundgang im Uhrzeigersinn und erreichen nach wenigen hundert Metern den höchsten der Wehrtürme an den Ecken der Stadtmauer. Von hier hat man den besten Blick auf das Häusermeer von Dubrovnik. Man erkennt auch gut die beiden Stadtteile – den landzugewandten, ehemalig slawischen Teil Dubrava und Ragusa, welches bis zum 12. Jahrhundert durch einen Kanal vom Festland getrennt war.  Dieser zugeschüttete Kanal, der „Stradun“ oder „Placa“ ist heute die Hauptstraße der Altstadt, an der sich ein Lokal an das andere reiht.

Wir gehen die Stadtmauer in Richtung Meer weiter und auf einer steilen Treppe hinunter zur Placa. Direkt am Fuß der Stiege befindet sich der große Onofrio-Brunnen mit 16 Wasserspielen, der 1418 erbaut wurde und heute ein beliebter Treffpunkt für junge Leute ist.  Der Erbauer Onofrio leitete das (Trink-) Wasser von der Quelle Sumet über eine 12 km lange Leitung in die Stadt.

Angesichts der Hitze verzichten wir darauf, wieder zur Stadtmauer empor zu schreiten, außerdem befinden wir uns hier direkt an der Flaniermeile der Stadt. Am anderen Ende dieser, von einheitlich gestalteten Häusern flankierten, glattgeschliffenen Kalksteinstraße, befindet sich der Luza-Platz mit dem kleinen Onofrio-Brunnen und der Roland-Säule, mittelalterliche Symbolfigur für Handelsprivilegien und Marktfreiheit. Der Luza-Platz ist von prachtvollen Gebäuden umgeben, hier herrscht Massenverkehr an Touristen. Nicht zuletzt auch deshalb, da gleich ums Eck der alte Hafen der Stadt liegt, wo Touristenboote im Stop-and-go-Verkehr anlegen.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf kurzer Distanz

Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die barocke Kirche Sv. Vlaho, die Kathedrale Velika Gospa, der Sponza- oder Rektorenpalast und viele andere liegen nahe beisammen und sind auf kurzen Wegen zu besichtigen. Einschlägige Literatur gibt es in jeder Reisebuchhandlung. Außerhalb der Stadt empfiehlt sich ein kurzer Trip auf die nahegelegenen Bergstraßen, um den fantastischen Blick auf die Altstadt und deren traumhafter Lage am Meer zu bewundern. Auch ein Ausflug ins 20 km südlich gelegene Cavtat lohnt sich. Im Hafen von Cavtat finden sich zahlreiche exklusive Restaurants, an den Molen liegen die Luxusjachten der zahlungskräftigen Kundschaft. Nur eine halbe Autostunde weiter ist man an der Grenze zu Montenegro, wo ganz andere Abenteuer auf den Urlauber warten. Darüber aber mehr in einer der nächsten Ausgaben.

Dubrovnik und die nähere Umgebung liegt preislich natürlich wesentlich über dem kroatischen Durchschnitt. Dennoch ist die Stadt mit seiner bevorzugten Lage und seiner bewegenden Geschichte einen Besuch wert. Und man gönnt sich ja sonst nichts...

Christian Schickmayr

 
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