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Salzachbrücke

Ibiza - Partyhochburg im Winterschlaf

Weihnachten im Süden, ein Vorhaben, welches uns trotz aller Liebe zu Sonne, Strand und Meer etwas skeptisch stimmte. Doch Ibiza mit seinen typischen Bauten, seinen endlosen Sandstränden und nicht zuletzt seinem Ruf als Hochburg der Hippies und Partymeute, sollte eine Reise wert sein. Nach nur wenigen Stunden Flugzeit landeten wir am Flughafen in Ibiza Stadt, freundlich mit einem: „Bienvenido en Eivissa“ vom Taxifahrer begrüßt. Als Sprachkundige hatte ich mich immer um die vermeintlich richtige Aussprache bemüht, aber der einheimische Dialekt der Ibizenker stellte mich vor neue Herausforderungen. Wobei die Gastfreundschaft eine neue Dimension erreichte, als ich auch nur auf spanisch Kaffee bestelle oder morgens das Zimmermädchen und den Portier mit einem freundlichen Buenas Dias bedenke.

Ibiza Stadt hat heute knapp 30.000 Einwohner und beeindruckt durch sein spanisches Flair in der Innenstadt. Vor allem, als wir auf der Avenida España den großen Markt besuchen, sind wir von den traditionellen Produkten wie Fisch, Meeresfrüchte und Zitrusfrüchte begeistert, die allesamt anders schmecken als zuhause. Auch wenn im Winter einige Hotels und Geschäfte geschlossen haben, finden wir vor allem im alten Hafenviertel und in der Carrer del Mar einige Boutiquen und Bars offen, die leckere Tapas im Angebot haben. Die parallel zur Hafenstraße verlaufende Vara de Rey ist eine Flaniermeile der höchsten Güteklasse und wer auf Markenklamotten steht, macht hier sicher das eine oder andere Schnäppchen. Wir staunen nicht schlecht, als wir am Weihnachtsmarkt, der sich über die komplette Hafenlänge erstreckt, tatsächlich einen Stand mit Glühwein entdecken. Von kitschiger und überdimensionaler Dekoration ganz zu schweigen, die allerdings doch etwas wie Weihnachtsstimmung aufkommen lässt.

 

Altstadt und Neuer Hafen sind das Zentrum von Ibiza Stadt

Die Altstadt von Ibiza, die Dalt Villa, darf in unserem Besichtigungsprogramm nicht fehlen, denn die imposante Burg hoch über der Stadt verspricht einen Einblick in die abwechslungsreiche Geschichte der Insel. Nicht umsonst ist das Zentrum Ibizas zum Weltkulturerbe ernannt worden, denn die alten engen Gassen sowie die typischen weißen Häuser und schlichten Kirchen erzählen von einer langen Tradition. Wir machen uns zu Fuß über das alte Kopfsteinpflaster zur Festungsanlage auf, wobei uns auffällt, dass entlang dieser Straße tatsächlich die Häuser alle bewohnt sind. Der Aufstieg bis ganz nach oben zur Kathedrale ist zwar mühselig, aber wir werden mit einem einmaligen Blick über die Bucht und das Meer belohnt.

 

Talamanca und Figueretas sind beliebte Ausflugsziele

Wer zum Badeurlaub nach Ibiza kommt, der hat zwar viele Möglichkeiten endlose Sandstrände entlang der Küste zu finden, direkt in Ibiza Stadt gibt es allerdings keinen. Wir spazieren also in das knapp 15 Minuten entfernte Talamanca, dort finden wir feinen Sandstrand und gehen entlang der Promenade durch das kleine Städtchen. Mondäne Bars und das Casino von Ibiza liegen hier direkt am Meer und sind mit einem regelmäßigen Fährverkehr nach Ibiza Stadt erreichbar. Wir wollen die Insel näher kennen lernen und mieten ein Auto, mit dem wir nach Figueretas fahren. Der kleine Vorort der Hauptstadt bezaubert uns durch seine Mischung aus Einheimischen und Urlaubern, die ein besonderes Flair verbreiten. Da kehren wir doch in einer Bar ein, mischen uns unter das Volk und genießen spanisches Rosinenbrot zum leckeren Cafe corretto. Weiter geht’s nach der kulinarischen Stärkung nach Es Caná, wo es angeblich den größten Hippiemarkt auf Ibiza geben soll. Handgenähte Schuhe und knallig bunte Pareos laden zum Shoppen ein, wobei auch die Atmosphäre, die die alten und jungen Hippieverkäufer verbreiten, einfach Spaß macht und gute Laune verbreitet. Natürlich können wir nicht widerstehen, Silberschmuck und landestypische Keramik zu kaufen.

 

Sightseeing ist ein Muss auf Ibiza

Das milde Klima auf Ibiza mit Temperaturen, die auch im Winter auf 25 Grad steigen können, ist perfekt zum Erkunden der Insel und zu entspannten Strandspaziergängen. An den sonnigen Tagen sind wir im Meer schwimmen und beteiligen uns an den unterschiedlichen Wassersportaktivitäten. Vor allem die Taucher kommen hier auf ihre Kosten, denn das einmalig klare Wasser und 200 Kilometer lange Küsten offenbaren einen herrlichen Blick in die bunte Unterwasserwelt. Wer es spektakulärer mag, der kann zum Wrack der Don Pedro tauchen. Dieses Frachtschiff ist 2008 vor der Hafeneinfahrt Ibizas versunken und wurde für die Taucher freigegeben. Neben den sportlichen Aktivitäten haben wir uns für den letzten Urlaubstag einen Ausflug in die Las Salinas aufgehoben. Die Salzfelder, aus denen über 2.000 Jahre lang Salz gewonnen wurde, gehören zu den beeindruckendsten Naturschauspielen der Insel. Auch der Besuch der Tropfsteinhöhle Can Marça lohnt in jedem Fall, dabei beeindruckt uns nicht nur die Anfahrt über die Steilküste. Auf den Spuren der einstigen Schmuggler betreten wir das Höhlensystem und sind quasi gefangen von dem imposanten Naturschauspiel von Stalagmiten und Stalaktiten, die mysteriöse, schaurig schöne Figuren formen und inmitten des unterirdischen Wasserfalls perfekt in Szene gesetzt werden.

Winterurlaub auf Ibiza, der Insel der Pinien, ist ein bemerkenswert anderes Erlebnis voller zauberhafter Eindrücke und vertrauter Begegnungen mit den Einheimischen. Als wir das Flugzeug zur Abreise besteigen, haben wir die Winterpullover und die bunten Schals vom Hippiemarkt parat. Der Blick aus dem Bordfenster geht über die hellerleuchtete Inselhauptstadt und eines ist klar: Hasta luego, Eivissa! 

Susanne Mairhofer
 
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