. .
Salzachbrücke

Irland - eine Rundreise von Cork nach Dublin

Nur acht Tage haben wir Zeit, möglichst viel von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die Irland bietet, zu sehen. Deshalb haben wir die Rundreise auch mit einem Leihauto geplant, das wir in Cork an der Südküste übernehmen und dann die Westküste entlang bis Galway erkunden möchten. Quer durchs Land fahren wir weiter nach Dublin, um dort den Wagen zurückzugeben und die Rundreise gemütlich ausklingen zu lassen. Aber der Reihe nach:
Keep left, keep left, keep left..., alle paar Meter findet man in Flughafennähe den Hinweis, dass hier Linksverkehr gilt. Innerhalb der EU, wo ja gerne alles einheitlichen Regeln unterworfen wird, nicht ganz nachvollziehbar, aber unser – natürlich rechtsgelenktes – Fahrzeug erleichtert die Gewöhnungsphase. Auch am Lenkrad, an der Windschutzscheibe, am Rückspiegel etc. findet sich der Hinweis: keep left! Dank unserer „Uschi“ – so haben wir das Navigationsgerät mit bayrischer Sprachausgabe getauft – finden wir mit kurzen Umwegen zumindest die Straße, wo unser Quartier liegen soll. Hausnummern? Nein, Hausnummern gibt es hier nicht, nur Hausnamen. „We don’t need numbers“, sagt uns später unser „Host“ im Audley house, zu dem wir uns mühsam durchgefragt haben. Gott sei Dank zählen die Iren zu den freundlichsten Menschen, die wir bisher kennengelernt haben. Bereitwillig hilft man uns jederzeit aus, egal was wir brauchen oder wollen.
Den Abend in Cork verbringen wir nach einem guten Abendessen in einem der zahlreichen Pubs (auf irisch „boubs“ ausgesprochen). Eine regelrechte Batterie an Zapfhähnen findet sich in jedem Pub, mindestens 12 Sorten, aber auch bis zu 60 Sorten und mehr in den großen Pubs in Dublin. Als begeisterte Biertrinker wähnen wir uns im Paradies, das hat allerdings seinen Preis. Zwischen 5 und 6,50 Euro für das Pint (etwas mehr als 0,5 Liter) sind zu berappen. Ein tray (Tablett) mit zwei Spezialbieren kann man auch um 50 Euro haben. Wein ist auch nicht billiger, 6 Euro für ein Glas (0,18 l) Fusel. Dennoch sind am Abend die Pubs rammelvoll und getrunken wird, was das Zeug hält. Wenn dann noch Live-Musik gefiedelt wird – und das kommt oft vor – bekommt man kaum Platz. Dabei findet sich besonders in den größeren Orten ein Lokal neben dem anderen. Zur Essenszeit, wenn die Terrassen der Speiselokale voll sind, sind die Fußgängerzonen überdies gesäumt mit Musikanten, Akrobaten, Literaten, Puppenspielern usw. Als wäre jeden Tag ein Fest zur Festeröffnung.
Das hat natürlich auch etwas mit unserem Reisetermin zu tun. Mitte August ist Hochsaison, das merken wir auch an den Eintrittskassen der zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Regelrechte Menschenschlangen stellen sich für die Tickets an. Deshalb wählen wir bei unserer Tour entlang der Westküste auch – nach Tipps freundlicher Iren – nicht die touristisch erschlossenen Routen, sondern fahren auf Nebenstraßen, die landschaftlich genauso schön, dafür halt ein bisschen zeitaufwändiger sind. Nach einem Besuch der sehenswerten Parkanlage von Blarney mit hunderten unterschiedlichen, uralten Bäumen, fahren wir ganz in den Süden nach Baltimore. Eine herrliche Klippen- und Buchtenlandschaft mit grünen, satten Wiesen, auf denen die Kühe bis an die Klippenkante grasen, erwartet uns dort. Die Farben des Meeres und der Küste sind atemberaubend schön. Überall blühen bunte Gräser, Blumen und Heidekraut. Auf den Grasmatten zwischen den Felsen genießen die Menschen das Rauschen der Wellen, den Wind und die Sonne.

Bunter geht’s nicht
Bei unseren Spaziergängen durch die Orte stellen wir die Vorliebe der Iren zu kräftigen Farben bei ihren Hausfassaden fest. Blau, orange, rot und dottergelb dominieren, das Erdgeschoss ist nicht selten in schwarz gehalten, um die bunten Holzsäulen noch mehr hervorzuheben. Für uns ungewohnt, aber jedenfalls ein Rausch für die Sinne.
Es empfiehlt sich an der Küste auf jeden Fall, die freundlichen Einladungen zum Essen in einem der zahlreichen Lokale anzunehmen. Das Angebot an frischem Fisch und Meeresfrüchten, Steaks und Eintöpfen ist groß, die Qualität hervorragend und die Preise auf normalem Niveau.
Wir fahren weiter entlang der Küste Richtung Norden, den berühmten Ring of Kerry lassen wir aus, da wir nicht hinter einer Kolonne von Autobussen herfahren möchten. Der nördlich gelegene Ring of Dingle ist genauso beeindruckend, jedoch wesentlich weniger befahren. Nach Umrundung des Kaps auf seinen schmalen Straßen kommen wir wieder zurück nach Dingle und fahren über den Connor-Pass auf die Nordseite der Halbinsel. Auf der Passhöhe erwartet den Besucher ein herrlicher Blick auf den grünen Brandon Mountain und die kilometerlange sichelförmige Sandbucht von Brandon Bay.
214 Meter senkrecht nach unten...
Ein Besuch Irlands ohne die weltberühmten Cliffs of Moher geht nicht. Sie sind mit bis zu 214 Metern Höhe zwar nicht die höchsten von Irland, aber auf jeden Fall die touristisch am besten erschlossenen. Zwischen Liscannor und Doolin kann man auf 12 Kilometer entlang der Steilklippen wandern. Nahe der höchsten Stelle, dem O’Briens Tower, befindet sich ein Parkplatz und ein Besucherzentrum. In diesem Bereich wird der Tourist vor dem Absturz in die Tiefe mittels senkrecht aufgestellter Steinplatten bewahrt. Außerhalb dieser Absperrung warnen Schilder vor der Gefahr eines Absturzes. Dennoch finden sich immer wieder Lebensmüde, die mit dem Schritt bis zur Kante ihren Mut unter Beweis stellen wollen.   
Nördlich der Cliffs befindet sich die beeindruckende Steinlandschaft Burren. Die von Gletschern glatt geschliffenen Kalksteine mit ursprünglicher Vegetation stehen unter Naturschutz. Es sieht hier eigentlich aus wie im Tennengebirge. Nicht so hoch und eben am Meer, aber genauso schroff und kahl.
Quer durch das Land fahren wir mit zahlreichen Eindrücken nach Dublin, wo wir die Heimreise antreten. 
 
Werbung