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Salzachbrücke

Kaffee weckt die Lebensgeister

Vermutlich aus der äthiopischen Provinz Kaffa stammend, gelangte Kaffee in der Mitte des 15. Jahrhunderts nach Arabien. Über das Osmanische Reich, das bis 1918 bis vor die Haustüren Österreich-Ungarns reichte und sich erst 1923 im Nachfolgestaat Türkei auflöste, gelangte die Liebe zum Kaffee auch bald nach Wien und natürlich ganz Europa.

ANREGEND UND VIELSEITIG
Der rasch gekippte Tropfen Espresso an der italienischen Bar zum Munterwerden, der Frühstückskaffee aus dem Häferl, das Kaffeekränzchen mit Sonntagsporzellan, die braune Brühe im Pappbecher, das Treffen im Kaffeehaus mit angeregten Gesprächen, die Zubereitungszeremonie zu Hause – Kaffeetrinken hat viele Gesichter. In Österreich beruft man sich gerne auf eine ausgeprägte Kaffee- und Espressotradition.

WAS MASCHINEN ALLES KÖNNEN!
Christa Kuntschik-Hinterholzer von T&T Hinterholzer in Oberndorf hat den professionellen Überblick über moderne Arten der Kaffeezubereitung. „Es gibt so viele und kreative Möglichkeiten, Kaffee zu genießen!“ Hochspezialisierte Markengeräte vereinen all die Erfahrungen aus Jahrzehnten und stellen uns Kaffees zur Verfügung, die die Lebensgeister wecken und das Herz hüpfen lassen. Allerdings achte man auf die Qualität der Zutaten!
Ganz einfach geht’s – ob Espresso, Espresso Doppio, Ristretto (starker Espresso) oder Espresso Macchiato mit aufgeschäumtem Milchhäubchen, Café Crème (auch „Lungo“ oder „Americano“ genannt), Caffé Latte mit Milch oder ein wenig Milchschaum, Latte Macchiato mit warmer Milch und Café Melange mit Schlagobers – in perfekter Zubereitung. Und natürlich auch der beliebte Ca­-
puccino mit der flüssigen Schokoladensauce auf der Milchschaumkrone.

FÜRS AUGE: KAFFEE-DEKO, SCHÖNE GLÄSER, FEINE TASSEN
Christa Kuntschik-Hinterholzer rät, keinen Kakao zum Bestreuen verwenden, sondern immer flüssige Schokolade, „mit einem Holzspießchen können hübsche Hell-Dunkel-Muster gezogen werden.“
Moderne Kaffeezubereitungsgeräte sind echte Tausendsassa: Sie produzieren Espresso mit Pfeffer und Schokolade, „White cool“ mit Zitronenlimonade und Eiswürfeln oder „Red Cool“ mit zusätzlichem Sanbittèr mit Campari-Feeling, „Green Cool“ mit Melonengeschmack. Süßlicher „Irish Cream“ wird für kalte Tage mit dem Whiskyhaltigen „Irish Coffee“ getopt – alles mit Erfolgsgarantie, auf Knopfdruck, bei Vollautomaten am Display visuell verfolgbar.
Für die Auswahl von vakuumverpackten Kaffeekapseln werden von deren Erfinderfirma reine Arabica-Sorten verwendet, das Alu wird recyclet.
Dass edler Kaffee nicht Jahr und Tag aus der gleichen Tasse getrunken wird, versteht sich. Schöne Gläser, auch doppelwandige, Porzellantassen passend für jeden Kaffeetyp und Anlass, gemütliche Häferl fürs Frühstück oder die stille Kaffeepause ... Kaffee lässt sich zelebrieren.

NOSTALGISCHE AKZENTE
Gebrüht, gebrodelt, aufgekocht, gepresst oder gefiltert – alles ist möglich mit Kaffee.
Schon vor gut einem Jahr machten Meldungen über die Renaissance des bis dato als spießig verpönten Filterkaffees aufmerksam. In die Filterkaffeemaschine tröpfelnd oder, noch stylischer, wieder von Hand aufgegossen – trendy als „brewed coffee“ bezeichnet, erlebt Filterkaffee einen Hype von New York bis Berlin, wohl noch ein Großstadt-Thema.
Porzellan-Filterkannen à la 50er Jahre füllen mittlerweile Regale moderner Läden, und, siehe da, daneben stehen auch Kaffeemühlen mit der Handkurbel im Uroma-Look, mit Metallmahlwerk, in Buchenholz von hell bis schwarz oder in glänzenden Metallen.

KAFFEE – EIN STÜCK KULTURGESCHICHTE
Auch die seit 100 Jahren klassische Karlsbader Kaffeekanne aus Porzellan wird wieder gesichtet, die von sich behauptet, Kaffee auf schonendste Art aufzugießen.
Ebenfalls ohne Filterpapier entsteht der Kaffee in der „French-Press-Kanne“ oder Pressstempelkanne, deren Urtyp vermutlich schon um 1850 in Frankreich erfunden wurde: Kaffeepulver in die Glaskanne geben, aufgießen, ziehen lassen, umrühren, Metallfilter runterdrücken. Oder die dreiteiligen italienischen „Espresso-Kannen“, die eigentlich gar keinen „echten“ Espresso erzeugen: Unterteil mit Wasser füllen, Metallfilter mit Röhrchen aufsetzen, Oberteil draufschrauben. Auf den Herd gestellt, beginnt das Wasser bald nach oben zu blubbern, fertig, Kaffee in die Tasse gießen. Es gibt diese Kannen in neuem Design, doch die unverwüstlichen Klassiker aus den 40er Jahren sind immer noch bewährt.
Der Begriff „Mokka“ scheint etwas aus der Mode gekommen zu sein. Er vertritt in kleinen Tässchen die orientalische Kaffeetradition, angereichert mit Kardamom, Zimt und Nelken, heiß, schwarz und süß.
Da in Deutschland die Kaffeesteuer, auch als „Röststeuer“ bekannt, bei jedem Schluck zuschlägt – gut zwei Euro pro Kilo Röstkaffee – beginnt manch einer in seiner Küche eine private Kaffeerösterei – Tipps kursieren im Internet. Vielleicht eine weitere Variante, das Kaffeeritual zu intensivieren?
 
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