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Salzachbrücke

Macht Milch dick? Macht fettarme Milch schlank?

Zu viel Zucker, zu viel Salz, teils hervorstechend im Geschmack, teils heimlich versteckt, dort wo man solcherlei Zutaten gar nicht vermuten würde (Zucker in Wurst und anderen pikanten Sachen), dann noch Fette jenseits aller Ernährungsberatung sowie Geschmacksverstärker, Stabilisatoren, Emulgatoren, Farb- und Konservierungsstoffe; mitunter auch Reste von Pestiziden, Fungiziden, Kunstdünger und Antibiotika ... das ist hinlänglich bekannt.

DIE WOCHEN DES SCHLECHTEN GEWISSENS
Bewusste Ernährung gewinnt an Interesse. Besonders in den „Wochen des schlechten Gewissens“ nach weihnachtlichen Schlemmereien, meist über den ganzen Frühling hinweg. Gerade in dieser Zeit wird verstärkt Werbung für schlankmachende Produkte platziert. Dazu zählen fettarme Milchprodukte.
Warum fettarm? „Das ist ein Trend“, erklären die Milchwerke Berchtesgadener Land in Piding. Und von SalzburgMilch ist zu erfahren, dass der Trend zu fettarmen Produkten eher wieder im Abklingen ist und durch neue Spezialitäten ersetzt wird. So etwa feiern proteinverstärkte Milchprodukte in den USA, England und zur Zeit vor allem in Skandinavien wahre Hoch-Zeiten. Ständig wird an Innovationen getüftelt, auch in Salzburg. Für Sommer wird schon etwas angedeutet ... man kann gespannt sein.

FETTARME MILCHPRODUKTE
Wohin mit dem entrahmten Milchfett? Aus der Landwirtschaft kommende Milch mit rund 3,8 Prozent Fettgehalt wird entrahmt. Mit dem gewonnenen Rahm wird hausintern jedes Produkt vom Topfen bis zum Joghurt auf den gewünschten Fettgehalt eingestellt, beziehungsweise für die Herstellung von Rahmsorten und Butter verwendet.
Befragte Molkereien verarbeiten sämtlichen abgeschöpften Rahm im Haus, „in Bayern besteht ein hoher Butterkonsum“, hört man aus Piding.
Sollte der „Low-Fett-Trend“ tatsächlich abflauen und wieder fetthaltigere Produktsorten bevorzugt werden – wird es einen Engpass für Butter und Schlagobers geben?

EIN GLAS FRISCHE MILCH, EIN KÜHLENDES JOGHURT
Niedrige Fettstufen verlieren also an Bedeutung. Denn Fett wird als Geschmacksträger geschätzt und insgesamt wird auf Genuss gesetzt. Bei SalzburgMilch wird dieser Trend beobachtet: „Lieber bewusst genießen, mit dem Wissen um regionale Herkunft, lieber kleinere Portionen, dafür was G’scheit’s.“
Über den gesundheitlichen Wert von Kuhmilch scheiden sich die Geister, auch wenn keine Lactose-Unverträglichkeit oder Milch­eiweißallergie vorliegt. Einerseits wird artfremdes Eiweiß kritisiert, andererseits wird Milch mit allen ihren daraus gewonnenen Produkten als wichtiger Kalziumspender für alle Altersstufen betrachtet, deshalb (und auch zur Hebung des Milchabsatzes) wird Schulmilch in vielen Ländern gefördert und sollte gesüßten Milchmixgetränken vorgezogen werden.

GENUSS IN MASSEN
Milch steht seit Langem im Kreuzfeuer unterschiedlicher Ernährungs-Ideologien. Sagen die einen, Vollmilch mache schlank,
indem sie die Fettverbrennung ankurble, wird Low-Fett-Verzehrern eine schlankmachende Wirkung suggeriert. Warnen die einen vor pasteurisierter Milch und Antibiotika-Rückständen, schwören andere auf ihr tägliches Glas Milch.
Da ist Entspannung angesagt. Wer auf sein Inneres hören kann und Kuhmilch verträgt, kann sie getrost genießen. Sie enthält Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine, Spurenelemente und Fett. Dieses Milchfett soll nach neueren Erkenntnissen richtig gesund sein, die Buttersäure soll Dickdarmzellen schützen und diversen Bestandteilen werden antivirale und antibakterielle Eigenschaften zugeordnet. Vitamine und ungesättigte Fettsäuren des Michfettes könnten vor Arteriosklerose schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Aber auch hier gilt: Allzu viel ist ungesund!
 
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