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Salzachbrücke

Ökozid oder die Zerstörung unserer (Um-)welt, jedoch: Wir haben nur einen Globus

Ziel des Club of Rome war und ist die gemeinsame Sorge und Verantwortung um bzw. für die Zukunft der Menschheit. Aktuell berichtet der Club of Rome über die Plünderung unseres Planeten, die „eine ernsthafte Bedrohung für die Zukunft des Wohlstands und des Wirtschaftssystems darstellt“.
Dass durch das in den 70ern einsetzende Umdenken viele schlimmen Prognosen nicht eingetreten sind, zeigt, dass gezielte Maßnahmen sinnvoll sind. Das lässt hoffen.

DER ÖKOLOGISCHE FUSSABDRUCK
In den 90er Jahren entstand der Begriff „Ökologischer Fußabdruck“, der für jede Person, für Haushalte, Kommunen, Regionen und Nationen das Verhältnis von Ressourcenverbrauch zu Biokapazität ausrechnen lässt. Insgesamt ist allerdings festzuhalten, dass im Schnitt der Lebensstandard der Weltbevölkerung die Biokapazitäten unseres Planeten übersteigt.

VERLUST DES ÖKOLOGISCHEN GLEICHGEWICHTES
Das leitet über zu Ökozid, zur Umweltzerstörung durch die industrielle Zivilisation, zur Störung des ökologischen Gleichgewichts aufgrund massiver Umweltverschmutzung.
Als mögliche Ökozide seien angeführt: Kernkraftwerke, gezielte Überfischung, das Wasserkraftprojekt Belo Monte Brasilien (für sein Engagement gegen dieses Projekt erhielt der österreichische Missions-Bischof Erwin Kräutler 2010 den Alternativen Nobelpreis), die Folgen von Fukushima, Kohlekraftwerke und Verpressen von verflüssigtem CO2 in tiefe geologische Schichten (als „Klimaschutzmaßnahme“ deklariert), Fracking, Abholzung der Regenwälder zur „Bio“-Sprintgewinnung sowie das Bienensterben.

VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT
Vier Völkerrechtsverbrechen können zur Zeit von dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag (IStGH) verfolgt werden. Seine Zuständigkeit beschränkt sich auf die „schwersten Verbrechen, die die internationale Gemeinschaft als Ganzes berühren“: Genozid (Völkermord), Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und das Verbrechen der Aggression.
NGOs und Bürgerinitiativen verlangen nun, auch den Ökozid als
5. Verbrechen gegen den Frieden im Völkerrecht festzuhalten. Das würde bedeuten, dass Umweltverbrechen geahndet und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

ZERSTÖRUNG UNTER DEM DECKMANTEL SAUBERER ENERGIE
Besonders unappetitlich wird es, wenn unter dem Mäntelchen „sauberer Energien“ und alternativen Engagements einzelne Profiteure die Umwelt nachhaltig verletzen, sei es in gigantischen Windkraft-Monokulturen ohne Augenmaß oder sei es eine aktuelle Waldzerstörung für Windräder im Kobernaußerwald durch breit aufgeschotterte Straßen und dauerhafte Rodungen, ohne naturschutzbehördliche Bewilligungen.
Wir brauchen Energie, wir brauchen saubere Energie – aber wir brauchen nicht so viel wie wir zur Zeit verpuffen. Und könnten trotzdem unseren gewohnten Standard beibehalten.

DER MENSCH IST LERNFÄHIG – ALSO GIBT ES GRUND FÜR HOFFNUNG
Carola Kraller und Josef Steinbacher vom Energiekompetenzzentrum RS-EP Santner in Freilassing sind Spezialisten für Öko-Strom, Solarenergie, Photovoltaik, Kleinwindkraftanlagen, Wärmepumpen. „Gedankenlosigkeit tut uns nichts Gutes. Wir müssen unsere Einstellung überdenken“, so Kraller. Energie-Quellen, die uns die Erde kostenlos anbietet wie Wind, Sonne, Luft kann jeder in seinem Rahmen nutzen, alleine schon durch den Bezug echten Ökostroms. Damit werden saubere Anbieter unterstützt. Steinbacher ergänzt: „Auch mit Kleinigkeiten kann viel erreicht werden. Wer sich keine Photovoltaik-Anlage montieren kann, hat die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung an Gemeinschaftsanlagen, egal ob Windenergie oder Photovoltaik.“
Muss man wirklich immer nur mit dem Auto fahren? Fällt uns nichts anderes ein? Im Energiekompetenzzentrum denkt man anders, favorisiert man Kleinstrukturen und macht sich Sorgen über alles, was überdimensioniert ist. Es ist möglich, unseren Standard halten zu können, ohne das Gefühl eines „schmerzlichen Verzichts“ zu haben.
„Niemand braucht auf Komfort zu verzichten“, lautet das Credo der beiden, „aber jeder kann in seinem Rahmen einen ökologischen Beitrag leisten.“ Und sich dann auch wieder freundlich im Spiegel anschauen.
Weg von Riesenanlagen, hin zu regionalen und örtlichen Kleinstrukturen – dass im Kleinen sehr viel zu machen ist, beweist der Markt Rettenbach im Allgäu, der sich von der Energie bis zum Großteil der Lebensmittelversorgung selbst versorgt und durch eigene Währung die Kaufkraft im Ort belässt.

Zum Lachen?
Treffen sich zwei Erdkugeln.
Die eine ist ganz grau und matschig.
Fragt die andere besorgt: „Was hast du?“
Mit schwacher Stimme sagt die Leidende: „Ich habe Mensch.“
Tröstet die andere: „Keine Angst, das geht vorüber.“
 
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