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Salzachbrücke

Eigener Herd ist goldes Wert – die Renaissance der holzbefeuerten Zusatzherde

Wurden in den 80er Jahren holzbefeuerte Herde aus den Küchen verbannt und bei Neubauten gar nicht mehr eingeplant, erleben solche Herde nun eine Renaissance. „Sie sind die Zukunft, sie sind krisensicher!“,  erklärt Franz Ponsold von Ofen Weiss in Oberndorf, „und obendrein multifunktionell.“

DAS ZEREMONIELL DES EINHEIZENS – KEINE HEXEREI
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen vorgefertigten Standherden, teilvorgefertigten Herden und gesetzten Herden. Beheizt werden sie mit Stückholz, Holzbriketts oder Pellets.
Den Umgang mit Einheizen und Nachlegen lernt man rasch, manche lieben genau dieses Zeremoniell. Auch das Regulieren der Hitze mit dem Nachlegen – mehr Holz, mehr Hitze, Untertürl auf, Türl zu – hat man bald im Griff. Sogar die Asche ist heute meist kein Problem, bei manchen Herden reicht ein monatliches Aussaugen mit dem Staubsauger.
Es gibt Herde mit der Stahlplatte wie vor 100 Jahren oder mit Ce­-­ranplatte oder kreisformigen Ceranflächen. Zusatz-Gemütlichkeitsfaktor: Ceranplatten schimmern rot und spiegeln sich an der Decke.
Das Design der Küchenherde ist breit gefächert und reicht von nostalgisch-romantischen Herdtypen über sachliche Formen bis hin zu hochmodernen Modellen. Allemal ist so ein Herd eine langlebige Investition.

GROßMUTTERS TISCHHERD
Hans Hinterholzer vom gleichnamigen Haushaltswarengeschäft in Oberndorf bietet Zusatzherde an und registriert eine gesteigerte Nachfrage. „Es gibt Modelle mit 40 cm Breite, ab 60 cm verfügen sie auch über ein Backrohr.“ Die Breiten können bis zu zwei Meter erreichen, die Herde werden auf Wunsch nach Maß im Werk angefertigt; ebenso in der Höhe kann auf Kundenwünsche eingegangen werden. Auch extravagante Formen sind möglich, zum Beispiel die runde Kochinsel, zum privaten Schau-Kochen bestens geeignet.
Die lange Tradition der Holzherde wird heute weder romantisiert noch glorifiziert, da­-rüber sind sich alle Herd-Anbieter einig: „Das Bratl schmeckt besser, das im Holzofen gebackene Brot schmeckt besser, die Suppen und das Wokgericht – alles besser!“ Außerdem verbreitet sich rundum diese gewisse Ofenwärme, man hört das Knistern und Knacken des Feuers.

MULTIFUNKTIONALE ENERGIE-ZAUBERER
Herde sind wahre Energie-Wunderkinder, sie spenden Wärme, die eben auch zum Kochen und zur Warmwasseraufbereitung genützt werden kann, mit innovativer Technik taugen sie für Niedrigenergiehäuser, verfügen über beste Energieeffizienz bei geringster Umweltbelastung. Mit entsprechenden Brandschutzeinheiten können sie direkt an die Küchenmöbel angebaut werden und wasserführend als Zentralheizung ein Häuschen oder eine Etage beheizen.

JUNGES KLIENTEL IN MODERNEN HÄUSERN
Hafnermeister Franz Ponsold, Inhaber der Firma Ofen Weiss, auf die Frage, welche Leute sich von ihm einen Küchenherd setzten lassen: „Junge Leute in hochmodernen Häusern! Kachelherde gehören zur modernen, offenen Küche, zum privaten Erlebniskochen.“ Ein Drittel aller gesetzten Herde von Weiss entfällt auf Küchenherde, die allesamt nicht nach Standard, sondern nach Bedarf hergestellt werden. Warmwasser kann über das altbekannte „Schiff“ so nebenbei erwärmt werden oder, auf zeitgerechte Weise, per Wärmetauscher die Heizung des Hauses unterstützen.
Da gesetzte Herde durch die Wand auch andere Räume so praktisch und energie­sparend mitbeheizen können, werden auch Badeöfen wieder aktuell.

VERKACHELT ODER VERPUTZT
Stephan Lang, ebenfalls Hafnermeister aus Oberndorf, bietet auch teilvorgefertigte Küchenherde an, die je nach Wunsch gekachelt oder verputzt werden können. Bei ihm werden Herde von der kleinen „Notkochstelle“ über Herde laut Prospekt in allen Grundrissen bis zu individuellen Durchheizherden verlangt, die Nachfrage steigt. Seine Kundschaft repräsentiert alle Altersgruppen. Exaktes Einhalten sämtlicher Normen und aller Auflagen betreffend Abgas- und Feinstoffwerte, Abstände und Brandschutzrichtlinien ist selbstverständlich notwendig.
Lang verwendet schon heute Keramikroste, die den ab 2015 erforderlichen Bestimmungen entsprechen.
Zum Thema Herdplatten favorisiert Lang Feuerstahlplatten gegenüber Ceranfeld: „Feuerstahl ist langlebiger, unempfindlicher und übertrifft Ceran auch in Wärmeleitung und -speicherung.“
Und die Pflege der Stahlplatten? „Kein Problem – im Sommer mit Spezialöl einlassen und im Winter kocht man drauf.“ Wenn etwas übergeht? Macht auch nichts.
 
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