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Salzachbrücke

Ohne Dach kein Haus

Die Wahl des Daches wird von der jeweiligen Tradition bestimmt, die durch das regionale Klima geprägt ist und sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Die Unterschiede sind groß, aber nur eines ist sicher: Ohne Dach kein Haus.
Durch die Erweiterung des „eigenen Tellerrandes“, durch Einflüsse und Verbindungen quer über die Welt ändern sich Ansprüche, Trends und Moden.
Materialentwicklungen und technische Erneuerungen leisten das Ihrige, um die Auswahl der Angebote zu vergrößern.

LANGFRISTIGE INVESTITION
Vorneweg sei gleich Helmut Huber von Huber-Dach aus Moosdorf zitiert: „Man soll beim Dach nicht sparen, sondern auf langfristige Haltbarkeit achten.“ Dazu bedarf es fachlicher Beratung. Bei Neubauten dominieren in seinen Auftragsbüchern Tondachziegel diverser Hersteller, bei Sanierungen wird vermehrt auf Metall (Aluminium oder Stahl) gesetzt. Verschiedene Systeme dienen zur Schnee- und Sturmsicherung. Selbstverständlich werden DIN-Standards erfüllt oder gar übertroffen.

FÜR ALPINHÜTTEN UND SOTSCHI-NEUBAUTEN
Als führender Spezialist für Aluminium-Eindeckungen erläutert Helmut Schmalzl von Prefa Dach aktuelle Trends: „Unsere Hauptprodukte sind Dachplatten ab zwölf Grad Neigung. Aber die Dächer werden immer flacher, zwischen fünf und zehn Grad.“ Das ergibt neue Anforderungen, die nach dem Vorbild alter Kirchendächer mit Metallbahnen erfüllt werden. „Wir setzen auf Doppel-Stehfalz-Deckungen.“ Über Holzvollschalungen wird eine regensichere bituminöse Trennlage und darauf die Blechdeckung aus 0,7 mm Alu verlegt. Schneerechen, angebracht ohne Dachdurchdringung, schützen bei Schnee und Eis vor Dachlawinen. Die Langlebigkeit wird mit 40 Jahren „Garantie auf alles“ belegt, ebenso durch Referenzen wie Projekte mit Alpenvereinen und Auftraggebern in Sotschi. Schmalzl: „Zu den Vorteilen zählt auch die Optik – Dach, Dachrinnen und Fassade können in einheitlicher Farbgebung harmonieren.“

STEIGENDER TREND ZU FLACHEN DÄCHERN
Bis zu einem Neigungswinkel von maximal zehn Grad spricht man von Flachdächern.
Als wahrer Fan von Flachdächern präsentiert sich Hüseyin Demir von Flachdach Flachgau in Bürmoos. Das Unternehmen mit 20-jähriger Erfahrung in Bauwerksabdichtung dichtet nicht nur Keller, Terrassen oder Balkone ab, sondern auch Dächer. Demir: „Flachdächer sind in der Anschaffung teurer, aber nach rund 30 Jahren Haltbarkeit sind Sanierungen unkompliziert.“ Er erinnert an die schweren Hagelschäden vor wenigen Jahren in und um Bürmoos: „Man braucht nur eine neue Lage anzubringen.“ Verlegt werden PVC- oder Bitumen-Bahnen mit Gefälleplatten.
Interessant in energiebewussten Zeiten: das Wärmedach. Eine – je nach Architektenvorgabe – 20 bis 40 cm dicke Dampfsperre lässt das Haus übers Dach „atmen“, Luftfeuchtigkeit entweicht nach außen, bei gleichzeitigem Schutz vor äußerer Feuchtigkeit.

VIELFALT IN LUFTIGER HÖH’
Die hierzulande seit Jahrhunderten architektonisch und konstruktiv bewährten Sattel- und Walmdächer mit ihren regionalen Neigungs- und Traufhöheunterschieden haben längst „Zuwachs“ bekommen.
Pultdächer mit einseitig geneigter Dachfläche revolutionierten die Szene in den letzten Jahrzehnten. Waren sie einst Nebengebäuden, Schuppen und Garagen vorbehalten, wird jetzt an ihnen besonders der zusätzliche Wohnraumgewinn geschätzt.
Aus dem Satteldach wurde das villenartige Mansarddach entwickelt, das extra Raum schafft.
Wer seinem Haus einen mediterranen Touch verleihen möchte, kann sich für ein Zeltdach entscheiden, wer es extravagant möchte, kann ein kirchenartiges Kuppeldach oder ein Tonnendach wählen.

DÄCHER ZUR ENERGIEGEWINNUNG
Dachschrägen bieten sich als Montagefläche für Solarzellen an. Auf Flachdächern, vornehmlich von gewerblichen Hallenbauten, ist viel Platz für Solarzellen, die im optimalen Winkel zur Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Hier ist auch Platz für Kleinwindkraftanlagen, derer es bereits eine ansehnliche Auswahl gibt, etwa in nied­-riger Horizontalanordnung – die SALZACHbrücke berichtete.

FLACHDACH MIT ZUSATZFUNKTIONEN
Flachdächern eilte der Ruf voraus, anfällig und undicht zu sein. Neue Materialien und ausgeklügelte Konstruktionssysteme sorgen für eine verlässliche Qualität.
Flachdächer lassen sich nicht nur als Standort für Energieerzeugung und Gebäudetechnik nutzen. Bei entsprechender Gestaltung können sie als Dachterrasse oder als erweiterte Wohnfläche, als Parkdeck oder sogar als Sportanlage ihre Vielfalt beweisen. Lichtkuppeln sorgen für Tageslicht im Innenbereich.
Flache Dächer, die begangen oder befahren werden, müssen über eine gut funktionierende Entwässerung und rutschfesten Belag verfügen, etwa frostsichere keramische Platten, Holzdielen oder Betonplatten, Natur- oder Naturwerksteinplatten oder Kies.
Begrünte Dachflächen können einen Hausgarten ersetzen. Zur Verbesserung des Klimas tragen auch nicht zu begehende, flache Gründächer bei, etwa auf Nebengebäuden wie Garagen oder Carports.
Es eignen sich naturnah angelegte Vegetationsformen mit niedrigem Wuchs oder bodendeckende Intensivbegrünungen mit Stauden, Gräsern und kleinen Gehölzen. Der Pflegeaufwand soll gering sein, manche Pflanzen müssen allerdings je nach Witterung auch bewässert werden.
Nicht nur im Orient kann man sein Bett schnappen und unterm Sternenhimmel warme Nächte verbringen – das lässt sich auch auf dem heimischen Flachdach genießen!
 
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