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Salzachbrücke

Kneifelspitze

Christian Schickmayr

Während Tourenbegeisterte in höheren Lagen noch idealen Firn für sonnige Schitage vorfinden, blühen in tiefen Lagen bereits die ersten Frühlingsboten. Huflattich, Schlüsselblumen, Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen, Primeln und Leberblümchen sprießen aus den Wiesen und die lichten Laubwälder sind voll von Schneerosen. Letztere sind in wärmeren Wintern übrigens ab Dezember durchgehend präsent.
Wer blütenbesetzte sonnige Hänge mit herrlicher Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel der Berchtesgadener Alpen besteigen will, kann dies unweit von Salzburg mit der Kneifelspitze tun. Verschieden lange Anstiege führen von verschiedenen Seiten auf den 1.189 Meter hohen Aussichtsberg zwischen Untersbergmassiv und Watzmann.
Ausgangspunkt für die Wanderung ist Maria Gern, wo auch Parkmöglichkeiten unter der Kirche vorhanden sind, die Auffahrt zum oberen Parkplatz ist eng und extrem steil und nur bei trockener Straße ratsam. Ein weiterer beliebter Ausgangspunkt, der den Anstieg etwas verlängert, ist der Parkplatz beim Krankenhaus beim Rosenhof, nahe Berchtesgaden.
Von hier gehen wir vorerst ein paar Schritte nach Süden, rechts liegt dann eine Kapelle, hier geht es links hinunter zum Gernbach. Nach der Holzbrücke führt ein Wanderweg in Richtung Maria Gern. Bei der Wallfahrtskirche geht es dann rechts hinauf die oben erwähnte steile Straße entlang. Bei der ersten Kurve kann man wählen zwischen dem kürzeren Direktanstieg, der links die Straße entlang weiterführt und nach dem Parkplatz in den Wald einmündet. Der schönere, aber längere Anstieg führt ab dieser Kurve geradeaus weiter durch ein kurzes Waldstück, danach erreicht man die Marxenhöhe, eine kupierte Wiese mit Schautafeln und einem fantastischen Ausblick auf Watzmann und benachbarte Gipfel. Der gut markierte Weg führt abwechselnd durch Wald und über Wiesen und trifft weiter oben wieder auf den Normalweg. Zahlreiche Abkürzungen führen während des Anstieges durch den Wald, teilweise dicht bewachsen mit blühenden Schneerosen. Das Pflücken bzw. Ausgraben dieser Blumen ist übrigens strengstens verboten!
Ein weiterer Anstieg führt von Norden her auf den Gipfel, dieser ist durch seine schattige Lage aber nur im Sommer zu empfehlen. Man folgt in Maria Gern dem Gernbach bis Hintergern. Ein schöner Weg führt vorerst entlang des Baches, später entlang der Straße bis zu einer rechtsführenden Abzweigung, die nördlich um die Kneifelspitze herumführt. Über die Ostflanke wandert man schließlich auf schlecht markiertem und bei Laub schwer zu findendem Weg bis zum Gipfel.
Oben angekommen, erwartet den Wanderer ein herrlicher Rundblick. Im Norden liegen die Südwände des Untersberges, der Blick reicht bis zur Stadt Salzburg. Hier finden sich auch einige Bänke, wo man seine Jause einnehmen kann. Wer eine solche nicht mit hat, kann wenige Schritte weiter zur „Pauls Hütte“, gehen, die, einer Aussichtsfestung gleich, mit mehreren Terrassen einen 180°-Blick nach Süden bietet. In der Hütte gilt Selbstbedienung, neben Getränken gibt es auch fertige Gerichte und Mehlspeisen, die eigene Jause verzehrt man doch besser abseits des meist überfüllten Gasthauses. Die Hütte hat bei Schönwetter an Wochenenden auch im Winter geöffnet.

Daten und Fakten:
Einfache, viel begangene Wanderung, gut als Halbtages-Rundtour zu planen. Wege gut markiert, schottrig, tw. steil.
Gehzeiten für Anstiege ab Maria Gern: je nach Wegwahl 1 1/4 bis 2 Stunden, über Hintergern ca. 2,5 Std. Ab Rosenhof ca. 40 Min. länger. Anreise über Bad Reichenhall oder Markt Schellenberg.

 
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