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Salzachbrücke

Kulturheidelbeeren erobern die Hausgärten

Unter „bereift“ versteht man den weißlichen Belag der frischen Beeren. Teilweise können die Beeren eine beachtliche Größe erlangen. Bis zu 6 Gramm pro Beere sind bei manchen Sorten keine Seltenheit. Der Geschmack der Beeren kann durch den Erntezeitpunkt sehr stark beeinflusst werden. Nur wirklich reife Beeren haben auch den typischen Heidelbeergeschmack und können mit den Beeren aus heimischen Wäldern durchaus mithalten. Im Garten werden die Beeren vollreif geerntet und schmecken daher auch vorzüglich. Beeren aus weiter entfernten Anbaugebieten müssen, um den Transport zu überstehen, etwas früher geerntet werden und schmecken daher oft fad und neutral.

Voller Geschmack und maximale Frische durch eigenen Anbau
Heidelbeeren haben aber besondere Ansprüche an den Boden. Lediglich leichte Böden mit einem durchlässigen Untergrund eignen sich für den Anbau. Kalkhaltige Böden sollten gänzlich vermieden werden. Der optimale pH-Wert liegt bei 3,5 bis 4,5. Im Garten finden wir diese Bedingungen selten vor. Drei Möglichkeiten, den Pflanzen den perfekten Boden bieten zu können, sind die Pflanzung in Gräben, auf Dämmen und im Topf. Bei der Grabenkultur werden 80 bis 100 cm breite und mindestens 60 cm tiefe Gräben ausgehoben. Diese Gräben werden mit saurem Material wie Torf, Kiefernrinde, Sägespäne von Nadelgehölzen, gehacktem Nadelholz oder ähnlichem aufgefüllt. Dieses Material verrottet rasch und muss daher jährlich einmal nachgefüllt werden. Bei der Pflanzung wird so viel Material in den Graben gegeben, dass ein 30 cm hoher Hügel entsteht. So beugt man einem „Versinken“ der Pflanzen in den kommenden Jahren vor.
Bei der Dammpflanzung ist die Erstellung der Anlage ohne großen Aufwand möglich. Bei dieser Methode werden mindestens 80 cm hohe und 100 cm breite Dämme aus dem vorher erwähnten saurem Substrat aufgeschüttet. In diesem Damm wird gepflanzt. Der Vorteil einer Dammkultur ist, dass der Boden schneller erwärmt und die Wasserführung im Boden meist besser ist. Es kommt hier eher selten zu Staunässe, welche von den Heidelbeeren nicht vertragen wird. Auch bei der Dammpflanzung muss regelmäßig saures Mulchmaterial nachgelegt werden. Die Verbesserung der Dammpflanzung wäre das klassische Hochbeet, wobei unbedingt auf eine gute Drainage in den unteren Bodenschichten zu achten ist.
Für den Hausgarten, die Terrasse oder den Balkon ist die Pflanzung im Topf wohl die sinnvollste Variante: Hier werden Kübel mit einem Inhalt von rund 90 Litern verwendet. Unten werden in den Topf ca. 15 Löcher mit einem Durchmesser von 15 mm gebohrt, um das Wasser ableiten zu können. Der Topf wird anschließend schichtweise gefüllt. Erste Schicht sind ca. 10 cm Hackgut, die nächste Schicht besteht aus rund 15 cm Sägespänen und als Abschluss kommen noch rund 10 cm Weißmoostorf hinein. In diese Torfschicht werden nun die Pflanzen gepflanzt. Das noch eventuell verbleibende Volumen wird mit weiteren Sägespänen bis zum Rand des Topfes aufgefüllt. Die richtige Wasserführung und Düngung ist hauptverantwortlich für eine erfolgreiche Kultivierung von Heidelbeeren im Garten.
 
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