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Cinque Terre

Rund 700 km Fahrstrecke liegen bis La Spezia vor uns. Über die Brennerautobahn bis Mantova, von dort kürzen wir auf der Bundesstraße nach Parma gut 40 km ab und fahren auf der A16 weiter bis nach La Spezia. Die Hafenstadt mit knapp 100.000 Einwohnern liegt am  östlichen Ende der Riviera de Levante und ist sozusagen das Tor zur Cinque Terre. Über eine steile Bergstraße mit herrlicher Aussicht auf die Hafenstadt geht es hinauf bis zu einem Tunnel, welcher kerzengerade durch den Berg in Richtung Riviera führt. Man sollte langsam aus dem Tunnel hinausfahren, denn der Anblick der Küste nach Verlassen der dunklen Röhre ist atemberaubend.  Die Straße führt hoch über dem Meer kurvig entlang dichter Wälder zur Bergseite und steil abfallender Weingärten zur Meerseite. Zu den fünf kleinen Dörfern (von Süd nach Nord) Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare führen nur sehr steile und schmale Stichstraßen hinunter, die alle an einem großen (gebührenpflichtigen) Parkplatz am oberen Ortseingang enden. Ab hier sollte man gut zu Fuß sein, bis zu zwei Kilometer Fußmarsch zum Meer durch typisch italienische Gässchen sind noch zurückzulegen, dafür erwartet die Besucher unvergleichlicher Flair in den völlig autofreien Dörfern. Lediglich der Lärm der Eisenbahn, die der Küste entlang mitten durch die fünf Dörfer fährt, stört die Idylle.
 
Die ist es aber immerhin, die jährlich auch tausende Rucksacktouristen und Wanderer in die Region bringt. Man hat sich hier auf diese Reisenden eingestellt, in jedem Ort gibt es Jugendherbergen und günstige Privatquartiere. Wir hatten dabei besonderes Glück, wohnten wir doch im höchstgelegenen Zimmer mitten in Corniglia mit traumhafter Aussichtsterrasse inklusive Blick über die Dächer, das Meer und die untergehende Sonne im Westen.
Bedingt durch den fehlenden Strand ist Corniglia der ruhigste Ort der Region. Ein echter Tipp für Individualisten, mit etwas mühsamer Anreise auf besonders schmaler Straße. Wer zum Wasser will, muss über hunderte Stufen hinunter zum Meer, um festzustellen, dass es dort außer etlichen Fischerbooten nichts zu sehen gibt.
Die Steilheit der Region sorgt beim Publikum für eine gewisse Auslese: Konditionsschwache Sightseeing- und Shoppingtouristen sind hier fehl am Platz, dafür sieht man sehr viel Jugend, Wanderer und Mountainbiker. Für diese sind vom Club Alpino Italiano etliche Routen bestens ausgeschildert. Am Sentiero Azzuro – einem Wanderweg entlang der Küste – kann man alle fünf Orte zu Fuß erwandern. Man benötigt für den Wanderweg, der durch viel privates Gelände führt, zumindest in der Hauptsaison ein Permit, welches mit ca. 5 Euro pro Tag und Person zu Buche schlägt. Gilt aber als Eintrittskarte für alle Wanderwege im Nationalpark.
Ein Besuch von Vernazza ist mit einem längeren Fußmarsch verbunden, außer man wählt für die Anreise ein Schiff, welches wie die Eisenbahn regelmäßig zwischen den Orten verkehrt. Am Hafen von Vernazza herrscht buntes Treiben. Zahlreiche Lokale finden sich am sonnigen Hauptplatz direkt am Meer, die meisten davon leider sehr vertouristet und teuer.
Manarola im Abendlicht (großes Foto), dessen Häuser wie Vogelnester am Felsen kleben, ist ein Erlebnis für sich. Alles ist auf­ ­engs­tem Raum untergebracht, für Restaurants und Pizzerias findet sich aber dennoch genug Platz, von denen es hier zahlreiche und auch sehr gute gibt.
Am nördlichen Ende der Cinque Terre erreichen wir Monterosso al Mare, dem einzigen Ort mit einem echten Strand. Dieser wird übrigens in der ganzen Länge von der Eisenbahn begleitet. Dennoch genießen wir in einem der vielen Lokale herrliche Pasta mit Wein aus der Region. Diese Köstlichkeit wird auf Grund der geringen Mengen, die auf den steilen Terrassen gelesen werden, nur hier in der Cinque Terre serviert. Umso mehr haben wir ihn genossen.