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Salzachbrücke

Bevor die Kälte kommt...

Sobald sich die Blätter zu verfärben beginnen, die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, sollten auch wir mit der „Vorbereitung“ auf Herbst und Winter beginnen. Und das heißt vor allem: Warm halten! Nicht nur wollige Kleidung und hochgedrehte Heizkörper wärmen uns von außen, wir können auch unser „inneres Stövchen“ anschalten. Von innen aufgewärmt, sind wir gegen allerlei Infekte gefeit.

Wärme von innen rechtzeitig entfachen
Kalte Füße sind nicht nur unangenehm, oft folgt eine Erkältung. Ebenso kann ein fröstelnder Rücken Vorbote von sieben Tagen Halsschmerz, Husten & Co sein. Wir kennen das. Mit Zittern und Zähneklappern versucht sich der Körper aufzuwärmen. Das können wir besser mit der Unterstützung durch jahreszeitgerechte Ernährung. Fernöstliche Weisheiten wie Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Ayurveda predigen seit Jahrtausenden unter anderem den Umgang mit Kälte und Wärme und ordnet diesen Gruppen bestimmte Lebensmittel zu. Auch Hildegard von Bingen, Paracelsus, Pfarrer Kneipp wussten, was wärmt. Die Traditionelle Europäische Medizin (TEM), die aus deren Erkenntnissen erwachsen ist, lebt diese Überlieferung fort.

Rohkost reduzieren
Was uns im Sommer kühlt, passt jetzt nicht mehr. Etwa Rohkost, die schwerer zu verdauen ist als Gekochtes; abgesehen davon, dass viele Leute Rohkost ohnehin nicht gut vertragen, wird zu ihrer Verdauung Wärme verbraucht, die dem Körper nachher fehlt. Hingegen beinhalten gekochte Gemüsegerichte die Reifungsenergie der Sonne und zusätzlich die Energie der Zubereitung. Man besinne sich heimischer „Wintergemüse“ wie Kraut und Karotten, Kohlrabi, Pastinake und Topinambur bis zu all den Arten von Kohl, einschließlich Blumen- und Rosenkohl.
Auch für Salate darf jetzt aufgekocht werden: Kartoffeln, rote Rüben, Sellerie. Derlei Gemüsesorten liefern uns das jetzt so wichtige Vitamin C.
Zu kühlendem Obst und Gemüse zählen laut TCM nicht nur Tomaten, Gurken und Wassermelonen, sondern auch Südfrüchte – das bedeutet, Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen und Mandarinen kühlen und sind bei Neigung zu Frieren und Verkühlung zu meiden. Hingegen sind Kraftsuppe aus Fleisch und Gemüse oder Hühnersuppe die Suppen der Saison! Oder inhaltsreicher komponiert als deftige Eintöpfe.

Gewürze heizen uns ein
Im Bioladen Freilassing gibt Erwin Hurter Rat: „Am deutlichsten ist die Wirkung wärmender Gewürze, die wir ab jetzt in unseren Speiseplan einbauen sollen.“ Ihre durchblutungsfördernden Eigenschaften heizen uns ein, ihre zahlreichen Inhaltsstoffe tun ein Übriges zur Stärkung der Immunkraft. Sie schärfen unsere Sinne, fördern die Schleimsekretion, unterstützen die Verdauung.
Wenn wir Ingwer nicht übers ganze Jahr verwenden, so können wir spätestens jetzt damit beginnen: Frische Ingwer-Knollen (am besten aus Peru) wirken nicht nur gegen (Morgen-)Übelkeit bei Schwangerschaft und auf Seereisen, sie sind bekannt für entzündungshemmende Eigenschaften. Viele schwören auf Ingwer bei Muskelschmerzen und sogar bei Rheuma – Gewürz oder Arznei? Das ist hier die Frage – beides vermischt sich. Wenn man weiß, dass man gegen Kälte empfindlich ist, kann man mit täglichem Ingwer-Aufguss gegensteuern. Ingwer gibt es auch kandiert für unterwegs; und Ginger-Ale ist auch was Feines.
Galgant, eine Lieblingswurzel von Hildegard von Bingen, wird auf Grund seines lateinischen Namens „Alpinia officinarum“ auch als „Alpen-Ingwer“ bezeichnet. Er tut Magen und Verdauung gut, wirkt gegen Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden und bei Fieber. Und bei Erkältung, am besten vorbeugend.
Kurkuma, auch „Gelber Ingwer“ genannt, ist ein Bestandteil von Currypulver und schon in kleinen Mengen wirksam: gegen entzündliche Erkrankungen diverser Arten, von Arthritis bis Gastritis. Kurkuma entgiftet und tut der Leber gut. Er könnte auch krebshemmend wirken und Ablagerungen von gewissen Eiweißkomplexen im Gehirn verhindern und somit Alzheimer vorbeugen – Studien weisen in diese Richtung.
Ebenfalls aus der Familie der Ingwergewächse stammt Kardamom. Doch anders als bei seinen „Verwandten“ werden nicht die Wurzel oder das Rhizom verwendet, sondern Samenkörnchen eines bis zu fünf Meter hohen Baumes, die in Kapseln reifen. Diese Körnchen zerstößt man im Mörser. Der typische Kardamom-Geschmack sticht aus Chai-Tee heraus, er ist auch beliebt als Kaffeewürze, kombiniert mit Zimt und Vollrohrzucker. Auch wenn Kardamom vorrangig als Gewürz gilt, fördert sein ätherisches Öl die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion und schafft Erleichterung bei Katarrh.

Von A wie Anis bis Z wie Zimt
Gewürze waren wertvoll und teuer, Kriege wurden um sie geführt. Wertvoll sind sie heute noch, auch wenn sie nicht mehr unerschwinglich sind. Natürlich ist auf die Qualität der Gewürze zu achten. Schon in den traditionellen Lebkuchen, die wir uns in kalter Jahreszeit schmecken lassen, sind seit jeher wärmende Gewürze, von A wie Anis bis Z wie Zimt enthalten.
Um uns rechtzeitig vor dem Winter mit der Kraft der Gewürze aufzuwärmen, lassen sie sich in unsere Kost einplanen, in Smoothies mischen, Tees beifügen oder in Kapselform einnehmen.
Eine spezielle, gut bioverfügbare Kombination von Gewürzen wie Kurkuma und Pfeffer, Ingwer und Kardamom arbeitet Erwin Hurter vom Bioladen Freilassing in Kokosöl ein: einen Teelöffel dieser Mischung im Mund zergehen lassen und langsam schlucken. So können die Wirkstoffe bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.
Nicht warten, bis wir bibbern und schlottern – heizen wir uns schon früher ein. Am besten, wenn sich die Blätter zu verfärben beginnen. So kann es gelingen, die im Sommer getankte Sonnenenergie länger zu erhalten! Wärme stärkt das Immunsystem, Wärme schützt vor Infekten, Wärme ist ein Wohlfühlfaktor.
 
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