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Alternative Antriebstechnologien erobern den KFZ-Markt

Überlegen Sie auch beim Tanken, wo der Sprit möglicherweise günstiger sein könnte oder kalkulieren Sie genau, wann Sie tanken fahren? Geht es nach Experten, kann diesem beinahe täglichen Preisschock an der Tankstelle ausgewichen werden, indem Autos mit alternativen Antriebstechnologien forciert werden. Schaut man genauer hin, bemerkt man, dass auf diesem Sektor die großen deutschen Autohersteller Nachholbedarf haben. Eine Untersuchung der angemeldeten Patente für Hybrid- und Elektroantriebe zeigt einen deutlichen Vorsprung japanischer Hersteller, allen voran Toyota, Nissan und Honda. Die großen deutschen Konzerne Daimler, BMW oder Volkswagen besitzen lediglich 7,5% der relevanten Patente, auch wenn für dieses Jahr ein Rekord zu Buche steht mit insgesamt 171 Patenten, die von den Deutschen bereits angemeldet wurden.

Seat baut sein Image der jungen Marke auch im alternativen Antrieb aus
Vor kurzem wurde der Seat IBX Concept Car auf der Automobilmesse in Frankfurt präsentiert. Damit wird nicht nur das neue Design durch eine charakterstarke Form weiterentwickelt, sondern der hochmoderne Hybridantrieb verbindet perfekt Elektromobilität für die Stadt mit maximaler Überland-Reichweite. Aufbauend auf das Elektro-Sportcoupé IBE, das im Vorjahr mit großem Erfolg präsentiert wurde, hat man den IBX in elementaren Strukturen weiterentwickelt und als komplett neu dimensionierte Fahrzeugarchitektur als Kombination aus SUV und Coupé geschaffen.
Mit einer Fahrzeuglänge von 4,26 Meter ist er durchaus der Kategorie der Crossover zuzurechnen, wären da nicht die weitge­spannte Dachlinie, lediglich zwei Türen und die markanten hinteren Dachsäulen, die eindeutig dem Coupé zugeordnet werden können.
Die Technologie des Verbrennungsmotors lässt sowohl TDI als auch TSI zu und nützt natürlich sämtliche Parameter aus der bei SEAT verfügbaren Ecomotive Fahrzeuglinie. Zum Mobilitätsanspruch in der modernen City, aber auch dem der jungen Generation entsprechend, liegt die Reichweite mit reinem Elektroantrieb bei ca. 45 Kilometer. Sind weitere Strecken zu absolvieren, schaltet sich der Verbrennungsmotor zu, der über die modernsten Direkteinspritzer verfügt. Grundsätzlich ist der Seat IBX mit Frontantrieb gedacht, je nach Akzeptanz am Markt ist auch eine Allradvariante angedacht.

Peugeot fährt bereits seit 70 Jahren elektrisch
Sogar ausgewiesene Kenner der Automobilbranche sind erstaunt, dass ausgerechnet der französische Hersteller mit dem Löwen zu den Pionieren der Elektromobilität gehört. Bereits 1941 kurvte der erste elektrische Peugeot durch die Straßen Paris, der Peugeot VLV. Was damals eine rein praktische Überlegung war, gilt heute als Vorreiter im Umweltgedanken. In den Kriegswirren und der deutschen Besatzung in Frankreich war Treibstoff rationiert, so entwickelten die Ingenieure den Elektromotor und konstruierten den sowohl technisch als auch optisch außergewöhnlichen VLV. Die Buchstaben stehen für Voiture Légère de Ville, übersetzt mit „Leichtem Stadtauto“. Das Cabrio, das zwei Fahrern Platz bot, hatte im Antrieb in Reihe geschaltete Zwölf-Volt-Akkus, die den Antrieb im Heck steuerten und damit eine beachtliche Reichweite von 80 km für das KFZ erreichten. Die Höchstgeschwindigkeit betrug stattliche 30 km/h. Nach Beendigung des Krieges verlor der VLV seine Daseinsberechtigung, der es in fünf Jahren immerhin auf 400 Stück Produktion und Verkauf brachte.
Ab 1995 brachte Peugeot den Stromer 106 eletrique heraus, ein für jedermann erschwingliches und verfügbares Auto, das komplett emissionsfrei unterwegs war. Dieser wurde von einem 11 kW starken Gleichstrommotor angetrieben und erlaubte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Die NiCad Akkus sorgten für eine stattliche Reichweite von 120 km und konnten ganz gewöhnlich an einer herkömmlichen Steckdose innerhalb von sieben Stunden aufgeladen werden.
Ende 2010 kam das erste 100%ige Elektroauto des französischen Herstellers auf den Markt, der Peugeot iOn. Gemeinsam mit Mitsubishi entwickelt, erlaubt der kompakte Stromer durch einen Permanent-Synchron Motor auf der Hinterachse eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Ausgehend von modernen Lithium-Ionen-Akkus, reicht der emissionslose Antrieb für 130 bis 150 km.

Peugeot 508 RXH – Dieselhybrid mit Wiedererkennungswert
Im Frühjahr 2012 soll dieses Modell auf den Markt kommen und die Produktpalette der Franzosen komplettieren. Auffallend ist aber nicht nur der Umweltgedanke, der im Vordergrund steht, sondern allein schon das Äußere des Fahrzeuges. Eine markante Erscheinung mit der sehr charakteristischen Frontpartie setzt neue Maßstäbe und stellt den Fahrspass in den Vordergrund. Eine breitere Spur, 18 Zoll Leichtmetallfelgen und ein höher gelegtes Fahrwerk verleihen dem 508 RXH eine gekonnte Mischung aus Fahrspass und Verantwortungsbewusstsein.
Der Dieselmotor 2.0 Liter HDi FAP in Kombination mit einem 37 PS starken Elektroantrieb auf der Hinterachse sorgen dafür, dass der RXH insgesamt über 200 PS und sensationell niedrigem Verbrauch von 4,2 Liter auf 100 km verfügt. Verfügbar sind vier Betriebsarten, die da wären: Auto, ZEV, Sport oder sogar 4 WD. Zusätzlich sorgt eine innovative Stop-Start-Systematik für eine deutliche Reduzierung des Verbrauchs im Stadtverkehr um sagenhafte 15%. Stärkeres Bremsen initiiert ein System zur Energie-Rückgewinnung, zusätzlich unterstützt eine Hybridbatterie die Energiezufuhr.

Der Opel Ampera setzt Maßstäbe in seinem Segment
Dieses Modell der Autobauer aus Rüsselsheim gilt als erstes voll alltagstaugliches Elektroauto und unterliegt keinerlei Beschränkungen in Reichweite und Fahrkomfort. Die Serienproduktion startet noch vor Jahresende, wobei der Ampera bereits jetzt als Verkaufsschlager gehandelt wird.
Der Vorderradantrieb erfolgt beim Ampera permanent elektrisch, da eine eigens für das Auto entwickelte Lithium-Ionen-Batterie den 150 PS starken Motor mit Energie versorgt. Damit können je nach Fahrweise des Lenkers zwischen 40 und 80 km alternativ angetrieben und komplett ohne Ausstoß von Emissionen zurückgelegt werden. Dabei muss auch nicht auf Fahrkomfort und Fahrspass verzichtet werden, die Beschleunigung erfolgt in ca. 9 Sekunden von 0 auf 100 und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Das Antriebssystem des Ampera ist revolutionär: das sogenannte Voltec Antriebskonzept dient zur Reichweitenverlängerung des Benziners. Bestandteile sind ein Haupt-Elektromotor und ein zweiter, der als Generator fungiert sowie ein Planetengetriebe. Erreicht der Ladestand der Batterie eine kritische Richtlinie, aktiviert sich der Modus zur Verlängerung der Reichweite und startet automatisch den 86 PS starken Bezinmotor. Die T-förmige 198 kg schwere Lithium-Ionen-Batterie hat ein Speichervermögen von 16 kWh und ist platzsparend im Mitteltunnel im Unterboden des Fahrzeuges angebracht. Die Aufladung erfolgt einfach und unkompliziert an einer haushaltsüblichen Steckdose mit 230 Volt Leistung. In rund vier Stunden ist die Batterie wieder voll und komplett einsatzbereit. Ein neu entwickeltes Kombi-Bremssystem sorgt im Ampera für eine Art Energierückgewinnung durch „Brake Blending“, dabei wird bei leichtem Bremsen durch Rekuperation der Elektromotor aufgeladen.

Opel wird preisbewusst
Der Ampera ist ab Ende des Jahres bei den Händlern erhältlich und das um einen Komplettpreis inklusive achtjähriger Garantie von 42.900 Euro europaweit. Hinsichtlich üblicher Ausstattungsvarianten mag es die eine oder andere Preisdifferenz geben.
Eine innovative Studie von Opel wurde auf der Frankfurter Automesse vorgestellt und zwar das Ein-Euro Auto. Dieses Leichtbau-Elektrofahrzeug weist tatsächlich minimale Energiekosten auf, 100 km gefahrene Strecke kommen auf ca. 1 Euro Kosten. Ein stark reduziertes Gewicht macht es möglich! Der als Stadtflitzer konzipierte Wagen wiegt durchschnittlich zwei Drittel weniger als herkömmliche Fahrzeuge aus diesem Segment, dabei soll er sogar autobahntauglich sein mit kolportierten 120 km/h als Höchstgeschwindigkeit. Opel plant eine effiziente Produktion und Serienfertigung des E-Opels und will vor allem junge Kunden ansprechen.

Suzuki testet sein beliebtestes Modell als Plug-In
Der Spezialist im Kleinwagensektor probt mit seinem Parademodell, dem Suzuki Swift, eine alternative Antriebstechnologie. Der Suzuki Swift Plug-in Hybrid wurde auf dem Genfer Autosalon bereits 2010 vorgestellt und soll Öko-Mobilität für kurze Strecken gewährleisten.
Die entscheidenden Bauteile für den Antrieb sind der Elektromotor, eine Lithium-Ionen-Batterie, die in der Mittelkonsole des Wagens untergebracht ist und ein Generator. Dieser wird von einem Dreizylinder Benzinmotor angetrieben und verfügt über 660 m3 Hub­raum, soll aber nur als Hilfsmotor fungieren. Zurückgelegte Distanzen von weniger als 20 km pro Tag verbrauchen keinerlei Kraftstoff. Der Anschluß für das Stromkabel zum Aufladen ist effizient und leicht zugänglich am Heck angebracht und kann auch während der günstigen Nachtstunden aufgeladen werden.
Suzuki versteht diese Version des Suzuki als Konzept zur Ideallösung für den modernen Autofahrer. Mit Freude am Fahren und verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt befindet man sich im Concept-Car des Suzuki Swift Plug-In Hybrid in jedem Fall auf der Überholspur. Auf einigen Motorshows in Europa und Tokyo bereits vorgestellt, kann man nur hoffen, dass der Autohersteller sein Konzept in die Tat umsetzt und die Erfolgsgeschichte des Suzuki auch in der alternativen Antriebstechnologie fortschreibt.

Susanne Mairhofer