. .
Salzachbrücke

In Salzburg im Verhältnis zur Einwohnerzahl die viertniedrigste Anzahl an Verkehrstoten in Österreich

Gemessen an der Einwohnerzahl gab es im Vorjahr in Salzburg nach Wien, Vorarlberg und dem Burgenland die viertniedrigste Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die meisten Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner gab es im Vorjahr in Oberösterreich. Der VCÖ weist darauf hin, dass Österreich derzeit von seinem Verkehrssicherheitsziel weit entfernt ist. Verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Ablenkung und zu hohes Tempo sind nötig. Zudem setzt sich der VCÖ für mehr verkehrssichere Alternativen zum Auto in den Regionen ein. Discobusse, Anrufsammeltaxis und insgesamt mehr Bahn- und Busverbindungen erhöhen die Verkehrssicherheit.

400 Menschen kamen im Vorjahr in Österreich bei Verkehrsunfällen ums Leben, mit 99 die meisten in Niederösterreich. Wenn jedoch - wie auch bei internationalen Vergleichen üblich - die tödlichen Verkehrsunfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt wird, dann war im Vorjahr in Oberösterreich mit 6,5 Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner die Opferzahl am höchsten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Das Land Salzburg weist mit 4,7 Todesopfern pro 100.000 Einwohner den viertniedrigsten Wert auf, knapp hinter Vorarlberg und dem Burgenland. Im Land Salzburg ist die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr von 44 auf 26 zurückgegangen. Die mit Abstand wenigsten tödlichen Verkehrsunfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl passierten in Wien (0,8 Verkehrstote pro 100.000 Einwohner). "Die Verkehrssicherheit in Städten ist grundsätzlich höher als in den Regionen. Zudem profitiert Wien davon, dass deutlich mehr Strecken mit den Öffis gefahren werden als mit dem Auto und, dass in den Wohngebieten viele Straßen verkehrsberuhigt sind", erklärt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten nach wie vor sehr hoch. Österreich ist derzeit von seinen Verkehrssicherheitszielen weit entfernt ist. Laut Verkehrssicherheitsprogramm (VSP) soll bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verkehrstoten in Österreich um 50 Prozent niedriger sein als im Schnitt der Jahre 2008 bis 2010. Das bedeutet für das Jahr 2020 weniger als 292 Verkehrstote, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr waren 400 Todesopfer zu beklagen. Die Zahl der Schwerverletzten ist ebenfalls im Vergleich zum Durschnitt der Jahre 2008 bis 2010 um 40 Prozent auf höchstens 4.000 im Jahr 2020 zu reduzieren. Im Jahr 2017 (die aktuellsten verfügbaren Zahlen) lag die Anzahl der Schwerverletzten mit 7.664 massiv darüber.  

Wichtig sind verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren sowie Ablenkung und Unachtsamkeit am Steuer. Neben verstärkten Kontrollen, um Hochrisikolenker rechtzeitig bevor sie Schaden verursachen aus dem Verkehr zu ziehen, ist auch die Ausweitung des Vormerksystems nötig.

Handy am Steuer soll ins Vormerksystem aufgenommen werden. "Wer während des Autolenkens aufs Display des Handys schaut, um E-Mails oder SMS zu lesen, ist bis zu zwei Sekunden im gefährlichen Blindflug unterwegs. Bei Tempo 50 werden dann 27 Meter im Blindflug zurückgelegt", verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer, dass Handy am Steuer kein Kavaliersdelikt ist, sondern fatale Folgen haben kann.

Bei Tempo 30 werden in zwei Sekunden Blindflug 17 Meter zurückgelegt, also 10 Meter weniger als bei Tempo 50. Zudem ist der Anhalteweg bei 30 km/h deutlich kürzer als bei 50 km/h. Niedrigeres Tempo und Verkehrsberuhigung tragen dazu bei, dass die Folgen von Ablenkung und Unachtsamkeit weniger schwerwiegend sind, betont der VCÖ.

Darüber hinaus tragen mehr Bahn- und Busverbindungen dazu bei, dass die Verkehrssicherheit steigt. "Die Arbeitszeiten werden immer flexibler. Für die Pendlerinnen und Pendler ist es daher wichtig, dass es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen gibt", stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Am Wochenende kann mit Discobussen und Anrufsammeltaxis die Zahl der Unfälle reduziert werden.


VCÖ: Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gab es im Vorjahr in Salzburg die viertniedrigste Anzahl an Verkehrstoten
(Anzahl Verkehrstote pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2018 - in Klammer Jahr 2017)


Wien: 0,8 (1,1)

Vorarlberg: 4,3 (3,8)

Burgenland: 4,4 (8,6)

Salzburg: 4,7 (8,0)

Tirol: 4,8 (3,9 )

Kärnten: 5,3 (5,3)

Steiermark: 5,4 (6,1)

Niederösterreich: 5,9 (5,6)

Oberösterreich: 6,5 (5,6)

Österreich: 4,5 (4,7)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2019
 
Werbung