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Salzachbrücke

Mehr als 700 Hasen wurden in Salzburg im Vorjahr Opfer des Straßenverkehrs

Im Vorjahr sind im Land Salzburg mehr als 700 Feldhasen dem Kfz-Verkehr zum Opfer gefallen, informiert der VCÖ. Der Lebensraum von Feldhasen wird von immer mehr Straßen durchschnitten. In Salzburg durchziehen rund 9.200 Kilometer Straßen das Land, der Verkehr beansprucht bereits eine Fläche von 105 Quadratkilometer. In Österreich werden im Schnitt für den Verkehr täglich Flächen im Ausmaß von rund drei Fußballfeldern verbaut. Der VCÖ drängt auf ein Umdenken in der Infrastrukturpolitik.  

Im Vorjahr wurden laut offiziellen Daten der Jagdstatistik auf Salzburgs Straßen 733 Hasen von Lkw und Pkw erlegt, um fast 200 mehr als im Jahr 2016, macht der VCÖ aufmerksam. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist höher.

Die Feldhasen sind im Frühjahr besonders aktiv. Es ist Paarungszeit. Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. "Der Ausbau des Straßennetzes führt nicht nur zu mehr Kfz-Verkehr, sondern schränkt auch zunehmend den Lebensraum von im Freien lebenden Tieren ein. Im Schnitt durchschneiden aber 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen", verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Das Straßennetz in Salzburg ist rund 9.200 Kilometer lang. Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass die gesamten Verkehrsflächen bereits 105 Quadratkilometer ausmachen. Österreich beansprucht der Verkehr bereits eine Fläche von 2.065 Quadratkilometer für sich, das entspricht der fünffachen Fläche von Wien, verdeutlicht der VCÖ. Im Schnitt werden für Verkehr täglich rund 1,5 Hektar verbaut, das entspricht der Fläche von drei Fußballfeldern.

Eine Ursache für den zunehmenden Flächenverbrauch ist die Zersiedelung, die zusätzlich auch zu deutlich mehr Autoverkehr führt. Die Stärkung der Ortskerne verringert den Flächenverbrauch und ermöglicht der Bevölkerung ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten.

"Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung", mahnt VCÖ-Sprecher Gratzer einen sorgsameren und verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Boden ein. Geplante Neu- und Ausbauprojekte von Straßen sind auch angesichts der Energie- und Klimaziele neu zu überdenken. "Die Anforderungen an die zukünftige Mobilität ändern sich stark - und damit sind auch Änderungen in der Infrastrukturpolitik nötig", betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Die meisten Hasen verunglücken auf Niederösterreichs Straßen, allein im Vorjahr wurden hier mehr als 10.800 Hasen von Pkw und Lkw zu Tode gefahren, berichtet der VCÖ. In Oberösterreich fielen 4.633 hoppelnde Vierbeiner dem Straßenverkehr zum Opfer, im Burgenland rund 4.400 und in der Steiermark 2.542. Salzburg weist die fünfthöchste Opferzahl auf.

Im Vorjahr wurden mehr Hasen Opfer des Kfz-Verkehrs (Anzahl durch Kfz-Verkehr getötete Feldhasen und Wildkaninchen im Jahr 2017, in Klammer 2016)

  • Österreich: 23.601 (23.442)
  • Niederösterreich: 10.842 (11.949)
  • Oberösterreich: 4.633 (4.718)
  • Burgenland: 4.398 (3.043)
  • Steiermark: 2.542 (2.618)
  • Salzburg: 733 (541)
  • Kärnten: 419 (464)
  • Wien: 24 (12)
  • Vorarlberg: 10 (5 )
  • Tirol: 0 (0 )
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2018

 
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