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Salzachbrücke

Taghaube mit Würze

Mit seinen knapp 3.000 Metern Höhe bietet das Hochkönig-Massiv als südlichste Gruppe der Berchtesgadener Alpen nicht nur ein unglaubliches Panorama auf die Niederen und Hohen Tauern, sondern auch Wanderungen, Klettersteige und Klettertouren aller Schwierigkeitsgrade.

Man muss ja nicht gleich den „Königsjodler“ in Angriff nehmen, den längsten, schwierigsten und spektakulärsten Klettersteig am Hochkönig. Doch wählen wir für unsere heute vorgestellte Klettersteig-Tour den gleichen Ausgangspunkt, nämlich die Erichhütte unweit des Dientener Sattels.

Über die A10 – Bischofshofen – Mühlbach am Hochkönig erreicht man von Salzburg aus in ca. 1 Stunde den Dientener Sattel. Dort gibt es an der Passhöhe ausreichend Parkplätze, der Weg führt von dort direkt zur Erichhütte, die man nach 30 Min. erreicht. Für eine Einkehr ist es noch zu früh, der Weg führt weiter, rechts hinauf Richtung Hochkönig.

Den Weg zur Taghaube kann man nicht verlieren, extrem stark ausgewaschen ist der Anstieg zu diesem 2.159 m hohen Vorgipfel, welcher den Besuchern ein atemberaubendes Panorama auf die im Süden gelegenen Tauern bietet. Von den im Osten gelegenen Niederen Tauern über Hochalmspitze, Schareck und Ankogelgruppe reicht der Blick hinüber zum Großglockner und weiter nach Westen bis zu den Kitzbüheler Alpen.

Wer mit Klettersteigen nichts am Hut hat, erreicht den Gipfel vom Parkplatz aus über den Normalweg in gut 2 Stunden. Wir wählen auf halbem Weg jedoch die Abzweigung zum Grandlspitz-Klettersteig. Die Wegspuren werden deutlich karger, in mäßig steilen Serpentinen windet sich der Steig hinauf zum Einstieg, der fast senkrechten Wand des Grandlspitzes.

Dieser Steig ist für viele Klettersteiggeher eine gute Vorbereitung, um sich für den Königsjodler einzuklettern! Er ist ca. 170 m lang und überwindet die Südwand des Grandlspitz, ist im oberen Teil anspruchsvoll und ausgesetzt. Mit dem Schwierigkeitsgrad C/D ist er gleichbewertet wie der Königsjodler, Armkraft und geübte Technik ist Voraussetzung für diesen Steig, für Kinder ist er nicht geeignet.

Wir legen unser Klettersteigset, Helm und Handschuhe an und genießen den Durchstieg entlang perfekter Sicherungen. Durchgehendes Stahlseil und einige Klammern sorgen für eine sichere Ankunft am 2.290 m hohen Gipfel.

Über eine schottrige Rinne geht es dann hinunter Richtung Birgkar und weiter über grasige Flanken zum Nordanstieg der Taghaube. Kurz noch absteigen in eine Rinne und mit Hilfe eines Drahtseiles geht es durch einen schmalen Kamin hinauf zum Gipfel der Taghaube.

Hier genießen wir erst einmal die Fernsicht, dann steigen wir in einer guten Stunde über den Normalweg wieder hinab zur Erichhütte, wo wir uns jetzt eine Hüttenjause und ein Weißbier schmecken lassen.

 

Infos: Anreise: über die A10 nach Mühlbach am Hochkönig und weiter zum Dientener Sattel. Parkplätze vorhanden.

Gehzeiten: Zustieg über Erichhütte bis zum Klettersteig ca. 2 1/4 Stunden. Klettersteig: 170 hm, 1 Std., vom Parkplatz bis zur Taghaube insgesamt 4 bis 4,5 Std. Abstieg zur Erichhütte in 1 Std. Höhenmeter gesamt ca. 1.000.

Natürlich kann man den Klettersteig auslassen und die Tour auch als Wanderrunde in ca. 4 bis 5 Stunden durchführen.

 

Christian Schickmayr

 
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