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Salzachbrücke

„Erdlinge“ wirtschaften gemeinsam und feierten ihren ersten Erntedank

„Wir sind dabei, eine gemeinschaftliche Landwirtschaft aufzubauen, mit dem Ziel die Vereinsmitglieder übers Jahr mit Obst und Gemüse zu versorgen“, so macht Erik Schnaitl, vielseitiger Umweltaktivist der Region, auf den Verein Erdling aufmerksam. „Die Mitglieder sind die Träger dieser Landwirtschaft und somit auch für das Gelingen verantwortlich.“ Das heißt, es wird fest zugepackt und natürlich wird Expertenberatung, etwa für die Anbauplanung, eingeholt und manch einer besuchte bereits einschlägige Kurse, ob ein Bodenpraktikum der Landwirtschaftskammer oder eine Sensenmählehrer-Ausbildung.

ZUKUNFTSFÄHIG, REGIONAL, SAISONAL UND ÖKOLOGISCH VERTRÄGLICH – MAN WEISS,
WOHER DIE FRÜCHTE KOMMEN
Vereins-Gründungsmitglied Antonia Osberger erklärt ihr Engagement: „Wir wollen Menschen für die Lebensmittelgewinnung und Verarbeitung begeistern und Interesse für einen zukunftsfähigen, regionalen, saisonalen und ökologisch verträglichen Landbau wecken.“
Die Begeisterung war beim Erntefest in Maria Bühel mitzuerleben. Erdling, der Verein für kooperative Landwirtschaft, steckt zwar noch in den Kinderschuhen, dennoch gab es beachtliche Erfolge.
Am Stummvollgut in Oberndorf-Maria Bühel wurde die erste Ernte von stolzen 124 kg Kartoffeln ausgiebig gefeiert, dazu kamen Kürbisse, Kraut, Kohlrabi, Zucchini, Bohnen, Topinambur, Salate, Yaconwurzeln ... Da weiß man, woher das Gemüse kommt! Man hat es beim Wachsen und Gedeihen beobachtet und durch eigene Pflege bis zur Reifung gebracht. Kinder und natürlich auch die „Großen“ bekommen das Werden in der Natur mit, sie erfreuen sich daran und lassen sich die eigenen Produkte umso besser schmecken.
Wer für die Erntearbeit keine Zeit oder Möglichkeit hat, soll künftig seine Ernteanteile an einem „Verteilpunkt“ abholen können.

ANBAUFLÄCHEN IN STADT UND LAND, ERWEITERUNG IN OBERNDORF
Zurzeit bewirtschaftet der Verein Erdling eine von der Erzdiözese gepachtete Streuobstwiese in Liefering mit circa 4000 m², in Aigen einen Gemüseacker mit 6.500 m² und in Oberndorf ein 800 m²-Gemüsefeld, das Josef Felber zur Verfügung stellt: „Ich habe von diesem Verein gehört und fand die Idee einfach super.“ Nun kommt am Irrsee noch eine Fläche mit rund 40 Hochstamm-Obstbäumen dazu und nächstes Jahr wird die Gemüsefläche in Oberndorf um etwa einen Hektar erweitert. Um Leute über dieses Projekt und natürlich auch über die Philosophie des Vereins zu informieren, findet Ende November eine Auftaktveranstaltung in Oberndorf statt.
„Unser Ziel ist die Ganzjahresversorgung mit Obst, Gemüse und Kräutern“, sind sich die Vereinsobleute Osberger und Schnaitl einig. Im konsensorientierten „Erdrat“ werden bei regelmäßigen Treffen ­Vereins­mitglieder und Interessenten auf dem Laufenden gehalten, alle können ihre Ideen einbringen.
Ab 2016 wird ein Mitgliedsbeitrag eingehoben, denn ab Juni gibt es wöchentlich Gemüse, später Beeren und Obst. Auch wird nächstes Jahr eine Imkerin aktiv, an eine Bio-Pilzzucht ist gedacht. Und Tiere? „Vielleicht, in weiter Ferne.“ Vielmehr peilt der Verein die Erzeugung von Jungpflanzen und Saatgut an.

Erdling – Verein für kooperative Landwirtschaft
www.erdling.at, office@erdling.at
Bereits laufende Projekte in Salzburg-Aigen, Salzburg-Liefering, Oberndorf

Sylvia Nachtmann (Text und Bild)
 
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