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Salzachbrücke

Buntes Treiben am Futterplatz

Sobald der Winter Einzug hält, werden die Lebensbedingungen für Wildtiere allmählich ungünstiger. Sie sind dann auf der Suche nach Oasen, in denen sie Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrung finden. Bei vielen Gartenbesitzern und Naturliebhabern ist es daher zur Tradition geworden, der Vogelwelt im Winter ein wenig unter die Arme zu greifen. Der größte Nahrungsengpass für Vögel besteht in Zeiten des Dauerfrostes und bei geschlossener Schneedecke. Es bietet sich daher an, die Tiere schon im Vorfeld an die neue Futterquelle zu gewöhnen. Wenn man einmal mit der Fütterung begonnen hat, sollte man erst damit aufhören, wenn die Frost- und Schneeperiode vorüber ist.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Vogelfutter anzubieten. Man kann ein Futterhäuschen aufstellen oder -hängen, wo das Futter ausgelegt wird. Andere Varianten sind Meisen-Knödel oder Ringe bzw. Futtersilos zum Aufhängen. Diese haben den Vorteil, dass das Futter trocken bleibt. Je nach Beschaffenheit und Platzierung des Futterhäuschens kann das darin ausgelegte Futter durch Regen oder Schnee nass werden und schimmeln. Deshalb ist es wichtig, diese Futterstelle regelmäßig zu reinigen. Hierzu kommt die mögliche Verunreinigung durch Vogelkot. Einmal wöchentlich mit heißem Wasser auswaschen vermindert die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung von Krankheiten.
Frei in Gärten aufgestellte Futterhäuser sollte man in einer Höhe von ca. 1,5 Meter auf einem mit Blech ummantelten Holzpflock aufstellen. Die Ummantelung gibt den Katzen keine Chance, in das Futterhaus zu gelangen. Es bietet sich an, die Futterstelle unweit eines Fensters zu platzieren. Hier hat man auch an kalten Wintertagen eine optimale Beobachtungsposition, während man gemütlich im Warmen sitzt. Doch sollten Futterstellen mindestens drei Meter von Glasscheiben entfernt angebracht sein, weil Vögel oftmals eine Scheibe nicht erkennen und dagegenfliegen.
Je vielfältiger das Nahrungsangebot ist, desto mehr Vogelarten bedienen sich, außerdem ist die Nahrung abwechslungsreicher und vielfach gesünder. Zur einfachen Bestimmung der einzelnen Arten kann man die Vögel unterteilen in Weichfutterfresser, Körnerfresser und Allesfresser. Körnerfresser erkennt man leicht an ihren kräftig ausgebildeten Schnäbeln. Damit sind sie in der Lage, größere und härtere Körner zu knacken, um an den nahrhaften Inhalt zu gelangen. Zu den Körnerfressern gehören z. B. Finken und Sperlinge. Weichfutterfresser suchen ihr Futter bevorzugt am Boden. Sie ernähren sich hauptsächlich von tierischer Kost und feinen Sämereien. Man kann ihnen Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen oder Obst anbieten. Zu den bekanntesten Arten der Gruppe gehören Amsel, Rotkehlchen, Star und Zaunkönig. Die Allesfresser sind im Prinzip die Flexibleren unter den Weichfutterfressern. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein nehmen sie bevorzugt tierische Nahrung zu sich. Sobald kaum noch Insekten verfügbar sind, steigen sie auf Körner um. Zu den bekanntesten dieser Gruppe gehören Meisen, Spechte und Kleiber.
Auch wenn sich bereits verschiedene Vogelarten an einer Futterstelle sehen lassen, kann man im Garten durchaus mehr für die Vögel tun, als sie im Winter zu füttern. Je strukturreicher ein Garten ist, desto mehr Vogelarten bietet er Lebensraum. Es ist günstig, alle Stauden und samentragende Kräuter bis in den Frühling hinein stehen zu lassen. Sie halten wertvolle Nahrung für überwinternde und heimkehrende Vogelarten bereit. Insektenfutter finden Vögel außerdem in Laubhaufen und Komposthaufen. Etwas für das Auge des Gartenbesitzers und den Magen der Vögel bieten geschickt angelegte Steinhaufen, Holzstöße, Natursteinmauern und Reisighaufen. Lässt man einen kleinen Teil der Beeren und Früchte hängen, freuen sich Amsel, Rotkehlchen und Co. nicht nur im Herbst, sondern auch im Winter über ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot.
 
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