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Salzachbrücke

Die Marille…

…ist eine Frucht, die schon 3.000 Jahre vor Christi im asiatischen Raum kultiviert wurde.

Baumwärter Josef Heinrich

Marillen sind eine sehr beliebte und geschätzte Frucht, die aber in unserer Gegend mit sehr hohen Niederschlagsmengen nur in geschützten Standorten gedeihen.
Ein Vordach, das vor Regen schützt, ist der ideale Standort für die Marille. Gut eignen sich die Ost- oder Westseite. Die Südseite ist in manchen Lagen ungeeignet, da die Pflanze im Frühjahr zu früh in die Vegetation geht und durch Spätfrost Schäden an der Blüte entstehen können.
Für den Standort an der geschützten Wand ist ein Haltegerüst für die Pflanze notwendig. Bei der Pflanzung sollte der Boden gut aufbereitet werden, das heißt, lockere mit etwas Kompost versetzte Erde in einem 1x1 Meter großen Pflanzloch mit einer Tiefe von 50 cm.
Es gibt sehr viele verschiedene Sorten, wobei in unserem Gebiet nur einige wenige an Bedeutung finden. Es sind die Sorten Ungarische Beste, Orangered, Aprikose Nancy, Bergeron usw.

Zahlreiche Verarbeitungsformen
Die Marille wird in den verschiedensten Formen verarbeitet. Marillenmarmelade ist sicher eine Form, die am meisten an Bedeutung findet. Auch der Marillen-Brand ist sehr beliebt und wird von den meisten Brennern erzeugt. In der Küche wird die Marille für zahlreiche Mehlspeisen verarbeitet und der frische Genuss direkt von der Pflanze ist sicher etwas Einzigartiges.
Die Marille bildet ihre Blütenknospen am einjährigen Holz und bei Langtrieben auf dem letzten Drittel aus. Um den Baum schlank an der Wand zu führen ist es notwendig, die Langtriebe zu entfernen. Um nicht zu viele Blüten abschneiden zu müssen, kann man die jungen Triebe im zeitigen Frühjahr pinzieren. Wenn die jungen Triebe 10 bis 14 Blätter entwickelt haben, werden sie auf fünf bis sieben Blätter zurückgeschnitten. Durch das Zurückschneiden entwickelt der Marillenbaum die Blütenknospen für das nächste Jahr auf diesen Trieben. Meistens treiben die bereits pinzierten Triebe aus der äußersten Knospe nochmals mehr oder weniger kräftig durch. Wenn der neuerliche Trieb wieder 10 bis 14 Blätter entwickelt hat, kann man noch einmal pinzieren und auf fünf bis sieben Blätter zurückschneiden. Triebe, die für den Kronenaufbau benötigt werden, darf man nicht pinzieren. Wurde das Pinzieren gewissenhaft und zeitgerecht durchgeführt, ist im Winter nur das abgetragene und dürre Holz zu entfernen.
Der sogenannte Schlaganfall (fachlich Apoplexie genannt) ist weit verbreitet und macht den Baumbesitzern große Sorgen. Bei dieser Krankheit, wo einzelne Teile der Pflanze oder auch der ganze Baum abstirbt, weiß man nicht genau, wo diese herkommt. Vermutungen gehen von einem Überertrag der Pflanze aus, wobei das schon einige Jahre zurückliegen kann.
Der Fruchtbehang bei der Marille ist eine Faustregel (z. B. Frucht, eine Faustbreite Abstand, wieder eine Frucht, eine Faustbreite Abstand, wieder eine Frucht usw.). Dieser lockere Behang bringt sicher die hochwertigsten Früchte zur Reife und der Baum wird nicht überbelastet.
Die Marille ist eine beliebte Frucht im Obstbau und verdient es, bestmöglich gepflegt zu werden.
 
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