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Salzachbrücke

Gartenarbeiten im Frühling

Endlich ist es wieder soweit und die Hobbygärtner unter uns können wieder so richtig loslegen. Kübelpflanzen werden jetzt aus dem Winterquartier geholt und falls nötig umgetopft und zurückgeschnitten. Aber Vorsicht: Die Pflanzen sind noch licht-empflindlich, also nur bei bedecktem Wetter rausstellen. Falls noch frostige Nächte folgen, müssen die Pflanzen mit Vlies geschützt werden.
Die Zeit, den Komposthaufen umzusetzen, ist jetzt auch günstig. Wichtig dabei: er sollte nicht zu nass sein! Einfassungen von ­Beeten werden kontrolliert und gegebenenfalls repariert oder ausgetauscht.

Der Gemüsegarten – was pflanze ich an?
Bevor man gleich die nächstgelegene Gärtnerei stürmt, sollte man sich vorher überlegen – „was pflanze ich alles an? Soll ich das gleiche Gemüse wie letztes Jahr setzen oder mal etwas anderes, vielleicht sogar Exotisches ausprobieren“? Neben den Vorlieben der Familie ist es wichtig, widerstandsfähige Sorten zu pflanzen, die also nicht gleich mit Krankheiten befallen werden. 
Diejenigen von uns, die frisches Gemüse aus eigenem Anbau lieben, haben das „Grundsortiment“ Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Paprika und Bohnen bereits ausgesät und an warmer Stelle z. B. in einem Wintergarten zum Keimen aufgestellt. Hat man dies noch nicht erledigt, kann man das jetzt noch nachholen. Auch Blattsalate sollten in keinem Gartenbeet fehlen. Nach den Eisheiligen wird dann alles Gemüse in die Freilandbeete verfrachtet, bis auf den Blattsalat. Diesen kann man schon ab Februar/März unter Glas ansetzen, sofern es die Temperaturen zulassen. Selbst angepflanzter Salat schmeckt hervorragend und vor allem – er ist wirklich frisch.

Kartoffeln schmecken und lockern die Erde
Gartenbesitzer, die zu den normalen Beeten auch ein größeres zur Verfügung haben, setzen sich auch gerne eigene Kartoffeln an. Dazu werden Mitte März Saatkartoffeln zum Keimen aufgelegt und Mitte/Ende April bzw. Mai ins Freiland mit den Keimen nach oben ausgelegt. Frisch geerntete Kartoffeln vom eigenen Beet schmecken hervorragend und sind mit gekauften nicht zu vergleichen. Außerdem hinterlassen sie eine lockere und meist unkrautfreie Erde.
Nachdem nun alle Aussäharbeiten im Haus erledigt sind, wenden wir uns dem Freiland zu. Die Erde in den Beeten wird durchgelockert und mit Kompost versorgt, etwaiges Unkraut entfernt und nach Schnecken durchforstet. Vor der Beflanzung sollte die Erde aber noch etwas ruhen. Nach zwei bis drei Wochen wird nochmals der Boden leicht bearbeitet und Karotten, Rettich, Radieschen ausgesät. Humusreicher und lockerer Boden ist für den Ernteerfolg wichtig. Wer sich für die Aussaat von Zwiebeln entscheidet, braucht viel Geduld, da zwischen Aussaat und Ernte mindestens vier Monate vergehen. Schneller geht es mit Steckzwiebeln, die im Abstand von 5 bis 10 cm in die Erde gedrückt werden, aber nur soviel, dass sie leicht bedeckt sind.

Mischkulturen – wo setze ich was hin?
Bei der Mischkultur ist auf die Verträglichkeit benachbarter Pflanzen zu achten. Manche vertragen sich nicht und andere wiederum unterstützen sich gegenseitig beim Wachstum, reduzieren auch die Gefahr von Krankheiten und Schädlingsbefall. Eine weitere Maßnahme um Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen ist, dass in keinem Beet zwei Jahre hintereinander die gleiche Gemüseart angebaut werden sollte. Auch der Pflanzabstand ist natürlich in Bezug auf Krankheiten wichtig. Informationen gibt gerne der Gärtner, wo Sie Ihrem Pflänzchen kaufen, auch in Gartenbüchern oder im Internet kann man sich informieren.

Duftender Kräutergarten
Bei den Kräutern kann man Mitte April, je nach Witterung, auch schon Petersilie, Kerbel, Dill und Schnittlauch aussäen. Thymian, Basilikum und Majoran müssen noch im Wintergarten auf wärmere Tage warten. Schnittlauch hilft man wieder so richtig auf die Beine, wenn man Eierschalen in die Erde einarbeitet, denn Kalk kräftigt die Wurzeln. Auch Kaffeesud tut dem Schnittlauch gut und angeblich werden damit die Lilienhähnchen fern gehalten. Ein Versuch ist es ja wert. Salbei, Pfefferminze und Zitronenmelisse können jetzt ebenfalls gesät werden.

Der Ziergarten
Ziergräser, die man über den Winter zusammengebunden hat, müssen jetzt ca. 10–15 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden. Die Blumenbeete werden jetzt ebenfalls – wenn nicht schon geschehen – aufgelockert und mit Dünger versehen. Rosen werden zurückgeschnitten und bekommen etwas Dünger verabreicht. Von den verblühten Tulpen und Narzissen entfernt man den Blütenstengel und verwöhnt die Zwiebeln mit Kompost, damit sie nächsten Frühling wieder in voller Pracht erblühen. Die Blätter noch nicht abschneiden, sondern ihnen etwas Zeit zum Einziehen geben.
April ist die Aussaatzeit für so ziemlich alle Sommerblumen. Zahlreiche Anregungen über die vielen verschiedenen Sorten holt man sich am besten in der Gärtnerei. Dort kann man sich auch gleich Tipps holen, auf welchem Standort so manche Blume bestens gedeiht. Für Dahlien- und Gladiolenknollen ist es jetzt ebenfalls Zeit, in die Erde zu kommen.

Rasenpflege
Nach einem Winter und noch dazu, wenn es ziemlich geregnet hat, sieht der Rasen ziemlich jämmerlich aus. Nach dem ersten Mähen sollte man den Rasen vertikutieren, um ihn von Unkraut und Moos zu befreien. Gesiebter Kompost und organischer Dünger bringen ihn wieder auf Vordermann. Wenn Sie viel Moos in Ihrem Rasen haben empfiehlt es sich, Quarzsand mit Komposterde zu vermischen. Dadurch wird der Rasen besser durchlüftet und einer Staunässe vorgebeugt. Für schattige Plätzchen gibt es einen speziellen Schattenrasen zum Nachsäen.
Nicht außer acht lassen sollte man die richtige Schnitthöhe beim Rasenmähen. Unkraut wird nicht dadurch vertrieben, indem man den Rasen ziemlich kurz hält. Ganz im Gegenteil. Unkraut passt sich ziemlich schnell an die neue Schnitthöhe an, verzweigt sich und wächst dicht am Boden weiter.

Der Obstgarten
Um die Regale mit Marmelade aus eigenem Obstanbau wieder aufzufüllen, wollen auch die Obstbäume nach den kalten Wintermonaten aufgepäppelt und gepflegt werden. Der Rückschnitt sollte bereits im März abgeschlossen sein. Junge Bäume bekommen jetzt einen organischen Dünger verabreicht, während ältere mit viel Kompost versorgt werden. Ebenso die Beerensträucher, die nach einer reichlichen Kompostgabe und Rindenmulch zu neuen Kräften kommen. Möchte man seinen Bestand an Beerensträucher vermehren, so erreicht man dies durch Absenker. Hierbei werden Triebe herabgezogen und unter die Erde gesteckt. Nachdem der Trieb Wurzeln gebildet hat, wir dieser dann abgenommen. Eine optimale Pflanzzeit für Obstgehölze wie Kiwi und Wein besteht noch bis Mitte April.

 

Claudia Pflug

 
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