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Salzachbrücke

Letzte Arbeiten noch vor dem Winter

Alles an Gemüse, was noch nicht abgeerntet wurde, sollte jetzt vor den kommenden Frostnächten aus der Erde raus. Nicht so bei Grün- und Rosenkohl. Dieses Gemüse hat seinen Auftritt im Winter und schmeckt nach dem ersten Frost noch besser. Leichten Frost vertragen auch Radicchio, Endiviensalat sowie Zuckerhut (in manchen Gegenden auch Fleischkraut genannt), die auch bis November/Anfang Dezember geerntet werden können. Bei späterer Ernte wird sogar der leichte Bittergeschmack gelindert. Zum besseren Schutz der Salate bietet es sich an, die Beete mit Vlies oder Folientunnel abzudecken.

Wohin mit soviel Gemüse auf einmal
Gott sei Dank gibt es verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten, um das Geerntete haltbar zu machen. Für den späteren Verzehr werden Spinat, Bohnen und Erbsen kurz blanchiert und eingefroren. Die Zwiebeln werden in Bünden aufgehängt oder in Kisten an einem trockenen und luftigen Platz gelagert. Kartoffeln, Kohl und Rote Bete lagert man ebenfalls am besten in Obstkisten an einem kühlen Platz. Karotten warten auf ihren Verzehr in einer Kiste mit feuchtem Sand befüllt. Wichtig dabei ist, dass der Sand nicht austrocknet.
Winterrettich sollte nicht vor Anfang November ausgegraben werden, er lässt sich sehr gut – wie auch der Sellerie – in mit Sand gefüllten Kisten lagern. Meerrettich wartet ab Oktober auf seine Ernte, die nicht immer leicht ist, da sich seine Wurzeln tief in die Erde bohren.
Den Endiviensalat bindet man ca. zwei Wochen vor der Ernte bei trockenem Wetter zusammen, damit die Innenblätter hell und zart werden. Man kann Endiviensalat ebenfalls in einer Obstkiste dicht nebeneinander an einem kühlen Ort lagern.
Ganz anders verhalten sich Kürbisse. Diese fangen im Keller manchmal schon nach ein paar Wochen zu faulen an. Darum sollten diese in die Sonne bzw. in einen warmen Raum gelegt werden, um eine harte Schale zu bilden. So können sie Monate gelagert werden und man kann sich an kalten Wintertagen auf leckere Kürbisgerichte freuen.

Gemüse zum Einlegen und Verkochen
Übrige Gurken, Zucchini und Paprika können eingelegt und so haltbar gemacht werden. Es gibt raffinierte Rezepte von pikanter Paprikamarmelade über Gurken-Paprika-Relish mit Kaktusfeigen bis hin zu Karottenmarmelade mit Ingwer. Bei Tomaten empfiehlt es sich, ein eigenes Sugo zuzubereiten. Seien wir doch ehrlich, so eine selbstgemachte Tomatensoße oder eine Pasta asciutta mit eigenen Tomaten schmeckt doch besser, als eine „Packerlsoße“ – und gesünder ist sie auch!

Obsternte und -verarbeitung
Bei Obst hat man es da mit der Lagerung und Verarbeitung schon leichter. Das meiste wie z.B. Quitte, Erd- und Brombeere, Kiwi, Zwetschke, Apfel und Birne kann man zu Marmelade, Kompott oder Saft verarbeiten. Selbstgemachte Marmelade als Mitbringsel erfreut sich bei Gastgebern immer wieder.
Äpfel und Birnen können z.B. auch in Scheiben geschnitten und im Dörrapparat bzw. Backofen getrocknet werden. Zwetschkenröster schmeckt vorzüglich als Beilage für Kaiserschmarren. Eine Selbstverständlichkeit ist dabei, dass nur einwandfreies Obst verarbeitet wird.
Möchte man Äpfel am liebsten natur oder auch mal als Bratapfel in der kalten Jahreszeit genießen, so lagert man sie über den Winter an einem luftigen, kühlen und trockenen Ort. Wichtig dabei ist, dass die Äpfel nicht dicht an dicht liegen, sondern dazwischen ein Abstand eingehalten wird. Außerdem ist es nicht ratsam, sie mit anderem Obst zusammen zu lagern, da sie einen Reifestoff absondern und dadurch die Haltbarkeit von anderem Obst und Gemüse verkürzt. Obst und Gemüse sollten sich nicht einen Lagerraum teilen!

Blumenzwiebeln pflanzen
In den Blumenbeeten tut sich um diese Jahreszeit auch einiges. Die Zwiebeln der Tulpen, Krokusse, Narzissen, Schneeglöckchen und Hyazinthen wollen noch in die Erde, um im Frühjahr ihre Blütenpracht zur Schau zu tragen. Rosen kann man im Frühling pflanzen, besser ist es jedoch, diese im Herbst in die Erde zu befördern. Jetzt bekommt man nämlich die „wurzelnackte“ Rose. Diese wird über Nacht in einen mit Wasser befüllten Eimer gegeben. Am nächsten Tag werden dann die Wurzeln angeschnitten und in ein Pflanzloch gesetzt, welches mit Kompost, lockerer Gartenerde und eventuell noch Hornspänen befüllt wird. Achtung: auf das Anhäufeln als Winterschutz nicht vergessen! Gladiolen, empfindliche Lilien und Dahlien sind nicht frost­-hart und müssen daher ausgegraben werden. Die Knollen lässt man trocknen und schneidet dann die Stiele bis auf 15 cm ab.
Kübelpflanzen (wie z.B. die Engelstrompete) sollten sich jetzt ebenfalls in ein Winterquartier verabschieden, damit sie nicht vom ersten Frost überrascht werden. Balkonblumen haben um diese Zeit auch schon ziemlich ausgedient und werden gegen Ende des Monats entsorgt bzw. nach Art und Zustand überwintert. Damit man nicht ganz auf Blumenschmuck in den Blumenkästen verzichten muss, kann man diese z. B. mit Erika, Tannenzweige und Zierkohl schmücken.

Kräuter
Im Kräutergarten sollten gegen Ende des Monats Salbei, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Thymian und Liebstöckel mit Laub angehäufelt bzw. mit Reisig abgedeckt werden, sofern es die Witterung nicht schon früher verlangt.
Die abgeernteten Kräuter werden getrocknet oder eingefroren wie z.B. Schnittlauch, Petersilie und Liebstöckel (auch Maggikraut genannt). Durch seinen maggiartigen Geschmack wird Liebstöckel gerne in Suppen verwendet. Salbei und Pfefferminze wird in getrocknetem Zustand als Tee bzw. für Spülungen verwendet. Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran & Co. sollten zum Verfeinern von Speisen in keiner Küche fehlen. Um über den Winter frischen Rosmarin und Basilikum zu ernten, kann man sie in einen Topf umpflanzen und nach drinnen auf eine helle Fensterbank befördern, da sie nicht winterhart sind.

Unkraut jäten
Sobald alle Gemüsebeete leer sind, empfiehlt es sich, nochmal das Unkraut zu jäten. Dies kann man teilweise bis in den Dezember hinein erledigen, sofern das Wetter mitmacht. Das Frühjahr beginnt so mit weniger bzw. keinem Unkraut und es kann sofort mit der Bepflanzung begonnen werden. Bei Beeten mit lehmiger und schwerer Erde empfiehlt es sich, diese nochmals im Herbst umzugraben.
schnecken
Einer Invasion an Schnecken im kommenden Jahr kann man entgegenwirken, indem man im November nochmals mit der Grabgabel die Erde in den Beeten lockert. Schnecken können somit keine Eier mehr in die Erdritzen legen. Nach Schneckeneiern sollte man ebenfalls unter Brettern und Steinen Ausschau halten und diese sofort vernichten. Aus diesen Eigelegen kriechen im November noch diese unliebsamen Gemüsevertilger. Wer in seinem Garten Platz hat, könnte vielleicht mal die Anlage eines Gartenteiches in Erwägung ziehen. Teichbesucher wie Kröten und Frösche sorgen für die Dezimierung von Schnecken und angebautes Gemüse wird weitgehend verschont.

Laub nützlich verwenden
Jedes Jahr im Herbst entledigen sich die Laubbäume ihrer Blätter. Wohin mit soviel Laub. Unter Sträuchern, Hecken und Bäumen sollte man dieses liegen lassen, um vielen Nützlingen (darunter Igel und Laufkäfer und ähnliches) ein Plätzchen zum Überwintern zu bieten. Mit Rindendekor oder Kompost bedeckt, kann es der Wind nicht so schnell verblasen. Abgefallenes Laub kann auch zum Abdecken von Blumen/Kräuter verwendet bzw. gemischt mit anderen Bioabfällen (kein Fleisch) auf den Kompost gegeben werden. In wenigen Monaten bildet sich Humus für die nächste Gartensaison. Vorsicht geboten ist bei Nußlaub, denn dieses verrottet sehr langsam.
Das Schneiden von Ziergehölzen ist noch bis in den November hinein möglich. Ausgenommen sind natürlich Sträucher, welche im Frühjahr blühen wie z.B. Flieder oder Forsythie. Gräser bindet man über den Winter zusammen und schneidet sie erst im Frühjahr wegen Gefahr von Frostschäden zurück.
Im Oktober ist auch Pflanzzeit für Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche. Ebenfalls optimal ist dieser Monat für die Pflanzung von Beerensträuchern.
 
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