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Salzachbrücke

Nützlinge als natürliche Gegenspieler von Schädlingen

Im Obstbau handelt es sich dabei um Insekten oder Milben, die unseren Bäumen zu Leibe rücken. Grundsätzlich wissen Pflanzen sich gegen diese Feinde zu wehren. Seit Millionen von Jahren müssen sie sich gegen diese behaupten und haben verschiedene Strategien entwickelt, um diese tierischen Angriffe abzuwehren. Zum Beispiel erzeugen die meisten Pflanzen eine Vielzahl von sogenannten sekundären Inhaltstoffen, die den Schädlingen den Appetit verderben sollen.

Diese Schutzeigenschaft haben unsere Obstbäume aber teilweise wieder verloren, da bei Züchtungen oder Selektionen die Sorten auf gleichbleibenden Ertrag, gleichmäßige Fruchtbildung und Reife oder Reduktion von unbekömmlichen Inhaltstoffen Wert gelegt wurde. Für Insekten und Milben, die sich von Pflanzen ernähren, ist somit der Tisch reich gedeckt.

Neben der pflanzlichen Selbstverteidigung gibt es eine Reihe von Gegenspielern, die man allgemein als Nützlinge bezeichnet. Wie bei den Schädlingen, findet man auch bei den Nützlingen die meisten Arten unter den kleineren Tieren wie z. B. den Insekten, Milben, Spinnen und Nematoden. Eine Vielfalt an Nützlingen trägt zur natürlichen Regulierung der Schädlinge im Obstbau bei. Zu den am häufigsten anzutreffenden Nützlingen gehören Ohrwürmer, verschiedene räuberische Wanzen, Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Raubmilben und Spinnen als auch Schlupfwespen. Der Ohrwurm ist ein wichtiger Vertilger von Obstschädlingen. Der größte Teil seiner Nahrung besteht aus Blattläusen, Milben und Insekteneiern wie z. B. den Eiern des Apfelwicklers. Ohrwürmer sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv, wobei ausgewachsene Tiere bis zu 100 Blattläuse in einer Nacht vertilgen können. Ohrwürmer sind aber Allesfresser, wenn zu wenig tierische Beute vorhanden ist, fressen sie auch die reifen Früchte an. Dann muss man ihre mit Holzwolle gefüllten, verkehrt aufgehängten Tontöpfe wieder entfernen.

Es gibt heutzutage viele Nützlinge, die man auch käuflich erwerben kann wie z. B. Schlupfwespen, die Eier oder Larven der Schädlinge parasitieren. Neben der tierischen Beute ist für viele Nützlingsarten auch pflanzliche Nahrung in Form von Nektar oder Pollen wichtig. So danken Schlupfwespen, Marienkäfer, Schweb- und Florfliegen dieses zusätzliche Nahrungsangebot mit erhöhter Fruchtbarkeit und Lebensdauer. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in Obstanlagen mit blühreichen Unterbewuchs weniger Schädlinge zu finden sind.

Ein weiterer Aspekt ist die Schonung der natürlich vorkommenden Nützlinge, indem man keine oder nur biologische Pflanzenschutzmittel einsetzt. Besonders chemische Insektizide machen neben den Schädlingen auch den Nützlingen den Garaus. Die Schädlingspopulationen erholen sich nach dem chemischen Keulenschlag schneller als jener der Nützlinge, was den Schädlingsdruck zusätzlich erhöht. Die Förderung und der Einsatz von Nützlingen sind heutzutage im Obstbau nicht mehr wegzudenken.

Baumwärter Josef Heinrich

 

 
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