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Salzachbrücke

Steingärten machen jede Mode mit

Gleichgültig, für welche Art von Steingarten das Herz schlägt – für einen großen oder kleinen, ein Alpinum, ein Kakteengärtchen, den modernen Gräsergarten oder aktuelle Kiesbeete – einige stilistische Grundregeln gilt es zu beachten:

  • Man soll sich auf eine Art von Gestein festlegen und keine unterschiedlichen Steinarten vermischen.
  • Die Form der Steine soll gleich sein, die Größen dürfen natürlich variieren.
  • Die Größe der Steine und der Pflanzen soll sich nach der Größe des Gartens richten.
  • Die Pflanzen sollten in „harmonischer Vergesellschaftung“ nebeneinander existieren, also zusammenpassen.
  • Vorsicht bei der Pflanzenauswahl – zu große Pflanzen erdrücken und beschatten die kleinen, Wucherer treiben allzu gerne ihr Unwesen.
  • Ideale Lage: Hanglage oder Hochbeet, aber auch an Weg- und Terrassenrändern, in Zwischenräumen, entlang wärmespeichernder Mauern.
  • Größe von Steingärten: von mini im kleinen Steingrander bis zu größeren Anlagen, die auch von Wegen durchzogen sein können.
  • Die Steine werden nebeneinander gelegt oder aneinander geschichtet, Hohlräume und Nischen erlauben das Anwachsen der Pflanzen. Feldsteine, Flussfindlinge, Steinplatten – wie es gefällt.
  • Steingärten nicht überladen! Weniger ist oft mehr.

DAS ALPINUM
Alpenpflanzen sind Überlebenskünstler rauer Gebirgshöhen. Um vor kalten Winden geschützt zu sein, ducken sie sich in ihren Lebensraum und bleiben meist auch puppenstubenklein. Oft wachsen sie dort am besten, wo sonst nichts mehr sprießt.
Damit Alpenpflanzen im Garten gut zur Geltung kommen und die Blümlein ins Auge fallen, empfiehlt sich die Hanglage. Hier speichern die Steine die einstrahlende Sonnenwärme, überschüssiges Wasser sickert ab und es dringt kein Dünger aus Nachbarbeeten ein.
Manche Alpenpflanzen lieben Kalk, andere fliehen vor ihm.
Zu den beliebtesten Pflanzen eines Alpinums zählen blühfreudige Steinbrech-Arten, die auch ohne Blüte sehr dekorativ sind, Glockenblumen und Primeln, Alpenastern, Gebirgs- und Grasnelken, Enzianarten, Akelei, Hungerblümchen und Kuhschelle, Frauenmantel, Iris und Seifenkraut ...
Ideal ist ein kleiner Teich in der Nähe, der für feuchte Luft aufkommt. Ansonsten: Den Steingarten gelegentlich mit Wasser besprühen. Weitere Pflege: Unkraut entfernen, im Herbst gut gießen und für den Winter abdecken. Diese Pflanzen sind unkompliziert. Natürlich kann man die eigenen Ansprüche steigern und mit anderen Pflanzen experimentieren.
Besonders heiß und trocken möchten es Küchenkräuter wie wilder Thymian oder Bergminze, aber auch mediterrane Gewürzkräuter fühlen sich hier wohl – ebenso wie flinke Eidechsen.
In größeren Steingärten finden Kugelkiefern, Zwergweiden oder Alpenwaldrebe ihren Platz.
Die Beschaffung der Pflanzen aus der Natur ist nicht gestattet (sie würden sich auch nicht leicht auf die neue Umgebung umstellen), dafür ist die Auswahl im Fachhandel riesengroß und nicht nur auf alpine Herkunft beschränkt – Bergpflanzen aus Alaska, Tibet, China oder vom Balkan lassen sich bei uns gut „einbürgern“.

BESCHEIDENE KAKTEEN
Verfügt man über ein sonniges, windgeschütztes Plätzchen, wo sich die Wärme gut hält und keine Nässe ankommt, macht sich ein Kakteen-Steingarten gut. Hier kann man sich mit der Vielfalt dieser interessanten Pflanzen, von stacheligen Formen bis zu den saftspeichernden Sukkulenten wie Agaven oder Aloe austoben.

KUGELSTEINE UND GRÄSER
Besonders pflegeleicht sind die neuen Steingärten, die meist kugelige Gesteinsformen mit markanten Ziergräsern in Verbindung bringen. Sie harmonieren besonders mit modernen, sachlichen Bauten, sind ein Blickfang im Eingangsbereich, schmücken neu errichtete Zweckbauten wie Bürohäuser oder zunehmend auch die Inseln inmitten von Kreisverkehren. Sie lieben es trocken und sonnig, werfen kein Laub ab und sind auch im Winter schön anzusehen.
Immergrüne Gräsergärten, Kombinationen von Gräsern und Stauden oder Gräser im Verbund mit Bambus oder Buchskugeln – erstaunliche Bilder ergeben sich. Sehr beliebt: rund um einen Baum-Solitär werden Rundsteine flächig aufgelegt.
Eine nachteilige Beobachtung: Im öffentlichen Bereich wird aufkeimendes Unkraut zwischen den Steinen chemisch vernichtet. Im Privatgarten kann man sich dann und wann hinhocken und nach Herzenslust zupfen, was hier nicht wachsen soll.

Tipp:
Im botanischen Garten der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg sind neben anderem Sehenswerten unterschiedliche Gebirgsgärten angelegt (Kalkstein, Schiefer).

 

Sylvia Nachtmann

 
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