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Salzachbrücke

Vor dem Winterschlaf

Die herbstlichen Arbeiten richten sich natürlich danach, unter welchem Thema ein Garten steht – ein Gemüse-, Zier- oder Obstgarten oder von jedem etwas. Hier eine kleine Auswahl.

WERTVOLLE NÜSSE
Sind die Lagerplätze vorbereitet? Denn wenn geerntet wird, muss es schnell gehen. Ende September kann die Walnussernte einsetzen. Da man am besten wartet, bis die Nüsse von selbst von den Bäumen fallen und man sie täglich aufklaubt, kann sich die Erntezeit bis Ende Oktober hinziehen. Erste Fröste schaden nicht.
Walnüsse machen Arbeit, keine Frage. Trotzdem werden die Nüsse aufgesammelt, von ihren Außenschalen befreit – am besten mit Schutzhandschuhen, um dunkle Verfärbungen an Händen und Fingernägeln zu vermeiden. Die freigelegten Nüsse werden mit einer Bürste gereinigt und an einem trockenen Ort luftig getrocknet. Dies ist wichtig, um einem Schimmelbefall vorzubeugen.
Schimmelpilze entwickeln starke Gifte, die krebsauslösend sein können. Daher sind befallene Nüsse ebenso wie von kleinen Raupen „bewohnte“ natürlich zu entsorgen. Auch in leicht aufgesprungenen Nüssen können sich schon erste Schimmelsporen eingenistet haben – weg damit!
Wie kräftig werden die Nussschalen dieses Jahr ausfallen, nach diesem Sommer der Extreme? Sind die Schalen dünn, spricht man von Papiernüssen, die von kleinen Nagern leicht angeknabbert werden.
Sind Blätter und Nussschalen fleckig und ist der Nusskern weich und schwarz verfault, besteht vermutlich eine Infektion mit einem Bakterium und/oder einem Pilz. Um eine Ansteckung der jungen Triebe im nächsten Jahr möglichst auszuschließen, müssen befallene Nüsse, Äste und das Falllaub unbedingt entsorgt werden.
Walnüsse, die wir winters um viel Geld kaufen, stammen zum großen Teil aus automatisierten Ernten in Kalifornien. Daran kann man den Wert des eigenen Nussbaumes messen, finanziell und ideell – heimatliche Nüsse sind manchen Leuten einfach mehr wert.

ÄPFEL UND BIRNEN
Letzte Apfel- und Birnensorten müssen spätestens geerntet werden, wenn die Blätter zu vergilben beginnen. Jetzt startet die Zeit für Neupflanzungen. Vorsicht vor Astbrüchen bei Schneefall, wenn die Bäume noch Laub tragen und der Schnee schwer drückt.
Und der Kleine Frostspanner lauert schon auf seine Chance: Damit dieses flügellose Schmetterlingsweibchen nicht, wie insgeheim geplant, bei den ersten Nachtfrösten an Obstbäumen zur Ablage von bis zu 300 Eiern hochkriecht, lege man Raupenleimgürtel um Stämme und Baumpfähle. Eier schon gelegt? Ölige Winterspritzmittel können Insektengelege abtöten.

VOR FROST SCHÜTZEN
Noch Gurken, Paprika oder Melanzani im Garten? Abdecken und vor Nachtfrost schützen. Grüne Tomaten abernten, sie reifen nach, notfalls auf sonnigem Platz in der Küche.
Nicht auf das Unkraut vergessen! Weiter bekämpfen, solange es wuchert. Auch Schneckenkorn sollte noch bröselweise verteilt werden, vor allem an „strategischen“ Punkten wie dem saftig-gemütlichen Komposthaufen.
Wühlmäuse, oh Schreck. Sie plündern Karotten- und Endivien-Beete ... das muss man sich nicht gefallen lassen, auch wenn es ins Mörderische geht.
Ist das Wetter trocken und sind alle Endivienköpfe reif, binde man sie zusammen, damit die inneren Blätter schön hell bleiben.

GESUNDE KNOLLEN
Anfang Oktober kann noch Spinat angebaut und Wintersalat gepflanzt werden.
Wird es richtig kalt, werden all die gesunden Wurzel- und Knollengemüsesorten eingelagert, die uns mit ihrer Vitalkraft über den Winter helfen: Sellerie, Rote Beete/Rüben (lagerfähig, wenn die Blätter zu welken beginnen), späte Karottensorten sowie das Kohlgemüse Wirsing, Grünkohl und Rosenkohl. Vieles lässt sich auch gut einfrieren.
Sind keine abfallenden Blätter benachbarter Bäume mehr zu erwarten und ist alles Laub entfernt, düngen und umstechen.

NADELBÄUME & BLUMENZWIEBEL
Frühjahrs-Blütenstauden und Nadelhölzer pflanzen. Spätestens wenn auch die letzten Mehrjahresblumen verblüht sind, wird im Ziergarten aufgeräumt. Blumenzwiebeln einlegen – Narzissen, Tulpen, Hyazinthen, Krokus. Stiefmütterchen, Garten-Gänseblümchen, Vergissmeinnicht pflanzen. Es ist auch Zeit für die Pflanzung neuer Blütenstauden. Oder man vermehrt alte Stauden durch Stockteilung: Stauden aus dem Boden heben, mit Spaten und Messer Teilstücke von der Mutterpflanze abtrennen, so dass jedes Teil aus Wurzel mit Spross besteht. Diese Teile in ein vorbereitetes Beet pflanzen.

UND NICHT AUFGEBEN
Der Rasen ist noch zu pflegen, zu mähen, zu gießen, nochmal zu düngen. In klimatisch relativ milden Zonen kann bis Anfang Ok­tober auch noch Grassamen angebaut werden.
Kübelpflanzen vor Frost schützen, mit Luftblasenfolie, Jute oder Gartenvlies umwickeln und diese Hülle mit rustikalen Kordeln oder schmucken Bändern dekorativ festbinden.

Sylvia Nachtmann

 
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