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Salzachbrücke

Was ist Obst und wie wird es eingeteilt?

Baumwärter Josef Heinrich

 

So zählen also Paprika nicht zum Obst, sondern zum Fruchtgemüse, da Paprikapflanzen nur ein Jahr genutzt werden können und im nächsten Jahr neu kultiviert werden müssen. Rhabarber ist zwar eine mehrjährige Pflanze, genutzt wird aber nicht die Frucht, sondern der Blattstiel. Somit ist der Rhabarber kein Obst.

Die Obstart ist eine botanische Einstufung aufgrund bestimmter Eigenschaften. Beispielsweise ist eine Obstart „Apfel“ (Malus) eine der wirtschaftlich bedeutendste Art. Weltweit gibt es tausende Kulturapfelsorten, allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Sorten für gewisse Regionen. Viele Obstarten neigen zu Mutationen, wodurch zahlreiche verschiedene Varianten einer Sorte entstehen können.

Mitteleuropäische Obstarten, in diese Gruppe werden alle eingereiht, die in dieser Region einen wirtschaftlichen Hintergrund haben. Dabei gibt es natürlich Grenzfälle wärmeliebender Obstarten, die zwar als Pflanze auf ausgewählten Standorten den mitteleuropäischen Winter problemlos überstehen können, aber auf längere Sicht nicht die erforderlichen Erträge oder Qualitäten bringen. Mandeln und Haselnüsse beispielsweise sind relativ robuste Pflanzen, die allerdings unter heimischen Klimabedingungen kaum gewinnbringend angebaut werden können. Andere Grenzfälle sind Pflanzen wie Kiwi oder Feigen, die überhaupt nur auf speziellen geschützten Plätzen in Mitteleuropa gedeihen können. Botanisch zählen die wirtschaftlich wichtigsten Gattungen Apfel (Malus), Birne (Pyrus), Quitte (Cytonia), Steinobstarten (Prunus) zur Familie der Rosengewächse. Die Gattungen des Beerenobstes wie Ribisel, Heidelbeere, Preiselbeere, Himbeere, Holunder, Haselnuss, Edelkastanie sind keine Rosengewächse. Die mitteleuropäischen Obstarten werden in Kernobst, Steinobst, Beerenobst und Schalenobst eingeteilt.

Zu den Kernobstarten gehören etwa der Apfel, die Birne, die Quitte, aber auch die Mispel, genießbare Weißdornarten, Felsenbirnen und genau genommen auch die Sorbusarten wie die Vogelbeere, Elsbeere, Mehlbeere sowie auch die Apfelbeere (Aronia).

Zu den Steinobstarten zählen die Zwetschken oder Pflaumen, die Kirschen, die Sauerkirschen, der Pfirsich und die Marillen. Der Steinkern umhüllt den ungenießbaren und bei Steinobstarten giftigen Samen. Die genießbaren Teile sind Fruchtfleisch und Schale.

Zu den Beerenobstarten gehören die Ribisel, die Himbeeren, die Brombeeren, die Heidelbeeren, die Preiselbeeren, die Erdbeeren oder auch der Holunder. Bei allen dieser Arten sind das weiche Fruchtfleisch und die Samen genießbar.

Zu den Schalenobstarten gehören die Walnuss, die Haselnuss, die Mandel und die Edelkastanie die aber keine wirtschaftliche Bedeutung in Mitteleuropa hat.

Wichtig ist bei allen Obstarten die richtige Pflege und Düngung. Aber auch der Boden und der Standort sind Säulen für einen guten Erfolg bei der Kultivierung der persönlichen Lieblingsfrucht.

 
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