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Salzachbrücke

Darüber spricht man nicht

Sylvia Nachtmann

 

Der Begriff Parasit kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Mit-Esser (nicht zu verwechseln mit der ebenso benannten Hautunreinheit). Leider haben manche schmarotzerische Lebewesen ein Faible für den Menschen.

 

Äußere und innere Parasiten

Grundsätzlich wird zwischen äußeren und inneren Parasiten unterschieden.

Zu den äußeren oder Ektoparasiten zählen Tierleins, die sich von unseren Hautsubstanzen, Blut oder Gewebeflüssigkeit ernähren. Stechmücken unserer Zonen können überaus lästig werden, ihre Stiche noch tagelang jucken. In letzter Zeit war viel über das Zika-Virus zu hören, das vorwiegend durch Gelbfiebermücken übertragen wird. Normalerweise verläuft eine Infektion harmlos und unbemerkt. Tragisch kann die Infektion einer Schwangeren enden, wenn beim ungeborenen Kind eine eingeschränkte Schädelentwicklung verursacht wird. Die Risikogebiete liegen in subtropischen und tropischen Zonen.

 

Läuse, Zecken & Co

Bei uns sorgen Kopfläuse für Stress, sind aber ungefährlich. „Das Penthouse schützt vor Läusen nicht“, sagt Heilpraktiker Hans Huber aus Burghausen, man solle kein (Schmuddel-)Kind als Überträger verdächtigen!

Anders verhält es sich mit Zecken. Im Grunde mehr grauslich als gefährlich, können sie doch gefährliche Krankheiten übertragen. Ist eine Zecke mit dem FSME-Virus infiziert, kann sie beim Menschen die gefürchtete Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen. Gehirnhaut und zentrales Nervensystem werden geschädigt, in schweren Fällen kann eine Gehirn- und Rückenmarksentzündung zu bleibenden Schäden bis zum Tode führen.

Die Impfung gegen eine FSME-Infektion schützt jedoch nicht vor der ebenfalls durch Zecken übertragenen Lyme-Borreliose – das übersehen viele Leute und meinen, durch die Zeckenimpfung vor Zeckengefahren geschützt zu sein. Borreliose ist sogar die von Zecken am häufigsten übertragene Krankheit.

 

Gegen Borreliose gibt es keine Schutzimpfung!

Auch die Borreliose kann schwere Folgen zeitigen. Tage oder Wochen nach dem Zeckenbiss bildet sich eine ringförmige Rötung, in weiterer Folge kann eine Neuroborreliose auftreten, mit Nervenschmerzen, Lähmungen, Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, Rückenmark und peripheren Nerven. Es gibt keine Borreliose-Schutzimpfung! Die Behandlung muss durch hoch dosierte Antibiotika erfolgen. Dazu ein Tipp von Heilpraktiker Hans Huber: „Nach der antibiotischen Behandlung unbedingt testen lassen, ob die Borreliose wirklich ausgeheilt ist“, wenn nicht, müssen weiterhin Antibiotika verabreicht werden.

In Europa sind sie selten: Flöhe (einst Überträger der Pest) und Wanzen. Hingegen tummeln sich Milben am liebsten in alten Matratzen – sie können Allergien auslösen.

Die Anopheles-Mücke subtropisch-tropischer Klimazonen überträgt den Malaria-Erreger, afrikanische Tsetse-Fliegen den Erreger der oft tödlichen Schlafkrankheit. Fernreisen und Klimawandel fördern eine Verbreitung exotischer Krankheitserreger und -überträger in gemäßigte Zonen.

 

Da ist der Wurm drin!

Innen- oder Endoparasiten wollen es sich in unserem Innern gemütlich machen. Man denkt mit Schaudern an Würmer. Eklig sind sie alle, aber nicht alle sind gefährlich. Etwa die weißen Madenwürmer, die mit Vorliebe Kinder befallen: einen halben bis gut einen Zentimeter lang, machen sie sich nachts auf den Weg nach „draußen“, also außerhalb des Anus, wo sie ihre Eier ablegen. Das juckt – Kind kratzt, Kind bekommt Eier unter den Fingernagel, greift etwas Essbares an oder steckt den Finger in den Mund – schon kommt es zu einer Selbstinfektion.

Viele Menschen laufen mit einem bis zu 40 Zentimeter langen Spulwurm durchs Leben, ohne es je zu bemerken. Es sei denn, er wirkt sich irgendwann störend im Magen-Darm-Trakt aus oder verursacht Allergien.

Ein Befall mit Bandwürmern ist selten. In ihrem komplizierten Entwicklungsweg sind sie auf „Wirte“ angewiesen. Fisch-, Rinder- und Schweinebandwurm können beim Menschen ebenso Krankheiten auslösen wie Hund- und Fuchsbandwurm sowie der Zwergbandwurm. Sie leben im Darm, ihre Larven können aber auch das menschliche Gehirn oder die Leber befallen. Larven bilden Zysten, die im Normalfall inaktiv bleiben, bis sie durch Fraß in den Darm des Endwirts gelangen, in dem sich die Larven zu den erwachsenen Würmern umbilden. Diese halten sich mit Saugnäpfen und Haken in der Darmwand fest, manche Arten können bis zu vier Meter Länge erreichen.

 

Wie erkennt man einen Wurmbefall?

Die Symptome beim Menschen sind uneinheitlich, etwa Bauchschmerzen oder Juckreiz. Selbst Bandwürmer „stehlen“ nicht viel von unserer Nahrung, sodass es zu keinem markanten Gewichtsverlust kommt. Allerdings entziehen sie dem menschlichen Körper wichtige Vitamine.

Fadenwürmer, über Trichinen aus befallenem Fleisch in uns gelangt, lösen Schwindel, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall aus. Verbreiten sich Larven im Körper, tauchen Symptome wie Schwäche, Fieber und Ödeme im Gesichtsbereich auf. Bei geschwächten Personen ist ein tödlicher Verlauf nicht auszuschließen. Doch davor schützt uns die amtliche Fleischbeschau.

Madenwürmer können in Windeln und Kinderslips „wurreln“. Ist nichts sichtbar, erfolgt der Nachweis von Würmern durch ein Labor, die Behandlung durch den Arzt. Auch homöopathische Mittel werden empfohlen: Gewürznelke, Walnussextrakt, Knoblauch und Bärlauch – vorbeugend und sogar von einigen Parasiten befreiend.

Im Schlankheitswahn: Bandwürmer zwecks Gewichtsreduktion ... abschreckend und obendrein wirkungslos.

 

Nach dem Klo Hände waschen!

Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen!

Der alte Spruch hat nach wie vor Bedeutung: Nach dem Klo Hände waschen! Und zwar gründlich, mit Seife. Toilettenhygiene ist eine wichtige Vorbeugung gegen Wurmbefall. Auch soll man von ungereinigten rohen Lebensmitteln oder ungenügend gekochtem Fleisch die Finger lassen. Pilze und Waldbeeren sowie mit Fäkalien gedüngtes Gemüse, Salat und Obst sind eine Gefahr. Denn durch den Verzehr befallener Lebensmittel verschaffen sich Bandwürmer Zutritt in unser Innerstes.

Einfaches Pasteurisieren für einige Minuten bei 60 °C kann die meisten Entwicklungsstadien von Parasiten abtöten, hingegen ist ein Tiefgefrieren, selbst über längere Zeit, keine Garantie für eine Abtötung.

Hunde und frei laufende Katzen können Bandwürmer und andere Würmer übertragen, daher müssen sie regelmäßig entwurmt werden.

 
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