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Salzachbrücke

Faszinierende Faszien stützen und schützen unseren Körper

Ein körperweites Netzwerk hoch spezia­lisierter, dünner Bindegewebsschichten umhüllt und verbindet unsere Strukturen. Sie umschließen Knochen und Muskeln; Organe sind in Faszien gehüllt und werden mit Faszien an Ort und Stelle gehalten; Sehnen und Bänder, Sehnenplatten und Gelenkkapseln zählen zur Vielfalt der Faszien.

Der fünfjährige Tobias leidet unter Darmverspannungen. Bei der dritten osteopathischen Behandlung ist er schon viel lockerer und fühlt sich sichtlich wohl.


UNERKLÄRBARE, DIFFUSE SCHMERZEN
Weißliche, elastische Kollagenfasern speichern Flüssigkeit und gleiten aufeinander. Durch Fehlhaltungen, Verletzungen und Operationsschnitte können Faszien verkleben, was sich in eingeengter Beweglichkeit (als stecke man in einem zu engen Anzug) und häufig in unerklärlichen, diffusen Schmerzen ausdrückt.

EINE FÜLLE LEBENSWICHTIGER AUFGABEN
Faszien sind stark von Nerven durchzogen, sie melden Schmerz, Änderungen des chemischen Milieus und Temperaturschwankungen. Mehr noch: Sie spielen bei Heilungsprozessen und bei der Abwehr von Krankheitserregern und Infektionen eine Hauptrolle. Ihre Speicherfähigkeit soll sogar wie ein „Gedächtnis für Verletzungen“, auch psychischer Art, wirken.

FASZIENTECHNIK – EIN BEREICH DER OSTEOPATHIE
Eine von vielen Techniken der Osteopathie ist die Faszientechnik, wie Margit Zuck aus dem Physio-Haus in Freilassing erklärt. Nach genauer Anamnese mit Befund werden Fehlhaltungen und Einschränkungen aufgespürt.
Erst wird der Patient im Stehen, Gehen und im Sitzen mit geschultem Blick betrachtet: Gibt es eine Achsverschiebung? Sind die Schultern gleich hoch? Asymmetrien? Zuck: „Wir bewegen uns um eine Achse, die von der Schädelbasis bis zum Beckenboden zieht, einschließlich Speiseröhre, Herzbeutel, Teile der Leber, Dickdarmwurzel, Gebärmutter. Ist ein Glied dieser Kette verspannt, so gerät die gesamte Kette aus dem Lot.“
Wie ein Detektiv sucht die Osteopathin nach Ursachen unterschiedlichster Beschwerden, fügt Puzzleteile aneinander und bei der konzentrierten Behandlung mit sanften Bewegungen ergeben sich neue Hinweise, denn „alles steht in Zusammenhang.“
Die Osteopathin zentriert, „damit alles wieder an seinen Platz kommt“, sie schafft Beweglichkeit und befreit von einem „engen Strampelanzugs-Gefühl“.

URSACHE-FOLGEN-KETTE – ALLES IST VERBUNDEN
Man spricht von Ursache-Folgen-Ketten. Oft äußern sich Beschwerden an ganz anderer Stelle. Ein Beispiel: Eine Narbe am Fuß kann zu Problemen an der Halswirbelsäule führen – denn die Knöchel sind über die Lateralketten mit den Kaumuskeln verbunden. Oder: Warum bestehen Verspannungen im Verdauungstrakt? Ein Schleudertrauma kann die Ursache sein. An der Halswirbelsäule ist durch Faszien die Speiseröhre befestigt, die dann verzerrt zu einer Fehlstellung des Magens führt.
Wichtig ist die Entspannung des Zwerchfells, das mit dem horizontalen und vertikalen „Faszial-Skelett“ in Verbindung steht, besonders in der Schwangerschaft – Verbindung mit der Leber (die in der Schwangerschaft viel mit Entgiftung zu tun hat); Verbindung mit dem Beckenboden, der frei und dehnbar sein muss. „In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten müssen sich Lendenwirbelsäule und Becken anpassen und alles was von hier über Faszien verbunden ist, im zweiten Trimester die Brustwirbelsäule und im letzten Abschnitt die Halswirbelsäule“, da leistet Osteopathie wertvolle Unterstützung.
VOM BABY ÜBER SPORTLER BIS INS HOHE ALTER
Babys kommen oft einseitig verspannt auf die Welt. Fehlhaltungen im Mutterbauch, etwa aus Platzmangel und dadurch entstehende Läsionen sowie Geburtstraumen sind über Osteopathie gut behandelbar. Osteopathie erleichtert den Lebensstart – und die ganz kleinen Patienten genießen die sanften Behandlungen.
Häufig haben Kinder schmerzhafte Verspannungen im Darm, etwa mit Verstopfung. Die „Seele im Bauch“, sagt man nicht zu Unrecht. Der Bauch reagiert dank des Netzwerks auf überreizte Gefühle, wobei auch Lendenwirbelsäule und Kreuzbein bis zum Hinterkopf betroffen sein können.
Neuer Trend des Sportlertrainings: Gezielt werden Faszien trainiert, um sie elastisch zu halten.

EINE PATIENTIN BERICHTET
„Nach einem schweren Unfall mit vielen Brüchen und Schädel-Hirntrauma litt ich unter häufigen zweitägigen Migräneanfällen, Drehschwindel und diversen neurologischen Störungen. Durch die osteopathische Behandlung trat in allen Punkten Besserung ein. Unmittelbar nach den Behandlungen spüre ich Müdigkeit, die nach einigen Stunden von einem Energieschub abgelöst wird, ich fühle mich in guter Stimmung, beruhigt und entspannt.“
 
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