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Salzachbrücke

Generationenübergreifendes Miteinander und Füreinander

Sylvia Nachtmann

Erweiterte Nachbarschaftshilfe, das war schon das Motto der „Bürgerhilfe Laufen“ (die SALZACHbrücke berichtete), geleitet von Dr. Dr. Thomas Dietl. Vor gut einem Jahr wurde ein gemeinnütziger Verein, der Generationenbund Berchtesgadener Land e.V. gegründet, der diese Leistungen landkreisweit übernimmt und von zehn Kommunen von Laufen bis Schneizlreuth unterstützt wird. Nach Gewährung staatlicher Zuschüsse nahm der Generationenbund im September des Vorjahres seine Tätigkeit auf. Zur Zeit sind rund 200 Mitglieder gemeldet. Der Jahres-Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro, ob man Hilfe anbieten oder erhalten möchte. Die eigene Lage kann sich jederzeit ändern – aktiv helfende Mitglieder können unerwartet zu empfangenden Mitgliedern werden.

 

Nebenverdienst, Sinnvolle Arbeit und Lebensqualität

Nach dem aktiven Berufsleben möchten sich viele Leute sinnvoll beschäftigen und obendrein die gewohnte Lebensqualität durch ein Zubrot auf bisherigem Stand erhalten. Je nach Berentung oder Hartz IV sind Zuverdienste in geregeltem Rahmen zulässig.

Der Generationenbund ist eine sich selbst verwaltende Bürgerhilfe und umfasst eine lange Liste von Hilfsleistungen von und für Mitglieder, von der Beaufsichtigung von Kindern über Gespräche, Einkaufsdienste, Begleitung bei Spaziergängen, Hilfe in Haus und Garten oder bei einem Umzug bis hin zu kurzfristiger Entlastung von betreuenden Angehörigen – um nur einige zu nennen. Alle Dienste sind freiwillig, man kann auch Mitglied ohne Verpflichtung werden.

Sämtliche Dienst-Einsätze werden über den Verein organisiert, das ist eine Voraussetzung wegen der Haftpflicht-, Unfall- sowie KFZ-Vollkaskoversicherung der Aktiven. Die Abrechnung erfolgt bargeldlos, ebenfalls über den Verein, abgaben- und abrechnungsfrei bis zu 200 Euro/Monat unter Berücksichtigung der Gemeinnützigkeit.

Wichtig: Der Generationenbund ist keine Konkurrenz zu sozialen oder gewerblichen Dienstleistern.

 

Wer ist zur Annahme von Hilfe berechtigt?

Voraussetzung für die Annahme von Hilfsleistungen zu acht Euro pro Stunde ist eine satzungsgemäß anerkannte Hilfsbedürftigkeit: Krankheit, Behinderung oder Alter.

Dr. Dietl: „Leider ist es schwierig, hilfsbedürftige Menschen zu erreichen.“ Wer krank und schwach ist, verfügt oft nicht mehr über die Energie, sich nach Hilfe umzuschauen. Deshalb appellieren Inge Hartmann, Marie-Luise Thierauf und Dr. Dietl an die Bevölkerung: „Wer braucht Hilfe?“ Angehörige, Bekannte, Nachbarn sind aufgerufen, Hilfsbedürftigen über die Möglichkeiten des Generationenbundes zu berichten. Denn kurioserweise besteht zur Zeit ein Ungleichgewicht zwischen aktiven und passiven Mitgliedern – die meisten wollen helfen. Doch keine Scheu: Auch wer Hilfe braucht, kann sich jederzeit anmelden!

Infos:
Generationenbund Berchtesgadener Land e.V.
Unterstützt von Landratsamt, Kommunen und bayerischem Sozialministerium
Erster Vorstand: Dr. Dr. Thomas Dietl
Ansprechpartnerinnen: Inge Hartmann, Marie-Luise Thierauf
Tel. 08656/98 94 500
Gemeinden: Bayerisch Gmain, Anger, Ainring, Freilassing, Bad Reichenhall, Piding, Teisendorf, Laufen, Saaldorf-Surheim, Schneizlreuth
www.generationenbund-bgl.de
generationenbund.bgl@t-online.de

 
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