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Salzachbrücke

Zweiradfahrer – passt auf euch auf!

Von Elisabeth Strassert

Radler verunglücken öfter als gedacht alleine
Es scheint der Logik zu widersprechen, jedoch zeigt die Unfallforschung: Wenn Radfahrer sich bei einem Unfall derart verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, so sind sie meist alleine verunglückt. Diesen Umstand belegt eine internationale Metastudie, die jetzt das „British Medical Journal“ veröffentlicht hat.
Je nach Land hatten laut Studie zwischen 60 und 90 Prozent der in den Krankenhäusern behandelten Radler keinen Unfallgegner. Wie die Unfallforschung der Versicherer (UDV) informiert, hat diese 18 Länder umfassende Studie über 200.000 in Krankenhäusern und medizinischen Ambulanzen behandelte Radfahrer erfasst.

UDV fordert: Gemeinden müssen Radwege ausbauen
Ein weiteres Ergebnis der Studie: In Städten oder Regionen, in denen viel Rad gefahren wird, gibt es nicht zwangsläufig mehr Alleinunfälle. Damit Fahrradfahrer Alleinunfälle vermeiden können, sieht der Leiter der Unfallforschung, Siegfried Brockmann, vor allem Handlungsbedarf bei den Gemeinden und Städten: Diese sollten die Infrastruktur der Radwege so ausbauen und instandhalten, dass sie dem wachsenden Radverkehrsaufkommen gewachsen ist.
In Erinnerung rufen will der Experte auch, dass Radfahren unter Alkoholeinfluss genauso gefährlich sein kann wie es ja vom Autofahren bereits hinlänglich bekannt ist. Das Tragen eines Radhelms empfiehlt die Unfallforschung wärmstens, außerdem Fahrtrainings für ältere Menschen, vor allem, wenn sie selten auf den Drahtesel steigen.

Hauptrisikofaktoren: „Heiße Öfen“ und junge Biker
Eine wenig erstaunliche, dafür aber umso alarmierendere Erkenntnis bringt die Unfallforschung bei motorisierten Zweiradpiloten ans Licht: Junge Fahrer und sportliche Maschinen sind hier die wesentlichen Faktoren beim Alleinunfall.
Mehr als die Hälfte aller Unfälle, in die Motorradfahrer im Untersuchungsjahr 2012 in Deutschland verwickelt gewesen sind, haben sie laut Studie auch selbst verursacht; 58 Prozent davon wiederum waren Alleinunfälle ohne weitere Beteiligte.
Wichtigste Erkenntnis: Mit der Motorleistung steigt die Häufigkeit selbstverschuldeter Unfälle deutlich. Chopper-Fahrer oder Biker mit Tourenmaschinen sind deutlich seltener in Unfälle verwickelt. Das bedeutet nicht nur, dass gerne schnell und riskant fahrende Biker sich Motorräder zulegen, mit denen das möglich ist, sondern auch, dass eine hohe Motorleistung zu riskanterem Fahren anregen kann oder die Möglichkeiten der Maschine den Fahrer zeitweise überfordern.

Grundregel im Zusammentreffen:
eindeutiges Verhalten
Aber auch, wenn die Verkehrsteilnehmer aufeinandertreffen, können Zweiradfahrer einen großen Beitrag dazu leisten, dass sie nicht in Gefahr kommen. Oftmals verhindert eindeutiges Verhalten sowie das aufeinander Achten, dass brenzlige Situationen überhaupt entstehen.
Eher defensiv zu fahren, kann Leben retten: Zweiradfahrer sollten immer damit rechnen, dass sie übersehen werden – mag ja sein, dass ich Vorfahrt habe, doch wenn nur ich das so sehe, schlage ich unter Umständen im nächsten Moment einen ungewollten Salto auf die Straße.
 
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