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Salzachbrücke

Das moderne Badezimmer

Frühmorgens nach dem Aufstehen führt die meisten der erste Weg ins Badezimmer und abends nach einem anstrengenden Arbeitstag oft ebenso. Die Ansprüche an Körperhygiene und -pflege stehen in Kombination mit dem Gedanken an ein entspanntes Bad in der Wanne mit Wohlfühlfaktor. Somit qualifiziert sich das Badezimmer als Rückzugsraum, in dem man nicht gestört werden möchte. Das hat zur Folge, dass in modernen Räumlichkeiten Technik möglichst ausgeschlossen bleibt. Dies betrifft sowohl das Handy oder sonstige Unterhaltungselektronik als auch funktionale Gegenstände wie zum Beispiel die Waschmaschine.

 

Planung ist entscheidendes Kriterium

Anders als bei den sonstigen Wohnräumen ist ein allfälliger Umbau des Badezimmers aufwändig und kostenintensiv. Also sollte bereits bei der Planung einiges berücksichtigt werden wie zum Beispiel die Anzahl der Personen, die es später nutzen. Auch die genauen Größenverhältnisse bzw. die Nutzungsdauer spielt eine entscheidende Rolle, da gerade kleine Bäder besondere Lösungen benötigen. Vor allem Ecken und Nischen bieten die Möglichkeit für praktischen Stauraum, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Wer sein Haus komplett neu baut, sollte bei der Planung bedenken, dass die Größe des Bades ein entscheidender Faktor für das behagliche Wohngefühl ist. Zusätzliche zwei Quadratmeter können im Bad viel ausmachen und gehen im benachbarten Schlafzimmer möglicherweise nicht ab. Neben der strategischen Ausrichtung ist auch auf eine angemessene Belüftung zu achten. Die optimalste Lösung bietet in jedem Fall ein Fenster mit Tageslicht, dies trägt nicht nur zur perfekten Luftzirkulation bei, sondern schafft auch eine helle freundliche Atmosphäre. Vor allem Scheiben, die sich komplett öffnen lassen, tragen zur Regulierung des Feuchtigkeitsgehaltes bei und leisten durch ihren Kunststoff- oder Holzrahmen einen wesentlichen Beitrag zur designtechnischen Gestaltung. Beim fensterlosen Bad sollte die Tür mit einem Zuluftgitter und der Raum mit einem Ventilator ausgestattet sein.

 

Faktoren für mehr Komfort

Es ist schon lange nichts Neues mehr, dass im Badezimmer vermehrt funktionale Ansprüche zum Tragen kommen. Dies liegt einerseits am gesteigerten Umweltbewusstsein, aber auch darin, dass Nachhaltigkeit und Energieoptimierung ein immer wichtiger werdender Begriff wird. Vor allem der Aspekt der Barrierefreiheit spielt nicht mehr nur bei behindertengerechter Planung eine Rolle, sondern wird als Beitrag zum zukunftsorientierten Wohnen im Alter gesehen. Dem­entsprechend sind schwellenlos begehbare Duschtassen immer beliebter. Darüber hinaus ermöglichen bodengleiche Duschtassen ein einheitliches Bild im Badezimmer, denn der Duschboden kann meist optisch vollständig in den Raum integriert werden. Auch Badewannen, die sich öffnen lassen bzw. die barrierefrei ohne Rutschgefahr zu besteigen sind, gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Ob man die Wände der Duschkabine als Schiebevorrichtung einsetzt oder moderne Glastüren, die einfach und bequem zu öffnen bzw. zu schließen sind, ist neben der individuellen Vorliebe vor allem eine Platzfrage. Muss auf die Dusche aus Platzgründen verzichtet werden, gibt es elegante Lösungen einer Trennwand, die sich komfortabel über einen Teil der Badewanne ziehen oder klappen lässt. Wobei bei der Frage ob Dusche oder Wanne immer daran gedacht werden sollte, dass ein entspannendes Bad auch seine Reize und Vorteile hat, auch wenn man grundsätzlich lieber einfach nur duscht. Denn gerade Baden hat viel mehr mit Entspannung und Wohlfühlen zu tun als der bloße Reinigungsvorgang von Gesicht und Körper. Wer einen Umweltbeitrag leisten möchte, der sollte auf wassersparende Duschköpfe bzw. regulierbare Strahlintensität zurückgreifen, denn hier lassen sich Wassersparen und Duschvergnügen perfekt kombinieren.

 

Infrarotkabinen und Dampfduschen bringen einen Hauch Wellness

Neben dem Genuss eines entspannenden Bades gibt es auch die Möglichkeit, zuhause einen Wellnesstouch einzubringen. Moderne Infrarotkabinen sind nicht nur gesund und bringen Entspannung nach dem stressigen Alltag, sie liegen auch durchaus im Trend. Wobei die Facetten reichhaltig sind, denn nicht immer ist Platz für eine Komfortkabine. Doch mit den modernen Badgestaltungen hält auch im kleinsten Raum Wellness Einzug und schafft Wohlfühlatmosphäre. Auch Badewannen mit Whirlpoolfunktion sind eine Möglichkeit, sich einen Hauch Erholung in die eigenen vier Badwände zu holen. Derzeit verfügen 2–4% der deutschen bzw. österreichischen Badezimmer über diesen Luxus. Auch ­spezielle Lichtquellen, die besondere Effekte in der Wanne zaubern und je nach gewünschtem Effekt in Rot, Grün oder Blau strahlen, sind beliebte Möglichkeiten, aus dem gemütlichen Waschritual etwas Besonderes zu machen.

 

Materialien sind Trendfaktoren

Wer glaubt, das Badezimmer nur mit Fliesen verkleiden zu können, der irrt. Innenarchitekten und Designer haben längst auch Holz als trendiges Material für den Nassraum entdeckt. Dicht strukturiertes Holz kann Feuchtigkeit gut aufnehmen, gerade wenn es um Spritzwasser geht.

Aber nicht jede Holzart ist im Badezimmer gleichermaßen geeignet. Es sollte auf keinen Fall zu stark auf Feuchtigkeitsschwankungen reagieren, wie sie in einem Bad ja üblich sind. Hölzer mit hohem Gerbsäureanteil wie z.B. die Eiche, neigen bei Verunreinigung zu Fleckbildungen durch Reinigungsmittel oder Säuren. Rote Tropenhölzer wie Merbau, Jatoba oder Kempas neigen dazu, bei lang anhaltenden partiellen Feuchtigkeitseinwirkungen wie z.B. einem liegen gebliebenem nassen Handtuch, den roten Farbstoff abzugeben und Flecken zu verursachen.

Geeignete Holzarten sind unter anderen die finnische oder kanadische Birke, Buche, Erle, kanadisches Ahorn, Kirsche, Walnuss, Rüster, Esche und natürlich auch das im Yachtbau verwendete Teak.

 

Angenehmes Raumklima durch Holz

Holz sieht nicht nur gut aus, auch das Raumklima profitiert dadurch, nicht zuletzt deshalb, da Kondenswasser auf Böden oder Wänden aus Holz nicht auftritt. Ein weiterer Vorteil ist die antibakterielle Wirkung, die in einer wissenschaftlichen Studie des Deutschen Institutes für Lebensmitteltechnik nachgewiesen wurde. Demnach können Kiefer, Erle und Lärche Bakterien aufnehmen und abtöten.

Für traditionell orientierte Badnutzer sind dennoch die Fliesen das Maß aller Dinge, wobei hier designtechnisch alle Optionen offen sind. Der Trend, die Räume nicht mehr bis zum Plafond zu verkleiden, sondern halbhöhig zu beenden, hat sich durchgesetzt und verleiht dem Raum zusätzlich Offenheit.

 

Accessoires gehören dazu

Was wäre ein Badezimmer ohne  Seifenspender, Handtuchhalter und Badvorleger? Von den kleinen Kosmetikutensilien ganz zu schweigen. Alle diese notwendigen und nützlichen Accessoires führen das Bad erst seinem ursprünglichen Zweck zu, der Körperpflege. Doch gerade bei den Accessoires gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Design und Materialien. Moderne Glasvariationen sind hier ebenso gefragt wie Chrom- oder Keramikbecher bzw. Schalen, die sich dem Design und der Farbwahl der übrigen Einrichtung anpassen sollten. Ein wichtiges Element nicht nur für das weibliche Geschlecht ist der Kosmetikspiegel, der vielen noch als Allibert im Gedächtnis ist. Auch wenn diese traditionelle Form des Spiegelschrankes eher der Vergangenheit angehört, darf ein gut ausgeleuchteter Spiegel, ggf. mit Vergrößerungseffekt, nicht fehlen.

Handtücher, Föhn, Haarbürsten sowie nützliche Utensilien müssen immer griffbereit untergebracht sein, auch hier gibt es attraktive Stauräume aus Holz, Glas oder Chrom. Ein beheizbarer Handtuchhalter rundet mit einem körperwarmen Handtuch das Duschvergnügen perfekt ab.

Wer sich sein Traumbad verwirklichen möchte, der sollte in erster Linie sachliche Fragen abwägen und sich seiner Ansprüche bewusst  werden. Mit der fachmännischen Beratung eines Architekten oder eines Badstudios steht dann dem entspannten Wohlfühl- und Wellnessgefühl zuhause nichts mehr im Weg.

Susanne Mairhofer

 
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